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Kinoprogramm Donnerstag, 23.01.2020 - Mittwoch, 29.01.2020

Das Original ist besser!Miles Davis: Birth of the Cool

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00 17:00

Regie: Stanley Nelson, (USA), 2019

Miles Davis: Birth of the Cool

Trompeter, Bandleader, Innovator. Elegant, intellektuell, genial und immer wieder auch kontrovers. Ein Mann, der für einen Sound steht, so wundervoll, dass er einem das Herz brechen kann.

»Miles Davis - Birth of the Cool« erzählt von Leben und Karriere eines musikalischen Ausnahmetalents und einer kulturellen Ikone. Ein wahrer Visionär, der in kein Schema passt und dabei eines absolut verkörperte: Coolness.

Zentrales Motto von Miles Davis’ Leben war die stete Entschlossenheit, Grenzen zu sprengen und nach eigenen Regeln zu leben. Dies machte ihn zum Star und gleichzeitig schwierig im privaten Umgang, besonders für die Menschen, die ihm am nächsten standen. Immer wieder brach Davis mit Konventionen, in der Musik und im Leben - und sobald er der Meinung war, selbst Mainstream zu werden, begann er neue Wege zu gehen. Seine kühne Ablehnung von Traditionen, seine klare Vision und sein unersättlicher Hunger nach neuen Erfahrungen machten ihn zum inspirierenden Partner seiner musikalischen Weggefährten und zur kulturellen Ikone von Generationen von Musikliebhabern. Von Bebop bis Cool Jazz, moderne Quintette, orchestrale Musik, Jazz Fusion, Rock’n’Roll und nicht zuletzt Hip Hop - Miles Davis machte Musik jenseits aller Limits.

Das Original ist besser!Aretha Franklin: Amazing Grace

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:30

Regie: Sydney Pollack, Alan Elliott, (USA), 2018

Darsteller: Aretha Franklin u.a.

Aretha Franklin: Amazing Grace

Dass es vom meistverkauften Gospelalbum der Welt, Amazing Grace - Aretha Franklin (Atlantic Records 1972), eine vollkommene Filmaufnahme gibt, wusste nicht nur der damals mit den Aufnahmen beauftragte Sidney Pollack sein Leben lang. Und doch kam erst 2007, ein Jahr vor Pollacks Tod, Bewegung in die Sache mit den Filmrollen aus der New Temple Missionary Baptist Church in Los Angeles. Das technische Problem mit der nicht synchronisierbaren Tonspur konnte der Filmemacher Alan Elliott schließlich beheben, doch nun sperrte sich die Queen des Soul selbst gegen die Veröffentlichung. Pietätvoll hielt Alan Elliott inne, als die Diva 2018 verstarb, doch dann stürmte er auf die Erben los und siehe da, die Zeitkapsel öffnet sich nun endlich für alle, die damals nicht dabei sein konnten. Begleitet wurde Aretha Franklin bei der erklärten Rückbesinnung auf ihre Wurzeln vom großartigen Reverend James Cleveland und dem Southern California Community Choir. Demütig steht sie hinter einem Mikrofon und gibt sich Song für Song dem quasi religiösen Real Book hin. Die 87 Minuten währende Andacht erlebt der Zuschauer, indem er umherfliegt wie ein verirrter Engel. Alan Elliott verzichtete auf jegliches Polieren der Bilder, Schneiden auf den Rhythmus der Musik oder die sonst üblichen Ideen. Statt dessen hüpft das Auge des Betrachter hin und her, erwischt Chor und Sängerin, beobachtet wie heimlich Publikum und Begleitung auf ihrem Weg zu Gott. Denn das ist diese musikalische Andacht in erster Linie; ein Gottesdienst, so, wie man ihn aus anderen baptistischen Kirchen auch kennt, voller Hingabe und Erfüllung. Voll von dieser erstaunlichen Gnade, die jenem Moment innewohnt, wo Menschen aus religiöser Überzeugung miteinander singen und tanzen.

Alpa Kino

Das Original ist besser!Knives Out - Mord ist Familiensache

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:30
19:30
21:15 21:15

Regie: Rian Johnson, (USA), 2019

Darsteller: Daniel Craig, Chris Evans, Jamie Lee Curtis u.a.

Knives Out - Mord ist Familiensache

Mit Christopher Plummer, Daniel Craig, Jamie Lee Curtis und Toni Colette hochkarätig besetzt, kommt mit »Knives Out - Mord ist Familiensache« ein wunderbar britischer und sehr eleganter Thriller in die Kinos. Bis zur letzten Minute ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel.

Auf seinem protzigen Anwesen feiert der renommierte Krimiautor Harlan Thrombey (Christopher Plummer, »Alles Geld der Welt«) seinen 85. Geburtstag. Am nächsten Morgen wird er tot aufgefunden. Klarer Selbstmord, stellen die beiden Polizisten klar. Benoit Blanc (Daniel Craig, »James Bond«), ein privater Ermittler, sieht das anders. Weder die Familie noch das Personal will irgendetwas beobachtet haben. So wenig kooperativ sich jeder einzelne gibt, so pingelig notiert Blanc jedes noch so kleine Detail. Besonders harmonisch scheint die Party am Vortag nicht abgelaufen zu sein. Jeder hat sein Geheimnis. Abgründe tun sich auf. Der Kreis der Verdächtigen wächst sprunghaft.

Die raffinierte Story zelebriert überraschende Wendungen und jede Menge falscher Fährten. Und von Minute zu Minute scheint sie undurchsichtiger und vertrackter zu werden. Ein Meisterwerk von feinem Humor, messerscharfer Intelligenz und schneidendem Witz.

