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Kinoprogramm Donnerstag, 24.11.2022 - Mittwoch, 30.11.2022

Das Original ist besser!See How They Run (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15

Regie: Tom George, (USA), 2022

Darsteller: Sam Rockwell, Saoirse Ronan, Adrien Brody u.a.

See How They Run (OmdU)

Very British: Ein dreister Hollywood-Regisseur, gespielt von Adrien Brody, der plant, Agatha Christies vielgespieltes Theaterstück „Die Mausefalle“ auf die Leinwand zu bringen, wird grausam ermordet in der Kostümabteilung aufgefunden. Der weltmüde Inspektor Stoppard (großartig: Sam Rockwell) und sein übereifriger Assistent Constable Stalker (wunderbar klamottig und mit alberner Schirmmütze ausgerüstet: Saiorse Ronan) sehen sich als Ermittlungsbeamte einer Galerie schmollender, weil sehr verdächtiger „Mausefallen“-Darsteller gegenüber, einschließlich des jungen Dicke Attenborough, der in der Originalserie wirklich der Inspektor war und hier sehr unterhaltsam von Harris Dickinson gespielt wird. David Oyelowo ist Mervyn Cocker-Norris, der nervöse Autor, der mit der Adaption von „Die Mausefalle“ für das Kino beauftragt wurde, Reece Shearsmith ist der Produzent John Woolf - eine weitere Figur aus dem wirklichen Leben - und Ruth Wilson ist die Managerin Petula Spencer.

Das mit einer skurrilen Art platonischer Polizeichemie ausgerüstete Ermittlerpärchen findet sich in einem unübersichtlichen Krimi wieder. Gibt es am Ende einen Serienmörder? Regisseur Tom George hat eine sympathisch alberne und unerbittliche Parodie inszeniert. »See How They Run« verfügt über eine wunderbare Theater-Nerdigkeit, weil George die Künstlichkeit des Ganzen hochspielt. Die Komödie ist auf die richtige Weise oberflächlich, und Rockwells trübe Weltmüdigkeit steht in schönem Kontrast zu Ronans kulleräugigem Idealismus. George lehnt sich ein wenig bei Wes Anderson an. Vielleicht entsteht der Eindruck aber auch einfach durch die Anwesenheit von Ronan. Ein großes klamaukiges Klipp-Klapp-Vergnügen.

Grit Dora

Das Original ist besser!Crimes of the Future (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:00

Regie: David Cronenberg, (Kanada/Frankreich/Griechenland/Großbritannien), 2022

Darsteller: Viggo Mortensen, Léa Seydoux, Kristen Stewart u.a.

Crimes of the Future (OmdU)

Kurz vor seinem 80. Geburtstag präsentiert Altmeister „Die Fliege“ David Cronenberg mit »Crimes of the Future« seinen aktuellen Kommentar zur Entwicklung der Menschheit. In seiner Zukunftsvision ist den meisten Menschen das Schmerzempfinden nahezu abhanden gekommen. Kraft ihres Willens entwickeln sie mehr und mehr Organe mit bislang unbekannten Fähigkeiten. Performance-Star Saul (Viggo Mortensen) hat daraus ein Geschäftsmodell gemacht: Er lässt sich seine Mutationen in Séancen-ähnlichen Performances vor Live-Publikum herausoperieren. Die spektakulären Shows werden von seiner Partnerin Caprice (Léa Seydoux) geleitet. Zunehmend steht das Paar unter Beobachtung der staatlichen Organregistrierungsbehörde und auch weit hintergründigere Organisationen zeigen Interesse. Saul erhält ein schockierendes Angebot…

Teils in verstörenden rätselhaften Bildern, teils kammerspielartig in ausufernden Erzählungen inszeniert Cronenberg das Bild einer neuen fragwürdigen Innerlichkeit. Wieder versucht er, die Grenzen des menschlichen Körpers aufzulösen, neue Körperbilder zu entwickeln, Mensch und Maschine zu verschmelzen. Anpassung a la Cronenberg …

Kristen Stewart lädt seine Visionen mit besonderer energetischer Präsenz auf. »Crimes of the Future« steckt voller visueller Obsessionen, die den Vergleich mit den Klassikern des Meisters suchen.

Grit Dora

Das Original ist besser!Triangle of Sadness (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:00

Regie: Ruben Östlund, (Schweden/Großbritannien/USA/Frankreich/Griechenland), 2022

Darsteller: Harris Dickinson, Charlbi Dean Kriek, Woody Harrelson u.a.

Triangle of Sadness (OmdU)

Carl (Harris Dickinson) und Yaya ( die leider kürzlich verstorbene Charlbi Dean Kriek) sind ein Traumpaar. Er Model, sie Influencerin, beide gleichermaßen extrem erfolgreich, wenn auch schon etwas voneinander gelangweilt, werden zu einer Kreuzfahrt für Superreiche eingeladen. Prima Gelegenheit, Arbeit und Vergnügen zu verbinden. Eine kleine Räkelei auf dem Sonnendeck, das Champagnerglas in der Hand - mehr braucht es nicht für Social Media. Flankiert wird das Pärchen von angejahrten vergnügungssüchtigen Herrschaften, alle so übersättigt wie gelangweilt. Die Crew gibt alles, um die verwöhnten Launen und absurden Wünsche der zahlungskräftigen Passagiere zu befriedigen, im Hintergrund krakeelt leise der stets angesoffene Kapitän und Freizeitmarxist (Woody Harrelson). Eine spannungsreiche Atmosphäre fürs Personal. Beim kreuzfahrtüblichen Kapitänsdinner kippt die Situation - ein quasi reinigender Sturm kehrt die Verhältnisse um, das Schiff strandet, leader of the Pack ist plötzlich eine Servicekraft, weil sie die Einzige ist, die in der Wildnis klarkommt. Kurz schimmert ein Hoffnungsstrahl, ein Hauch Matriarchat liegt in der Luft, stärker aber sind die Parallelen zu William Holdings „Herr der Fliegen“ gegen Ende des Filmes.

Gesellschafts-Utopien sind Regisseur Ruben Östlunds Sache nicht, sein Spielfeld ist die Satire. Bestes Beispiel hierfür ist der hervorragende »The Square« (Goldene Palme 2017). Je bösartiger und schadenfroher, desto besser, findet Östlund. Für seinen ungnädig desavouierenden Blick auf die Welt der Superreichen gab es wiederum die Goldene Palme.

Beeindruckend ist der Cast, zu den schon Erwähnten kommen etwa noch Vicki Berlin als perfektionistische Crew-Chefin, Zlato Buric als abgefuckter russischer Kapitalist und Dolly De Leon als philippinische Toilettenfrau Abigail, die eine unverhoffte Chance ergreift, um auch mal klarzumachen, worauf sie Appetit hat.

Grit Dora