Der Weg nach ganz oben ist doch so schmal, daß man ihn nur allein gehen kann. Mitnehmen kann man da keinen. Zwar glaubt man zuerst noch, nichts als den Arbeitsplatz und die Gehaltsstufe zu wechseln, aber das erweist sich als Illusion. Denn Freundschaften basieren auf gemeinsamen Interessen, und die fehlen jetzt. Die beruflichen Probleme sind andere, und über den neuen Wagen oder die Porzellannsammlung läßt sich schlecht mit einem reden, der angestrengt für einen Kühlschrank spart. Und wie soll man über berühmte Kollegen tratschen, wenn das Gegenüber außer den Nachbarn im Dorf niemanden kennt. Der das schrieb kannte sich aus. Günter de Bruyns literarisches Werk kreiste immer um die Frage, "inwieweit man ehrlich sein kann innerhalb einer Gesellschaft, die das Individuum daran hindert, ehrlich zu sein". Literaturprofessor Winfried Menzel (Kurt Böwe) sonnt sich in seinem Ruhm. da er einen vergessenen märkischen Dichter namens Max von Schwedenow wiederentdeckt, und zu einem großen Sozialrevolutionär des 19. Jahrhunderts stilisiert hat. Auch der kleine Landlehrer Pötsch (Hermann Beyer) forscht den Spuren Schwedenows nach. Aber eher an der Basis. Gönnerhaft bietet Menzel dem Dorfschulmeister eine Assistentenstelle an. Doch die Entdeckung Pötschs, dass Schwedenow im Dienste der Obrigkeit später ein reaktionäres Rädchen im System war, gefährdet Menzels Lebens-Werk und droht, ihn lächerlich zu machen. So intrigiert der angesehene Professor mit allen Mitteln gegen den Dorflehrer. Kurt Böwe ist beängstigend gut, Hermann Beyer stellt unbequeme Fragen und Eberhard Esche hält einen sensationellen Vortrag über das karrieregeile Duckmäusertum schlechthin.