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Kinoprogramm Donnerstag, 17.05.2018 - Mittwoch, 23.05.2018

Das Original ist besser!Florida Project (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45

Regie: Sean Baker, (USA), 2017

Darsteller: Willem Dafoe, Brooklynn Prince, Valeria Cotto u.a.

Florida Project (OmdU)

Orlando, Florida: Moonee ist erst 6 Jahre alt und hat bereits ein höllisches Temperament. Nur wenige Meilen entfernt vom Eingang zu Disneyworld wächst sie in „The Magic Castle Motel“ an einem viel befahrenen Highway auf. Jeden Tag versucht Halley, das Leben mit ihrer Tochter auf unkonventionelle Art und Weise zu meistern. Moonee und ihre gleichaltrigen Freunde erklären derweil unter den wachsamen Augen des Motelmanagers Bobby die Welt um sich herum zu einem großen Abenteuerspielplatz…

Bei der diesjährigen Quinzaine im Rahmen des Festival de Cannes wurde die neue Regiearbeit des US-amerikanischen Regisseurs Sean Baker als Sensation gefeiert. Ihm ist ein mitreißender Film über das Erwachsenwerden und eine ganz besondere Mutter-Tochter-Beziehung gelungen. Ein glücklicher Film über eine unschöne Welt.

Das Original ist besser!Lady Bird (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:45

Regie: Greta Gerwig, (USA), 2017

Darsteller: Saoirse Ronan, Laurie Metcalf, Tracy Letts u.a.

Lady Bird (OmU)

Christine McPherson (Saoirse Ronan) geht auf eine katholische Highschool im kalifornischen Sacramento und ist tierisch gelangweilt. Sie fühlt sich kulturell und intellektuell unterfordert und wünscht sich nicht sehnlicher als auf ein College an der Ostküste zu gehen. Leider sind ihre Noten alles andere als gut und auch die finanzielle Situation ihrer Familie passt eher nicht zu ihren Plänen. Lady Bird, ein Name, den sich die junge, anarchistisch veranlagte Frau selbst gegeben hat, geht dennoch ihren ganz eigenen Weg. Ein sehr prägendes Jahr steht vor ihr, in dem sie nicht nur ihre Beziehungen zu ihrem Vater Larry (Tracy Letts) und ihrer besten Freundin Julie (Beanie Feldstein) prägen, sondern in dem ganz im Zentrum auch die Mutter-Tochter Beziehung steht. Neben der ersten sexuellen Begegnung - Lady Bird hat sowohl ein Auge auf Danny (Lucas Hedges) als auch auf Kyle (Timothée Chalamet) geworfen - und anderen Situationen des Erwachsenwerdens, verbringt sie viel Zeit mit ihrer Mutter Marion (Laurie Metcalf). Beide müssen lernen, mit der Angst vor der bevorstehenden Trennung klarzukommen.

Schauspielerin Greta Gerwig hat mit »Lady Bird« einen herrlichen witzigen Film über das Erwachsenwerden, Mutter-Tochter Beziehungen und Angst vor Trennungen als ihr Solo-Regiedebüt hingelegt. Es ist die perfekte wehmütige, scheinbar autobiographische Coming-of-Age Komödie. (Viele Details aus Gerwigs Leben flossen in das Script, aber nichts davon, was im Film geschieht, passierte Gerwig selbst.) Zuvor hatte sie zusammen mit Joe Swanberg »Nights and Weekends« inszeniert.

»Lady Bird« ist quasi Gerwigs Liebesbrief an ihre Heimatstadt Sacramento, an ihre leidenschaftliche und herrschende Mutter und an ihr idiotisches Teenager-Selbst. Seine Weltpremiere feierte »Lady Bird« im September 2017 auf dem Toronto Filmfestival. Greta Gerwig sagte, dass sie am liebsten einen Film nur aus Nahaufnahmen von Saoirse Ronans Gesicht gemacht hätte, weil sie sie so hübsch fände.

Anne

Das Original ist besser!Isle of Dogs - Ataris Reise (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30

Regie: Wes Anderson, (USA), 2018

Darsteller: Bryan Cranston, Scarlett Johansson, Koyu Rankin u.a.

Isle of Dogs - Ataris Reise (OmdU)

Der neue Wes-Anderson-Film ist da! Nach vier Jahren Pause drohten Fans ernste Entzugserscheinungen. Und Stop-Motion-Freunde werden besonders dankbar dafür sein, dass Anderson nach »Der phantastische Mr. Fox« endlich wieder einen Animationsfilm gedreht hat - im übrigen der erste seiner Art, mit dem eine Berlinale eröffnet wurde.

Japan in 20 Jahren. Böse Zukunftsmusik. Die Hundegrippe ist ausgebrochen und der korrupte Katzenfreund und Bürgermeister Kobayashi nutzt diese Gelegenheit, um alle Hunde auf die Insel Trash Island, eine riesige Mülldeponie, zu verbannen. Was der Sicherheit der Bürger zu dienen scheint, ist vor allem ein Ablenkungsmanöver von anderen dubiosen Aktionen. Immerhin kommt er nicht sofort auf die Idee, alle zu töten, aber noch ist nicht aller Tage Abend. Sein Pflegesohn Atari, dessen Hund Spots von der Verbannung nicht ausgenommen wurde, macht sich auf den Weg, um Spots zu suchen. Auf der Insel trifft er auf ein beeindruckendes Rudel von Alphahunden, die ihn unterstützen - eine wilde Reise beginnt, die das Schicksal der ganzen Präfektur entscheidend verändern könnte. Flankiert wird der Trip von der amerikanischen Austauschschülerin Tracy Walker (Greta Gerwig), die auf den Spuren Ataris unterwegs ist und nebenbei eine Verschwörung aufdeckt. Die Hunde-Crew punktet mit den Stimmen von Bill Murray, Bryan Cranston, Edward Norton, Jeff Goldblum und Bob Balaban. Den Cast zieren weitere prominente Namen bis hin zum allerkleinsten Auftritt - schon klar, bei Anderson wollen immer alle mitmachen… auch Yoko Ono, Scarlett Johansson und Tilda Swinton, die sowieso immer überall dabei ist.

»Isle of Dogs - Ataris Reise« überzeugt wie alle vorhergehenden Filme des Regisseurs mit überbordender Detailfreude, schwarzgrundiertem, trockenen Humor und lässigem Soundtrack. Trotz oder vielleicht gerade wegen der optischen Niedlichkeit sind die aktiven Rollen durchweg mit männlichen Helden besetzt - bleibt also abzuwarten, wie sich Wes Anderson in seinen nächsten Filmen zu Geschlechterrollen verhält. In diesem Film sind es die herkömmlichen - und warum die Aufwieglerin eine Amerikanerin und keine Einheimische ist, darf sich Wes Anderson jetzt schon fragen lassen.

Grit Dora