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Kinoprogramm Donnerstag, 25.08.2016 - Mittwoch, 31.08.2016

Seefeuer

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00
22:00

Regie: Gianfranco Rosi, (Italien/Frankreich), 2016

Darsteller: Samuele Caruana, Pietro Bartolo, Giuseppe Fragapane u.a.

Seefeuer

Eine der größten humanitären Katastrophen findet seit Jahren vor den Toren Europas statt. Tausende Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer. Gianfranco Rosi wendet sich diesem Drama mit einer filmisch präzisen Zustandsbeschreibung zu. Der Zuschauer wird zum Zeugen dieser Katastrophe. Bei der diesjährigen Berlinale gab es zu Recht den Goldenen Bären als Bester Film.

In den Mittelpunkt seines Filmes stellt Rosi den zwölfjährigen Samuele. Nach der Schule trifft er seine Freunde oder streift mit einer selbstgebauten Steinschleuder durch die Gegend. Er will Fischer werden, so wie sein Vater. Samuele lebt auf der Mittelmeerinsel Lampedusa, auf der das Leben schon immer von dem geprägt war, was das Meer bringt. Seit Jahren sind das nun vor allem Menschen - Tausende Flüchtlinge, die in der verzweifelten Hoffnung auf ein besseres Leben eine lebensgefährliche Reise wagen.

Ein Jahr lang beobachtete Regisseur Gianfranco Rosi Leben und Alltag auf Lampedusa, der „Insel der Hoffnung“.

Der italienische Originaltitel »Fuocoammare« kann sowohl als „brennendes Meer“ als auch „Leuchtturm“ übersetzt werden. Der deutsche Kinotitel ist dieser Doppelbedeutung geschuldet: »Seefeuer« bezeichnet zum einen das Lichtsignal auf Leuchttürmen, zum anderen eine historische Brandwaffe, die vor allem gegen Schiffe zum Einsatz kam und nicht mit Wasser gelöscht werden konnte.

ak

Das Original ist besser!L'Avenir - Alles was kommt (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00 20:00 20:00 20:00 20:00

Regie: Mia Hansen-Løve, (Frankreich/Deutschland), 2016

Darsteller: Isabelle Huppert, Roman Kolinka, Edith Scob u.a.

L'Avenir - Alles was kommt (OmdU)

Als sie bemerkt, dass er einige ihrer klugen Bücher mitgenommen hat, trifft es Nathalie fast härter als die Trennung vom Ehemann selbst. Sie führe ein erfülltes intellektuelles Leben, das sie glücklich mache, sagt die Philosophielehrerin eines Pariser Gymnasiums. Bald darauf scheint es, als habe sie auch die perfekte Erklärung parat, wie man als Frau in der „Lebensmitte plus“ Trennungen zu meistern hat. Und echte Verluste.

Ohne greifbare Erschütterung wächst Nathalie nach dem Geständnis ihres Mannes, jemanden kennen gelernt zu haben und bald ausziehen zu wollen, dem entgegen, was sich hinter einem schlichten Titel verbirgt: L’avenir - Die Zukunft. Die Theoretikerin im Beruf glänzt mit Note 1 in der Privat-Praxis. Selbst das mit Nathalies übergriffiger Mutter, den großen Kindern und ihrem entflammten ehemaligen Schüler Fabien wird sich klären. Wenn alle, inklusive dem Ex, ihrer eigenen Wege gehen, kann Nathalie es schon längst!

Regisseurin Mia Hansen Løve trifft Hauptdarstellerin Isabelle Huppert - zwei Generationen und eine Begegnung zur rechten Zeit. Mit sicherer Hand, klugen Pointen, Charme und Humor inszeniert die Jüngere für die Leinwand das, was die Ältere gerade im Realen erfährt: Selbstbestimmtes Ausreifen. Für dieses dankbare Thema haben sie sich gesucht und gefunden.

Andreas Körner

Das Original ist besser!Maggies Plan (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00 18:00
22:00 22:00 22:00

Regie: Rebecca Miller, (USA), 2015

Darsteller: Greta Gerwig, Julianne Moore, Ethan Hawke u.a.

Maggies Plan (OmdU)

Maggie (Greta Gerwig) hat einen Plan. Als New Yorker Dozentin will sie ein Kind großziehen und zwar als moderne Frau und allein stehende Mutter. Dazu fehlt ihr jedoch der Mann. Sie und Männer - das ist keine gute Kombination. Ihr Plan beinhaltet, ihren ehemaligen Kommilitonen Guy (Travis Fimmel) dazu zu bringen, sein Sperma zu spenden. Etwa zur gleichen Zeit lernt Maggie den charmanten, jedoch verheirateten, Anthropologie-Professor und angehenden Autor John (Ethan Hawke) kennen. Der Affäre steht nicht viel im Weg, denn die Ehe mit der eiskalten Georgette (Julianne Moore) ist eher eine schreckliche Nebenerscheinung in Johns Leben. Kurzerhand lässt er sich scheiden und gründet mit Maggie eine Familie. Einige Jahre später merkt Maggie jedoch, dass ihre Gefühle für John allmählich ebenfalls erkalten. Das einzige, was sie noch zusammenhält, ist die gemeinsame Tochter. Durch Zufall läuft die der Ex-Frau Georgette über den Weg und erkennt, dass die Ehe zwischen den beiden vielleicht doch gar nicht so schlecht war. Maggie schmiedet also erneut einen Plan: John wieder loswerden und ihn zurück zu seiner Ex-Frau bringen.

