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Kinoprogramm Donnerstag, 28.07.2016 - Mittwoch, 03.08.2016

Das Original ist besser!Sing Street (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00

Regie: John Carney, (Irland/USA/Großbritannien), 2016

Darsteller: Ferdia Walsh-Peelo, Aidan Gillen, Maria Doyle Kennedy u.a.

Sing Street (OmdU)

Der 15-jährige Conor (Ferdia Walsh-Peelo) ist nicht zu beneiden. Weil seine Eltern den ökonomischen Gürtel enger schnallen, muss er von einer schicken Privatschule wechseln zur Synge Street School, einer ganz normalen, ziemlich katholischen Schule in Dublin. Die Rede ist von den Achtziger Jahren, als die Sitten noch etwas rauer waren. Keine Handys, keine Computer und die Musik kam aus'm Radio. Es sei denn, man hatte einen großen Bruder wie Conor, mit einer erlesenen Plattensammlung. Ein katholisches Gefängnis nennt der Conors neue Schule, und ein wenig kommt sich Conor auch so vor, überall neue Regeln und Typen, die auf großen Macker machen. Aber er lernt auch Raphina (Lucy Boynton) kennen, eine junge Dame mit dem gewissen Etwas. Raphina will Model werden, trägt zu coolen Klamotten ein munteres Mundwerk und beides imponiert Conor so sehr, dass er sie anspricht. Ob sie nicht Lust hätte, im neuen Video seiner Band mitzumachen? Jesus… wenn sie jetzt ja sagte, bräuchte Conor bloß noch eine Band. Es gibt nämlich keine Band. Noch nicht… Der diese Geschichte hier erzählt, heißt John Carney, und der weiß verdammt, wovon er redet. Er hat das meiste davon selbst erlebt und war selbst Teil der Dubliner Musikszene, bevor er sich aufs Filme machen verlegte. Die Achtziger mit Zuwanderung, Arbeitslosigkeit und katholischer Kirche sind in Irland ein ganz hartes Pflaster. MTV füttert die Kids mit New Wave Videos von Spandau Ballet, The Cure, Duran Duran und so bleibt Conor und seinen neuen Freunden nichts anderes übrig, als mittels Musik, Frisuren und Schminke etwas Abstand zwischen ihre neue Band »Sing Street« und den Rest der Welt zu bringen. Genüsslich darf man sich zurücklehnen und schauen, wie hier frisch verliebte Teenager Musikgeschichte auferstehen lassen im eigens neu erschaffenen 80er Jahre Sound aus der Feder von Gary Clark und John Carney.

alpa kino

Meine Brüder und Schwestern im Norden

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00 18:00 18:00 18:00

Regie: Cho Sung-hyung, (Deutschland), 2016

Meine Brüder und Schwestern im Norden

Die Frankfurter Filmemacherin Sung-Hyung Cho wuchs als gebürtige Südkoreanerin mit der Vorstellung auf, das nördliche Nachbarland sei von Monstern bevölkert. In der Schule lernte sie, dass Nordkoreaner rote Haut und zwei Hörner am Kopf hätten. Als erste südkoreanische Filmemacherin überhaupt erhielt sie eine offizielle Drehgenehmigung für das Land jenseits der Grenze und somit die Chance, sich von ihren Vorurteilen zu verabschieden und ihr vorgefertigtes Bild von den wie Roboter wirkenden Menschen im Norden zu revidieren.

»Meine Brüder und Schwestern im Norden« porträtiert die Menschen hinter den hartnäckigen Klischees und Stereotypen eines unverstandenen Landes und gibt Einblicke hinter die protzige Propagandafassade einer uns verschlossenen Lebenswelt. Die Menschen, denen Sung-Hyung Cho auf ihrer Reise durch das Land begegnet - Soldatinnen, Bauern, Maler, Näherinnen - sind keine Zufallsbekanntschaften, sondern wurden vom Regime ausgesucht. Trotzdem nähert sie sich ihren Protagonisten dabei aufrichtig interessiert, respektvoll und vor allem ohne jegliche Wertung. So kommt ein fröhliches Volk zum Vorschein, dessen Liebe zu „ihrem Führer“ uns mehr als einmal sonderbar erscheint, das seine Wünsche und die Hoffnung auf eine Wiedervereinigung der beiden Koreas aber noch längst nicht aufgegeben hat.

