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Kinoprogramm Donnerstag, 15.08.2019 - Mittwoch, 21.08.2019

Lord of the Toys

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00

Regie: Pablo Ben Yakov, (Deutschland), 2018

Lord of the Toys

Der Dokumentarfilm löste einen Skandal und Shitstorm beim letztjährigen Leipziger Dok-Filmfestivals aus. In erster Linie wohl, weil die Protagonisten rechtsextreme Sprüche klopfen. Die Empörung war groß, aber die Goldene Taube, der Hauptpreis des Dok-Festivals für Ben-Yakov und André Krummel, entschädigt die Filmemacher. Nicht der Überbringer der Nachricht sollte geschmäht werden sondern die Realität in unserem Land. Insofern erübrigt sich die Frage „Ob man das zeigen darf?“. Solches Kino muss gezeigt werden, erst recht hier in Dresden.

Max „Adlersson“ Herzberg aus Dresden, 20 Jahre alt, hat entschieden, sein Leben nicht mit Arbeit zu verbringen. Seitdem referiert er über Messer und alle möglichen andere Produkte, öffnet Gangsta-Rap-Fanboxen, erzählt von sich selbst, besäuft sich in aller Öffentlichkeit, pöbelt und grölt herum, erniedrigt Schwächere, reißt derbe Witze und testet jede Grenze aus, die er sieht - Max ist YouTuber und lebt davon.

Die meisten seiner Freunde haben eigene Kanäle auf YouTube und Instagram, einige sogar recht erfolgreich. Max und seine Clique sind zweifelhafte Vorbilder, aber sicherlich Prominente ihrer Generation mit mehr als 300.000 aktiven Fans.

Ist Max ein gewaltverherrlichender Influencer mit rechten Tendenzen oder ein gewöhnlicher Heranwachsender auf der Suche nach Halt und Identität, in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Privatleben und Öffentlichkeit zunehmend verschwinden? Womöglich ist er beides, wahrscheinlich, ohne sich dessen allzu bewusst zu sein.

Ben-Yakov und André Krummel begleiteten Max und seine Clique einen Sommer lang, und sie hinterlassen ein dystopisches Bild der ersten Generation junger Erwachsener, die ein Leben ohne Internet, YouTube und Instagram nicht kennen. Der Film portraitiert sie und untersucht die Welt, in der ihre Lebensmodelle gedeihen: den Westen im Allgemeinen und den deutschen Osten im Speziellen.

ak

Dok-Leipzig: Bester Film

Das Original ist besser!Leid und Herrlichkeit - Dolor y gloria (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:45

Regie: Pedro Almodóvar, (Spanien), 2019

Darsteller: Penélope Cruz, Antonio Banderas, Cecilia Roth u.a.

Leid und Herrlichkeit - Dolor y gloria (OmdU)

Um den Inhalt des Films in eine Zeile zu packen, reicht ein Zitat von Regisseur Pedro Almodóvar: „Basiert »Leid und Herrlichkeit« auf meinem Leben? Nein, und ja, auf jeden Fall.“ Der spanische Starregisseur entwirft ein faszinierendes Spiel zwischen Fiktion und autobiographischer Wahrheit, in dessen Mitte er sein fiktionales Abbild, Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas), setzt. Gegen Ende seiner Laufbahn blick Salvador zurück auf drei Epochen seines schillernden Lebens: Am Beginn steht seine Kindheit in den 60ern, als er mit seiner Familie auf der Suche nach Wohlstand nach Valencia emigriert. Seine liebevolle Mutter (Penélope Cruz) versucht alles, ihm ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Dennoch wird sie ihm später vorhalten, dass er angesichts ihrer Opfer kein guter Sohn gewesen sei. In den 80er Jahren zieht es Salvador nach Madrid, wo er mit dem Argentinier Federico seine erste große Liebe trifft. Der Schmerz der Trennung treibt ihn zum Schreiben. Die Kreativität wird seine Therapie und bald ist er einer der innovativsten und erfolgreichsten Filmschaffenden Spaniens. Im Hier und Jetzt reflektiert er mithilfe dieser Erinnerungen, alter Weggefährten und einer Dosis Heroin über die Jahre, in denen er als Regisseur große Erfolge feierte und schmerzliche Verluste verdauen musste. Die Verarbeitung der Vergangenheit hilft ihm schließlich, den Weg in ein neues Leben zu finden. Sowohl Banderas als auch Cruz waren stets Teil Almodóvars Filmgeschichte. Dass sie somit in seinem intimsten, aber womöglich auch bestem Film mitwirken, scheint passend. Banderas war nie besser!

Viktoria Franke

Acid

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00

Regie: Aleksandr Gorchilin, (Russland), 2018

Darsteller: Filipp Awdeew, Alexander Kusnetsow, Alexandra Rebenok u.a.

Acid

Sasha ist 20, produziert halbherzig seine eigene Musik, hat ansonsten aber keinen richtigen Plan für sein Leben. Gerade ist sein Kumpel Vanya vom Balkon gesprungen. „Wenn du springen willst, spring!“, hat Pete zuvor noch zu Vanya gesagt. Nach der Beerdigung gehen Pete, Sasha und seine Freundin Karina erst mal in den Club feiern. Dort lernen sie den Künstler Vasilisk kennen, der Sashas beschnitten Schwanz fotografieren will. Bei sich zuhause führt Vasilisk den dreien seine Kunst vor: Er löst alte Politiker-Büsten in Säure auf und präsentiert die deformierten Objekte als neue Skulpturen. Aus Langweile trinkt Pete einen Schluck der Säure und landet im Krankenhaus. Ein paar Tage später wird er mit einem dicken Pflaster über den Mund entlassen. Als er wieder zu sprechen beginnt, findet er endlich Worte für das Chaos um ihn…