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THALIA - Cinema . Coffee and Cycling

Kinoprogramm Donnerstag, 24.09.2020 - Mittwoch, 30.09.2020

Das Original ist besser!The Climb

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30

Regie: Michael Angelo Covino, (USA), 2019

Darsteller: Michael Angelo Covino, Kyle Marvin, Gayle Rankin u.a.

The Climb

Wenn ich „Buddy-Komödie aus den USA“ höre, denke ich an die Hangover-Jungs oder auch Will Ferrell, Kevin Hart oder Vince Vaughn. Gesichter, die mir bei solch (liebe Leser, entschuldigt etwaige Verletzungen) Flachpfeifen-Komödien einfallen. Selbstverständlich habe ich die auch alle gesehen, trotz aller Kritik. Aber in der Erinnerung vermischt sich eben alles zu einem flachen Buddy-Brei. Und nun kommt „The Climb“ daher und hebt die so genannte Kumpel-Komödie auf ein ganz neues Niveau. Kyle und Mike sind beste Freunde mit einer sehr engen Bindung - bis Mike mit Kyles Verlobter schläft. Allein dieses Geständnis von Mike gleich zu Beginn des Films ist einmalig! In verschiedene Episoden unterteilt, schrieben sich hier zwei „real-life“ beste Freunde - Michael Angelo Covino und Kyle Marvin - eine recht stürmische, aber doch loyale Freundschaft auf den Leib. Beide waren nicht nur für das Drehbuch verantwortlich und spielten die Hauptrollen, Covino übernahm noch dazu die Regie. Zur Premiere in Cannes wurde sein Debüt gefeiert und die Kritiker waren voller Lob für seine kreative visuelle Umsetzung. Nicht allein dieses Handwerk macht die Qualität des Films aus, auch die Geschichte selbst ist als wenig beschönigendes Abbild einer toxischen Männerfreundschaft erfrischend authentisch. Jahre des Lachens, des Herzschmerzes und der Wut haben die Beiden in ein unterhaltsames und oftmals auch lautstarkes Drehbuch gesteckt. Noch verzwickter wird die ohnehin schon komplizierte Männerfreundschaft, als mit Marissa eine neue Frau in Mikes Leben tritt, an der sich die Geister der Beiden scheiden. Sehenswert!

Viktoria Franke

Das Original ist besser!Auf der Couch in Tunis

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30

Regie: Manele Labidi Labbé, (Frankreich), 2020

Darsteller: Golshifteh Farahani, Hichem Yacoubi, Majd Mastoura u.a.

Auf der Couch in Tunis

Die meisten wollen da weg, sie will das Gegenteil: Wieder nach Hause, nach Tunesien. Die selbstbewusste Kette rauchende Psychologin Selma (grandios: Golshifteh Farahani) ist seit ihrem zehnten Lebensjahr in Frankreich aufgewachsen und hat im Sinn, sich in Tunis als Psychotherapeutin selbstständig zu machen. Eingeflattert wie ein lange abwesender und stark veränderter Zugvogel, hat sie Mühe, den Widerstand und die Skepsis ihrer von der Diktatur geprägten und der Revolution erschütterten Landsleute zu überwinden. Die lassen Selmas westliche Schnelligkeit gekonnt ins Leere laufen. Die Bürokratie braucht auch Zeit, Praxisgenehmigungen sowieso. Bis sie den offiziellen Schein hat, trifft Selma ihre ersten Klienten einfach auf dem Dach eines Wohnhauses. Bald wird sie von Buchungen überflutet. Der Redebedarf der Einheimischen ist noch größer als der anfängliche Widerstand. Mysteriöse, politisch-obskure, erotische, feministische und hoffnungslos übermoralische Textflächen prasseln wild auf Selma ein. Das schrille, pralle Leben eben.

Manele Labidi verneigt sich mit ihrer Geschichte der Identitätssuche einer jungen Frau lustvoll-augenzwinkernd vor der Heimat ihrer Eltern. Die Besetzung von Golshifteh Farahani, bekannt aus Jim Jarmusch »Paterson« ist ein Coup. So stellt Labidi mit »Auf der Couch in Tunis« ein gelungenes Spielfilmdebüt vor, eine knackfrische, fluffige Sommerkomödie.