Nach »Full Metal Village«, »Endstation der Sehnsüchte« und »Verliebt, Verlobt, Verloren« der neue Heimatfilm von Sung-Hung Cho.

Seefeuer

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00
20:00 20:00 20:00 20:00 20:00 20:00

Regie: Gianfranco Rosi, (Italien/Frankreich), 2016

Darsteller: Samuele Caruana, Pietro Bartolo, Giuseppe Fragapane u.a.

Seefeuer

Eine der größten humanitären Katastrophen findet seit Jahren vor den Toren Europas statt. Tausende Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer. Gianfranco Rosi wendet sich diesem Drama mit einer filmisch präzisen Zustandsbeschreibung zu. Der Zuschauer wird zum Zeugen dieser Katastrophe. Bei der diesjährigen Berlinale gab es zu Recht den Goldenen Bären als Bester Film.

In den Mittelpunkt seines Filmes stellt Rosi den zwölfjährigen Samuele. Nach der Schule trifft er seine Freunde oder streift mit einer selbstgebauten Steinschleuder durch die Gegend. Er will Fischer werden, so wie sein Vater. Samuele lebt auf der Mittelmeerinsel Lampedusa, auf der das Leben schon immer von dem geprägt war, was das Meer bringt. Seit Jahren sind das nun vor allem Menschen - Tausende Flüchtlinge, die in der verzweifelten Hoffnung auf ein besseres Leben eine lebensgefährliche Reise wagen.

Ein Jahr lang beobachtete Regisseur Gianfranco Rosi Leben und Alltag auf Lampedusa, der „Insel der Hoffnung“.

Der italienische Originaltitel »Fuocoammare« kann sowohl als „brennendes Meer“ als auch „Leuchtturm“ übersetzt werden. Der deutsche Kinotitel ist dieser Doppelbedeutung geschuldet: »Seefeuer« bezeichnet zum einen das Lichtsignal auf Leuchttürmen, zum anderen eine historische Brandwaffe, die vor allem gegen Schiffe zum Einsatz kam und nicht mit Wasser gelöscht werden konnte.

ak

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

The Assassin

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00
22:00 22:00 22:00 22:00

Regie: Hou Hsiao-hsien, (Taiwan/China/Hongkong/Frankreich), 2015

Darsteller: Qi Shu, Chang Chen, Satoshi Tsumabuki u.a.

The Assassin

Trailer: http://bit.ly/29Kxa4a

China, im neunten Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Die Künste gedeihen, allen voran die Dichtkunst. Erstmals wird die poetische Idee der romantischen Liebe weithin gefeiert. Doch den Alltag der Menschen bestimmt ganz anderes: die Macht der Tang-Dynastie zerbröckelt, Ränke auf höchster Ebene vergiften die Atmosphäre. In diesem Spannungsfeld zwischen Privatem, Poesie und Politik erzählt der taiwanesische Meisterregisseur Hou Hsiao-Hsien eine so lyrische wie actionreiche Geschichte. Deren leuchtende Zentralgestalt ist die schöne Nie Yin-Niang. Sie ist eine Meisterin in der Kunst des Tötens. Nie Yin-Niang arbeitet als professionelle Attentäterin.

Als Kind von zehn Jahren wurde sie einst in die Fremde geschickt. Dort hat eine taoistische Nonne das Mädchen ausgebildet, zu einer Killermaschine von höchster Präzision. Ihre Fähigkeit soll sie nun, dreizehn Jahre später, im Dienst der Machterhaltung der Zentralregierung einsetzen. Die junge Frau wird in ihre einstige Heimat entsandt. Der Befehl: Nie Yin-Niang soll Tian Jian töten, den Gouverneur der größten militärischen Provinz im Norden Chinas. Er ist für sie kein Unbekannter. Denn als Kind war sie ihm, ihrem Cousin, einst zur Ehefrau versprochen worden. Die Konfrontation mit der Vergangenheit setzt Nie Yin-Niang zunächst widerstreitenden Gefühlen aus. Da ist einerseits die melancholische Erinnerung an eine Liebe, andererseits die Pflicht gegenüber den Auftraggebern. Sie nicht zu erfüllen, bedeutet einen ungeheuren Ehrverlust. Dazu sieht sich die Attentäterin mitten im Sturm politischer Probleme. Denn tötet sie den Gouverneur, werden dessen minderjähriger Sohn und damit dessen Mutter, Tian Jians machtbesessene und intrigante Gemahlin, die Provinz beherrschen. Nie Yin-Niang muss schwerwiegende Entscheidungen treffen – für sich und für ihre Heimat.