»Star Wars«- Regisseur Rian Johnson (»Star Wars - Episode VIII: Die letzten Jedi«) hat sich diese scharfsinnige, doppelbödige und überaus amüsante Story ausgedacht. Gleichzeitig wirft der Film einen unverhohlenen Blick auf das Familienleben und die sozialen Sitten im 21. Jahrhundert. Johnson verehrt mit »Knives Out« sein großes Idol: Agatha Christie. Jamie Lee Curtis meint „ Ich denke, das ist einer der Filme, die man sich am besten mit seiner dysfunktionalen Familie ansieht.“

BSC

Das Original ist besser!Die Wütenden - Les Misérables

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:15 19:15
21:00
22:00

Regie: Ladj Ly, (Frankreich), 2019

Darsteller: Damien Bonnard, Djibril Zonga, Alexis Manenti u.a.

Die Wütenden - Les Misérables

Bei dem Namen „Les Misérables“ denkt man sofort an den singenden Hugh Jackman oder den Roman von Victor Hugo. Doch nur das Grundmotiv des wütenden Mobs, der auf die Barrikaden geht, übernimmt der französische Spielfilm »Die Wütenden - Les Misérables« von Ladj Ly. Basierend auf Ereignissen vom Anfang des Jahrhunderts erzählt der gelernte Dokumentarfilmer eine Geschichte aus den Pariser Vorstädten. Der Film folgt dem Polizisten Stéphane (Damien Bonnard), der neu in der Einheit für Verbrechensbekämpfung in Montfermeil ist. Zusammen mit seinen erfahren Kollegen Chris (Alexis Manenti) und Gwada (Djebril Didier Zonga), die sich schon lange ihre eigenen Gesetze auf der Straße geschaffen haben, versuchen sie einen gestohlenen Löwen zu finden. Bei einer Verhaftung werden sie von einer Drohne gefilmt und ihr fragwürdiges Auftreten tritt etwas Unverhofftes los. Nun werden die Aufständischen, vor allem Jugendliche, von Gejagten zu Jägern.

Regisseur Ladj Ly, der zusammen mit zwei Kollegen das Drehbuch geschrieben hat, ist selbst in Montfermeil, einer Banlieue von Paris, aufgewachsen, und gibt hiermit sein Spielfilmdebüt. Mit voller Wucht, realistischen Bildern und die Unruhen von 2005/2006 als Ausgangslage nutzend, bei denen damals über 3000 Personen festgenommen wurden und 8000 Autos brannten, erzählt er eine Geschichte, welche das wahre Gesicht der Straße enthüllt. Auch über zehn Jahre nach den Ereignissen und 157 Jahre nach Victor Hugos Roman hat die gerechte Wut des Volkes nichts an Wirksamkeit verloren. Die Lehren und die Moral sind klar, aber selten sieht man sie so deutlich wie in dem Cannes-Gewinner »Die Wütenden - Les Misérables«. Es tut gut, nach all den Komödien endlich mal wieder einen starken sozialkritischen Film aus Frankreich zu sehen - klare Empfehlung.

Doreen

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Systemsprenger

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15

Regie: Nora Fingscheidt, (Deutschland), 2019

Darsteller: Helena Zengel, Albrecht Schuch, Gabriela Maria Schmeide u.a.

Systemsprenger

Drei Wochen 1:1-Betreuung im Wald - ein Anti-Aggressionstraining, eigentlich für auffällige Jugendliche gedacht. In diesem Fall ist es die beinahe letzte Idee vor der dauerhaften Unterbringung eines neunjährigen Mädchens in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie. Benni ist ein „Systemsprenger, so der Fachjargon des Jugendamtes: Voller unbändiger Energie, brutal, wütend, unkontrollierbar. Ein um sich tretender Hilfeschrei. Sie hat schon Klinikaufenthalte, Pflegefamilien, Wohngruppen hinter sich. Fliegt immer wieder raus. Will heim zu ihrer Familie, der Mutter, den kleineren Geschwistern. Ein Rückweg, der versperrt ist, die Mutter hat Angst vor Bennis sozialer Sprengkraft und traut sich eh nichts zu. Im Hintergrund hält sich ein gewalttätiger Freund auf, Bildfetzen aus Bennis Albträumen, kurze Rückblenden legen eine atmosphärisch dichte Spur in die Vergangenheit. Der Fokus aber liegt auf der Gegenwart. Micha, der Anti-Gewalttrainer engagiert sich und verliert dabei fast die Distanz, die Sozialarbeiterin Frau Bafané sucht immer wieder einen neuen Weg, Ärzte, Erzieher, alle sind guten Willens, wollen nicht das Handtuch werfen. Trotzdem findet sich kein dauerhafter Platz für Benni, kein Ausgang, kein Zuhause. Regisseurin Nora Fingscheidt ist mit ihrem Spielfilmdebüt ein großer Wurf gelungen. Sie findet starke virtuose Bilder für Bennis inneres Drama. Am ehesten lässt sich die beklemmende Wucht von »Systemsprenger« mit Sean Bakers herausragendem »The Florida Project« (2018) vergleichen. Eine Fürsprache für die nicht Konformen - mit der nötigen ästhetischen Zugkraft für die große Leinwand. Zurecht auf der Berlinale ausgezeichnet. Helena Zengel spielt kraftvoll und authentisch Benni und hat die wunderbare Gabriela Maria Schmeide als Sozialarbeiterin an ihrer Seite.

Grit Dora

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