Grit Dora

Futur Drei

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30 19:30

Regie: Faraz Shariats, (Deutschland), 2020

Darsteller: Benny Radjaipour, Banafshe Hourmazdi, Eidin Jalali u.a.

Futur Drei

Regisseur Faraz Shariat erweitert die deutsche Grammatik und bereichert das Kinojahr mit einem sehenswerten und mehrfach preisgekrönten Blick in die Zukunft. Doch zuerst blickt er auf die eigene Vergangenheit, denn seine Geschichte schöpft er direkt aus dem eigenen Erleben; zu Sozialstunden in einer Flüchtlingsunterkunft verdonnert wurde auch er nach einem Ladendiebstahl. Und wie sein Hauptheld Parvis (Benjamin Radjaipour) begegneten ihm hier die Probleme junger Heranwachsender, die ihren Ländern zwar den Rücken gekehrt, aber noch keine Ahnung haben, wie sie ihr persönliches Futur konjugieren sollen. Der hier geborene Deutsch-Iraner gilt unter den Flüchtlingen als Sonderling, eine Rolle, die er ebenfalls aus seinem tagtäglichen Umgang mit 'echten Deutschen' kennt. Anpassung und Integration sind aber nicht dasselbe und heftige Raves oder deftige Dates helfen erstmal nur bedingt, vollwertiges Mitglied einer deutschen Gesellschaft zu werden. Das Spannungsfeld bekommt durch Parvis' Abgrenzungsversuche zu seinen Eltern und durch seine sexuelle Orientierung noch einen größeren Rahmen. Als Parvis die iranischen Geschwister Banafshe (Banafshe Hourmazdi) und Amon (Eidin Jalali) kennen lernt, entspringt dieser Begegnung so etwas wie eine zärtliche Dreisamkeit. Banafshe fühlt sich zu Parvis hingezogen, ihr Bruder Amon teilt dieses Gefühl durchaus… Und das Dreigestirn (alle drei wurden bei den First Steps Awards jeweils mit einem Götz-George-Darstellerpreis ausgezeichnet) sinniert noch einmal ganz neu über Zukunft, Flucht oder Liebe. Und Regisseur Faraz Shariat beleuchtet en passant die fließenden Grenzen bei Sexismus, Rassismus und Diskriminierung.

Alpa Kino

Bundesstart -Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Tenet

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30 21:30

Regie: Christopher Nolan, (USA), 2020

Darsteller: John David Washington, Robert Pattinson, Elizabeth Debicki u.a.

Tenet

»Tenet« gilt in diesen traurigen Kinozeiten als der große Retter - Christopher Nolans Film wird in dieser Krise sehnlichst erwartet. Nolan-typisch tauchen vor dem Starttermin des Films vor allem viele Fragezeichen, die Antworten gibt es dann erst im Kino. Oder nach dem 50. Mal anschauen, wie einst bei »Inception«. Daher wundert es nicht, dass man selbst nach dem Trailer von »Tenet« nicht klüger ist, scheint es doch Nolans geheimnisvollstes Projekt seit »Inception« zu sein - gespickt mit klugen SciFi-Wirrungen. Obwohl Regisseur als auch Trailer vage bleiben, wissen wir, dass John David Washington einen Geheimagenten spielt, der den Dritten Weltkrieg stoppen soll. Wir wissen, dass der Film mit Starpower besetzt ist, von alten Nolan-Kollegen wie Michael Caine (»The Dark Knight«) und Kenneth Branagh (»Dunkirk«) hin zu einem packenden neuen Cast um Robert Pattinson, Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Debicki und Himesh Patel. Alles andere wird womöglich erst nach mehrmaligem Schauen klar, das lässt der kurze offizielle Inhalt vermuten: „Bewaffnet mit nur einem Wort - Tenet - und um das Überleben der ganzen Welt kämpfend, reist der Protagonist durch eine Zwischenwelt der globalen Spionage auf einer Mission, die sich jenseits der Echtzeit entfalten wird. Keine Zeitreise. Umkehrung, Inversion."" Inversion? Statt Zeitreise? Hö? Egal, das macht einfach Lust. Denn obwohl ich das Kreiseln am Ende von »Inception« noch immer nicht ganz verstanden habe, macht es den Film nicht weniger bahnbrechend. Um so größer die wohl berechtigte Vorfreude auf Tenet. Nicht nur seitens der Kinos, sondern vor allem von Kinofans!

Viktoria Franke