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Kinoprogramm Donnerstag, 16.05.2019 - Mittwoch, 22.05.2019

CaRabA # Leben ohne Schule

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:15

Regie: Katharina Mihm, (Deutschland), 2019

Darsteller: Yunus Gürkan, Carl Hiller, Emma Brüggler u.a.

CaRabA # Leben ohne Schule

In fünf Episoden wird der Zuschauer mitgenommen in einen Alltag, wo die Zeit, die vorher für die Schule reserviert war, nun anders gestaltet werden kann und muss – konsequent erzählt aus der Perspektive der jungen Protagonist*innen, die zwischen 8 und 24 Jahre alt sind.

Dabei wird erfahrbar, wie aus den vielfältigen Möglichkeiten des ungehinderten Lebens - wenn die Kräfte des Schicksals und der eigenen Neugierde zum bestimmenden Moment werden - Leidenschaften und Begeisterung entstehen. Diese bringen schließlich und fast unweigerlich auch Kompetenzen mit sich.

Das Original ist besser!Van Gogh - At Eternity's Gate (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Regie: Julian Schnabel, (Großbritannien/Frankreich/USA/Schweiz), 2018

Darsteller: Willem Dafoe, Oscar Isaac, Rupert Friend u.a.

Van Gogh - At Eternity's Gate (OmdU)

Willem Dafoe war 1988 Jesus Christus, 30 Jahre später ist er van Gogh. Regisseur Julian Schnabel hat auf die Jesus-Rolle Dafoes in Martin Scorseses Film »Die letzte Versuchung Christi« mehrfach hingewiesen - offensichtlich kommt es ihm darauf an, Parallelen zu ziehen. Scorseses Film und Dafoes Spiel polarisierten seinerzeit enorm. 1990 wiederum spielte Scorsese in Akira Kurosawas Film »Dreams« einen van Gogh, der sich ein Ohr abgeschnitten hat, weil es ihm nicht gelungen ist, es auf eine für ihn gültige Weise zu malen. Ein triftiger Grund für einen Maler. Van-Gogh-Filme gibt es einige, aber Julian Schnabel, selbst Maler, erzählt konsequent aus der Perspektive des Künstlers - und konzentriert sich ganz und gar darauf, wie Vincent van Gogh die Welt wahrgenommen haben könnte.

So beeindruckt seine Version der letzten Phase im Leben des Künstlers mit krassen farbgesättigten Landschaftsaufnahmen und hart gegeneinander geschnittenen kontrastierenden Lichtstimmungen, die die inneren Kämpfe des rastlosen Malers spiegeln und gleichzeitig nahe an den Motiven seiner Bilder bleiben, ohne je ins Illustrative abzugleiten. Die dramatischste Landschaft ist das Gesicht des Künstlers. Die Kamera kommt Willem Dafoe extrem nah, seine Falten gleichen trockenen aufgerissenen Ackerfurchen - Seelenlandschaft pur und großes Kino.

Wenn Julian Schnabel dreht, ist der Cast erlesen: Rupert Friend glänzt als van Goghs Bruder Theo, Mads Mikkelsen gibt den knallharten Dorfpriester, der sehr genau die Gefahr wittert, die von den wilden Bildern ausgeht und Mathieu Amalric spielt den zugewandten kunstaffinen Dr. Gachet. Der Titel lädt den Film sehr pathetisch auf - geht aber ganz einfach auf ein Gemälde van Goghs zurück.

Grit Dora

Das Original ist besser!Border (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:15

Regie: Ali Abbasi, (Schweden/Dänemark), 2018

Darsteller: Eva Melander, Eero Milonoff, Viktor Åkerblom u.a.

Border (OmdU)

Von weit jenseits der Gruselgrenzen grüßt dieser zwiespältige Film, der in Cannes ausgezeichnet wurde und der sich nun aufmacht, hiesiges Publikum zwischen Entzücken und Bestürzung hin und her zu schwenken. Tina (Eva Melander) ist unschlagbar gut in ihrem Job; als Zollbeamtin hat sie ein feines Näschen für Schmuggler. Ihre Erfolgsquote liegt bei 100%, denn sie riecht die Angst, die an der Lüge klebt, buchstäblich. Womöglich hängt diese Gabe direkt zusammen mit einem angeborenen Gendefekt, der ebenfalls für Tinas verwachsenes Gesicht verantwortlich ist. Doch Tina kann gut unterscheiden zwischen Menschen, die einfach nur Angst vor ihrem ungewöhnlichen Äußeren haben und solchen, die mit einem arroganten Spruch kinderpornografische Dateien an ihr vorbei schmuggeln wollen. Als eines Tages Vore (Eero Milonoff) vor ihr steht, spielen ihre Nase und ihr Herz jedoch vollkommen verrückt. Vore leidet offensichtlich am gleichen, klobigen Gesichtsdefekt und die Beamtin fühlt sich sofort zu ihm hingezogen. Sie erinnert sich an ihre Kindheit, als sie glaubte, etwas Besonderes zu sein. In Vores Gegenwart kehrt dieser Glaube nun zurück. Und noch mehr Gemeinsames offenbart ihr Vore, das zurück reicht in die Vergangenheit… Ein Jammer, dass Tinas Nase ausgerechnet bei ihm versagt. Der schwedische Regisseur Ali Abbasi zieht alle Register und vermischt Fantasy, Lovestory und knallharten Thriller zu einem olfaktorischen Reigen aus Schuld, Sühne und Vergeltung. Und reibt uns leise und nebenbei eine gepfefferte Portion Gesellschaftskritik unter die Nase.

Alpa Kino