Geschichte

  • 1889 als "Apollotheater" eröffnet
  • seit 1905 "Edentheater"
  • seit 1911 "Tymians-Thalia-Theater"
  • nach 1925 kurzzeitig "Ehtor-Bühne"
  • 1945 Saalgebäude komplett zerstört

Im jetzigen Gebäude befanden sich die Theaterkasse, das Restaurant und die Küche.

Das gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Vorstadtbühne eröffnete Theater gelangte unter Leitung des Volkssängers und Humoristen Emil Winter-Tymian zur führenden Rolle als Volkstheater im gesamten sächsischen Raum. In dem TTT genannten und als ein Schmuckkästchen Dresdens bezeichnetem Theater wurden Volksstücke, Singespiele aber auch Varieténummern gezeigt. Bemerkenswert war in den meisten Fällen die Aktualität und Lokalkolorit. Lachen war das erklärte Ziel des TTT. Die Programme erfreuten sich nicht nur wegen der niedrigen Eintrittspreise und der volkstümlichen Umgebung größter Beliebtheit. Viele Höhepunkte wurden oftmals zum Stadtgespräch.

Der Theatersaal befand sich im Hof und war über 1-geschossigen, als Foyer genutzten Zwischenbau vom Vordergebäude aus erreichbar. Der einfache, etwa 15x30m große Ziegelbau bestand aus Parkett, Galerie und Logen (siehe Bild) und fasste bis zu 700 Personen. Die Beleuchtung erfolgte durch ein Oberlicht. Vom 1. OG des Vordergebäudes bestand ein direkter Zugang zur Galerie. Der Saal wurde 1945 zerstört, Reste einer Längswand sind jedoch erhalten und sichtbar. Der Transport der Kulissen erfolgte über die Louisenstrasse 53, im 1.OG der Nr. 55 befindet sich an der Fassade noch ein Portrait von Emil Winter-Tymian.

Winter-Tymian hielt zeitlebens an den niedrigen Eintrittspreisen fest, lud häufig Kinder aus Waisenhäusern ein, gab Sondervorstellungen für behinderte Kinder und spendete von jeder verkauften Eintrittskarte fünf Pfennig für die Krüppelhilfe. Für die Neustadt war das TTT von großer Bedeutung und ältere Leute erinnern sich heute noch mit Begeisterung daran.

[ Fotos und Auszug aus Dissertation "Äussere Neustadt" von Gabriele Bernhardt. ]