Das Debüt im Thalia - Dresdner Erstanspiel

Das Original ist besser!High-Rise (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00 22:00
23:55

Regie: Ben Wheatley, (Großbritannien), 2015

Darsteller: Tom Hiddleston, Jeremy Irons, Sienna Miller u.a.

High-Rise (OmU)

In einem Londoner Hochhaus mit vierzig Etagen wurde die gesamte gesellschaftliche Vielfalt einquartiert. Wir schreiben das Jahr 1970 und befinden uns in einem dystopischen Gedankenspiel des Science-Fiction-Autors J.G. Ballard. Die vertikalen Slums ragen über dem normalen Elend der Stadt in den Himmel. Unten logieren die Junkies, sowohl die Produzenten als auch Konsumenten von Müll, darüber scheinbar normale Familien, in der Mitte jene, die glauben, es geschafft zu haben und ganz oben thront der Architekt (Jeremy Irons) und Eigentümer des sozialen Imperiums in einer luxuriösen Traumwelt. Robert Laing (Tom Hiddleston) zieht im oberen Mittelfeld ein. Der Pathologe arbeitet im örtlichen Krankenhaus, während viele seiner Nachbarn das Haus gar nicht verlassen müssen. Es gibt Schulen, Supermärkte, Fitnesscenter oder ein Schwimmbad. Und dann gibt es noch Alkohol, Drogen und Sex auf den unterschiedlichsten Niveaus, je nachdem welche Höhe der Fahrstuhl erreicht. In losen Episoden gewährt der Film Einblicke in den fortschreitenden Verfall moralischer Konventionen. Die schwebende Kamera begleitet den Protagonisten auf einer skurrilen Entdeckungsreise über die flauschigen Flure, besucht mondäne Parties und führt dabei eine illustre Belegschaft vor, die sich wiederfinden ließe irgendwo zwischen Terry Gilliams »Brazil« und »House Of Cards«. Und hey, auch dieses Gebäude leidet unter ständigen Stromausfällen oder verstopften Müllschluckern, was oben den Orgien schadet und unten den Sozialneid anheizt. Es brodelt. Alles läuft auf einen kollektiven Nervenzusammenbruch hin, denn der ursprüngliche Plan des Architekten, verschiedenste soziale Schichten zusammenzusperren, scheitert grandios. Von wegen Kinderkrankheiten. Die menschliche Gesellschaft steht kurz vorm Infarkt.

alpa kino

Das Original ist besser!The Neon Demon (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00
23:55

Regie: Nicolas Winding Refn, (USA/Frankreich/Dänemark), 2016

Darsteller: Elle Fanning, Keanu Reeves, Jena Malone u.a.

The Neon Demon (OmdU)

Nicolas Winding Refn (»Drive«) kehrt mit einem verstörenden Film nach Los Angeles zurück. Model-Horrorfilm nennen es manche ironisch, eine Auseinandersetzung mit der Glitzerwelt der Mode andere. Der Film ist aber keine moralinsaure oder sozialromantische Anklage. Winding Refn ist Kinomagier genug, um die Erwartungshaltungen zu unterlaufen und seine eigenen Ansprüche umzusetzen.

So sorgte der Film in Cannes auch für teils laute Ablehnung, viele Kritiker aber waren begeistert und voll des Lobes für das solcherart ungewöhnliche Kino. Auf die teils harschen Reaktionen in der anschließenden Pressekonferenz angesprochen meinte Refn cool, ""es wäre eine Niederlage, wenn der Film keine Reaktion provoziert hätte.""

Thomas Schultze von Blickpunkt:Film schreibt : ""Wie das dann allerdings passiert, ist so over the top und pures Kino, wie es sich nur ein Narzisst wie Refn zusammen spinnen kann.""

»The Neon Demon« erzählt von dem aufstrebenden Model Jesse, das nach L.A. kommt. Dies ist die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, Glamourwelt, Schauplatz zahlloser Träume und Abgründe. Jesse, eine 16-jährige Schönheit vom Land, erobert mit ihrem Aussehen die Stadt im Sturm, ahnt aber nicht, dass ihre Jugend und Lebendigkeit schon bald den Neid anderer auf sich ziehen werden. Die wollen im wahrsten Sinne des Wortes so schön sein wie Jesse. Und scheuen dabei keinerlei Mittel, um das zu bekommen, was sie nicht haben…

ak