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Kinoprogramm Donnerstag, 17.05.2012 - Mittwoch, 23.05.2012

Die Liebenden

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30 17:30 17:30 17:30 17:30 17:30 17:30
20:00 20:00 20:00 20:00 20:00
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Regie: Christophe Honoré, (Frankreich/Großbritannien/Tschechische Republik), 2011

Darsteller: Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve, Ludivine Sagnier u.a.

Die Liebenden

Alles an diesem Film ist altmodisch. Und schön. Beides zusammen geht unter die Haut, handelt ja dieser französische Beziehungs-Reigen doch von nichts anderem als von der Liebe. Wie sie frei und unmoralisch, lustvoll und käuflich sein wollte. Ein Leben lang. Und wie es nicht zu jeder Zeit und in jedem Land den erforderlichen Freiraum dafür geben konnte. Mutter und Tochter, hier von gleicher Schönheit und vom selben Blut; für Catherine Deneuve und deren Tochter Chiara Mastroianni war es das erste Mal in dieser Konstellation vor der Kamera, sie ringen zwischen den sechziger Jahren und der Jahrtausendwende mit all den Befremdlichkeiten, die ein Leben zwischen Prostitution und Kommunismus, Familie, Terrorismus und AIDS so mit sich bringt. Und die dazu führen, dass das sagenhafte Leben einer Freizeithure nicht mehr länger als beneidenswert gilt. Dem zarten Beginn wohnt bereits ein Hauch von Trauer inne, wenn die Französin Madeleine, ganz Belle de jour, und der tschechische Arzt sich gemeinsam versuchen am immer währenden Frühling der freien Liebe in Prag. Auch wenn Madeleine, nach dem Einmarsch der Russen wieder in Paris lebend und nun verheiratet mit einem anderen, ihren Jaromil (den hier Milos Forman geben darf, außerhalb der Rückblenden) selbstredend weiterhin empfängt, ahnt man, wie das wohl enden mag. Küsse, Schwüre und gebrochene Herzen - die Männer schlagen sich, die Frauen leiden - die Männer sind leidenschaftlich, die Frauen umwerfend. Kein Filmvolk der Erde wirft solche Libertinage derart locker auf die Leinwand, wie es unsere verehrten Nachbarn zu tun pflegen. Altmodisch und schön.

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Tiere streicheln Menschen - Beat Lesung

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:30

Die Beat-Lesung bei der man nicht gleich giftige Blicke zugeworfen bekommt, nur weil die Lederjacke knirscht. Martin Gottschild liest Geschichten über Menschen, die es wirklich gibt und andere die eher nicht so... Mit dabei: Kurzfilme, Live-Musik von Sven van Thom und Sitzdisko mit DJ Die Goldene Leber aus Prag (SixtiesBeat/Indie-Schlager). Seien Sie dabei und machen Sie sich gefasst auf einen heiteren Abend mit einzigartig unaufdringlichem Anspruch. Tiere streicheln Menschen – Erfolgreich getestet im Roten Salon der Volksbühne Berlin, den Surfpoeten, Nightwash, Cindys Talentschmiede im QuatschComedyClub, dem Thüringer Satiretheater "Die Arche", LSD (Liebe statt Drogen), Chaussee der Enthusiasten, Poetengeflüster/Lingener Schloss, Kantinenlesen in der Kulturbrauerei und im Klub Drushba.

Iron Sky - Wir kommen in Frieden!

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:30 22:30 22:30 22:30 22:30
23:55 23:55

Regie: Timo Vuorensola, (Finnland/Deutschland/Australien), 2012

Darsteller: Julia Dietze, Christopher Kirby, Götz Otto u.a.

Iron Sky - Wir kommen in Frieden!

Selten hat es einen Film gegeben, der vor seiner Fertigstellung bereits Armeen von Fans generieren konnte und von diesen auch zum Teil mitfinanziert wurde. Eine Variante, welche ich zuvor nur aus dem Musikgeschäft kannte, aber für die Filmbranche durchaus ein gutes Modell sein kann.