»Maggies Plan« basiert auf dem noch unveröffentlichten Roman von Karen Rinaldi. Der Film feierte auf dem Toronto International Film Festival im September 2015 seine Premiere. Regie führte Rebecca Miller, die auch das Drehbuch selbst verfasste, wie bei ihren vorigen Arbeiten (»The Ballad of Jack and Rose«, »Pippa Lee«).

Anne

Das Original ist besser!High-Rise (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00

Regie: Ben Wheatley, (Großbritannien), 2015

Darsteller: Tom Hiddleston, Jeremy Irons, Sienna Miller u.a.

High-Rise (OmdU)

In einem Londoner Hochhaus mit vierzig Etagen wurde die gesamte gesellschaftliche Vielfalt einquartiert. Wir schreiben das Jahr 1970 und befinden uns in einem dystopischen Gedankenspiel des Science-Fiction-Autors J.G. Ballard. Die vertikalen Slums ragen über dem normalen Elend der Stadt in den Himmel. Unten logieren die Junkies, sowohl die Produzenten als auch Konsumenten von Müll, darüber scheinbar normale Familien, in der Mitte jene, die glauben, es geschafft zu haben und ganz oben thront der Architekt (Jeremy Irons) und Eigentümer des sozialen Imperiums in einer luxuriösen Traumwelt. Robert Laing (Tom Hiddleston) zieht im oberen Mittelfeld ein. Der Pathologe arbeitet im örtlichen Krankenhaus, während viele seiner Nachbarn das Haus gar nicht verlassen müssen. Es gibt Schulen, Supermärkte, Fitnesscenter oder ein Schwimmbad. Und dann gibt es noch Alkohol, Drogen und Sex auf den unterschiedlichsten Niveaus, je nachdem welche Höhe der Fahrstuhl erreicht. In losen Episoden gewährt der Film Einblicke in den fortschreitenden Verfall moralischer Konventionen. Die schwebende Kamera begleitet den Protagonisten auf einer skurrilen Entdeckungsreise über die flauschigen Flure, besucht mondäne Parties und führt dabei eine illustre Belegschaft vor, die sich wiederfinden ließe irgendwo zwischen Terry Gilliams »Brazil« und »House Of Cards«. Und hey, auch dieses Gebäude leidet unter ständigen Stromausfällen oder verstopften Müllschluckern, was oben den Orgien schadet und unten den Sozialneid anheizt. Es brodelt. Alles läuft auf einen kollektiven Nervenzusammenbruch hin, denn der ursprüngliche Plan des Architekten, verschiedenste soziale Schichten zusammenzusperren, scheitert grandios. Von wegen Kinderkrankheiten. Die menschliche Gesellschaft steht kurz vorm Infarkt.

alpa kino

Das Original ist besser!Genius (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00
22:00

Regie: Michael Grandage, (Großbritannien/USA), 2015

Darsteller: Colin Firth, Jude Law, Nicole Kidman u.a.

Genius (OmdU)

Zwei Männer, ein Autor und sein Lektor, versichern sich einer universellen Wahrheit: Die Welt braucht Poeten. Zwar schlagen Poeten keinen Nagel ein, legen keine Eisenbahngleise oder erfinden Nylonstrümpfe, doch sie liefern den Urstoff zu all dem. Sie liefern die Hefe, die den Teig antreibt. Sie schaffen den Menschen Träume. Max Perkins (druckreif, Colin Firth, der nur einmal im Film seinen Hut abnehmen wird) hatte seinen Rotstift bereits durch Hemingways oder Fitzgeralds Manuskripte rauschen lassen, als er die tausend Seiten des noch unbekannten Thomas Wolfe (ungestüm, Jude Law, ein endlos Adjektive sprudelnder Quell) auf seinen Tisch bekommt. Wolfe, dessen großes Talent nur noch übertroffen wird durch seine eigene literarische Liederlichkeit, ringt um jedes rot umrandete Wort, jeden Absatz, jedes Blatt. Um jede Kiste. Andererseits gefällt ihm auch die Idee seines Lektors, dass es um so weniger Worte braucht, je größer eine Idee ist. Die Leser soll der Blitz treffen. Nicht beim Blättern der Donner langweilen. Gemeinsam zerreißen sie in wochenlanger Arbeit über dreihundert Seiten und lernen dabei die Vorzüge ihres jeweiligen Gegenübers zu schätzen. Der eine hatte nie einen Sohn, der andere lief dem Elternhaus frühzeitig davon, sie scheinen wie gemacht füreinander. Und einen solchen Autor wie Wolfe bekommt man auch nur einmal im Leben. Folgerichtig gerät »Schau heimwärts, Engel« zu einem Erfolg und dem Autor wird Genialität nachgesagt. Dennoch dauert es lang, ehe Wolfe dasselbe Maß anlegen wird an seinen Lektor. Dessen Genius beleuchtet der folgende Teil des Filmes. Es mit Wolfes zweitem Manuskript aufzunehmen, braucht es nämlich Mut, Kraft und das titelgebende Genie. Fünftausend Blatt Papier fordern von allen Beteiligten ein großes Maß an Entbehrungen. Und noch gelingt es Wolfe nicht, den Stift ruhen zu lassen. Losgelöst scheint er, entlädt Worte, wie eine Naturgewalt… bis der Blitz einschlägt. Thomas Wolfe wurde nur 38 Jahre alt.

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