Jetzt haben wir aber alle lang genug auf »Iron Sky« gewartet, welcher nun pünktlich zur selbstverliebten und politisch korrekten Berlinale so mal nebenbei überaus erfolgreich Halleluja sagte. 67 Jahre nach dem Untergang des Dritten Reiches weiß aber unser Land offensichtlich immer noch nicht mit der Vergangenheit umzugehen, und so wird zum x-ten Male im deutschen Blätterwald die dämliche Frage gestellt: „Darf man denn das?“ Noch mal, darf man! Seit 1989 noch mehr und als Finne (Regisseur Timo Vuorensola) sowieso. Man darf sich sogar einen Seitenscheitel kämmen und ein Stück schwarzen Gaffa unter die Nase kleben!

Als sich der Gescheitelte 45 die Kugel gab, floh ein Teil der Elite nach Neuschwabenland in die Antarktis, um von dort mit sagenumwobenen Reichsflugscheiben auf die dunkle Seite des Mondes zu fliehen und Armstrongs legendären Satz schon mal in großdeutscher Abwandlung vorwegzunehmen. Eigentlich ist ja die Bezeichnung dunkle Seite des Mondes Unfug, da sie genauso oft Licht bekommt wie die Seite, die wir sehen können, aber The Dark Side Of The Moon klingt natürlich spannender und passt auch besser zu deren Neubewohnern, die sich´s dort recht gemütlich kolonös eingerichtet haben. 73 Jahre später, wir schreiben das Jahr 2018, also nix mit Majaschnickschnack, die US-Präsidentin (Palinmäßsch Stephanie Paul) schickt aus PR-Gründen, 46 Jahre nach dem letzten Mondbesuch von Apollo 17, wieder mal ne Spacecrew hoch. Mit dabei der schwarze Astronaut James Washington (Christopher Kirby). Natürlich treffen beide Parteien auf dem Erdtrabanten verdutzt aufeinander, und die Kolonie unter der Führung des Neuführers Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier) wähnt sich von den Amerikanern entdeckt. Dass die Mondnazis in den letzten 76 Jahren keine Regolithsteckrüben gezüchtet, sondern Wernherlike ihre Flotte aufgerüstet haben, ist auch klar. Jetzt heißt es nicht lang fackeln, sondern den verspäteten Endsieg einfahren. Ein Krieg mit Weltraumnazis kommt der US-Präsidentin in ihrem Wahlkampf gerade recht und eine schöne Ballerei, bei der George Lucas vor Neid yellowgelb anlaufen würde, nimmt seinen totalen Lauf. Doch die Kosmonazis haben noch die Vergeltungswaffe „Götterdämmerung“ auf Tasche, in der ein von Herrn Washington mitgebrachtes I-Phone eine wesentliche Rolle spielt. Verlass ist auch auf des Regisseures vortrefflichen Musikgeschmack, der Führer, äh Gott sei Dank nicht Rammstein eingebaut hat, sondern die im Niveauregal ganz oben angesiedelten Laibach verpflichten konnte. Wie Herr Krabbe sagen würde und auch zur Berlinale laut im Saale ausrief „Schönes Ding!“

Ray van Zeschau (Geht jetzt mal Biergeld sammeln)

Konzert: Heidi Happy

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:30

Heidi Happy wagt sich auf ihrem dritten Album mit Wölfen in den Wunderwald und lässt in diesem poetischen Gelände Klassik und Pop zusammen tanzen. Die Schweizer Künstlerin fliegt mit »Hiding With The Wolves« konsequent auf ihrer eigenen Bahn weiter. Neben wilden Tieren und der Band ist diesmal ein ganzes Orchester mit dabei. Und sehr viel Herz.

Das berührende Werk entstand in der Abgeschiedenheit am Ufer des Bodensees und erhielt in Los Angeles den letzten Schliff. Wie bereits bei ihren ersten beiden Alben schrieb, komponierte und arrangierte Heidi Happy alle Songs selbst. Musikalisch klettert sie dabei eine Stufe weiter. Band und klassische Instrumente setzt sie gleichberechtigt, unkonventionell und voller sanfter Effekte ein. Die Arrangements sind dabei so fein und liebevoll, dass Heidi Happys Sound intim bleibt.

Durch diesen kunstvoll gewobenen, federleichten Klangstoff strahlt Heidi Happys Stimme in ihrer ganzen Vielfalt. Melancholie war nie so zärtlich, tröstlich, frech. Musik, um in verflossener Liebe zu schwelgen.

http://sunsetmission.de/index.php?va_id=6284

Concerts . Coffee and Cigarettes präsentiert von Sunset Mission