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Kinoprogramm Donnerstag, 21.09.2017 - Mittwoch, 27.09.2017

Porto (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00

Regie: Gabe Klinger, (Frankreich/Polen/Portugal/USA), 2016

Darsteller: Anton Yelchin, Lucie Lucas, Françoise Lebrun u.a.

Porto (OmdU)

Porto, die alte portugiesische Hafenstadt, ist der rechte Ort für eine mysteriöse Liebesgeschichte. Jake und Mati begegnen sich. Sie sind fremd, beide Außenseiter und erkennen sich sofort. Sie gehen aufeinander zu und miteinander fort. Nahezu wortlos. Sie haben eine Nacht. Und sie haben eine Art Vergangenheit. Ihre Erinnerungen verbinden sich mit dem Jetzt, losgelöst von der Zeit.

Mehr Plot findet nicht statt in Gabe Klingers erstem Spielfilm. Er verarbeitet ihn in drei Zeitabschnitten, drei unterschiedlichen erzählerischen Formen und drei unterschiedlichen Bildstilen zu einem Experimentalfilm, der zugleich eine Ode an die Liebe und das Kino ist. Anton Yelchin und Lucie Lucas verschmelzen mit ihren Figuren Jake und Mati. »Porto« ist ein intensiver und atmosphärisch unglaublich dichter Film mit überzeugend konsequenter Bildsprache - und einer der letzten fertiggestellten Filme mit Anton Yelchin, der 2016 starb.

Grit Dora

English Version with German subs

Das Original ist besser!Körper und Seele (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30 19:30

Regie: Ildikó Enyedi, (Ungarn), 2017

Darsteller: Alexandra Borbély, Geza Morcsányi, Réka Tenki u.a.

Körper und Seele (OmdU)

Wie kann man eine Liebesgeschichte voller Leidenschaft so leidenschaftslos wie möglich darstellen? Diese Frage beschäftigte die ungarische Regisseurin Ildikó Enyedi, als sie das Drehbuch zu »Körper und Seele« schrieb. Viele Jahre war es ruhig um die Filmemacherin. In der Zeit entwarf sie viele Ideen, aber erst dieses Drehbuch wurde schlussendlich verwirklicht. Was für ein Glück für uns! Es entführt den Zuschauer in die kalte und technische Welt eines Schlachthauses. Dort begegnen sich der ruhige Finanzdirektor Endre (Géza Morcsányi) und die neue Gesundheitsinspektorin Mária (Alexandra Borbély). Diese ist so introvertiert, dass jede Kontaktaufnahme scheitert, bis die beiden eines Tages feststellen, dass sie in der Nacht die gleichen Träume haben. Zaghaft beginnt auch eine Annäherung außerhalb der Traumwelt. Dieses märchenhafte Element in der Geschichte gibt diesem realen Schauplatz mit seinen ungeschönten und dokumentarisch gefilmten Schlachthausbetriebsszenen eine surrealistische Qualität. Dabei fängt der Kameramann Máté Herbai die Bilder, egal wie blutig sie sind, wunderschön und wie Stillleben ein. Diese Mischung aus Traum und Wirklichkeit, den introvertierten, sympathischen Menschen und ihrer inneren, tobenden Leidenschaft macht »Körper und Seele« zu einem eindrücklichen, wunderschönen Film, der nicht zu Unrecht viele Preise, darunter auch den Goldenen Bären auf der Berlinale gewann. Wunderschöner kann Arthouse-Kino gar nicht sein.

Doreen

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Blind & Hässlich

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30
21:45

Blind & hässlich

Regie: Tom Lass, (Deutschland), 2017

Darsteller: Naomi Achternbusch, Tom Lass, Clara Schramm u.a.

Blind & hässlich

Jona (Naomi Achternbusch) hat ihr Abi verkackt, hat sich darüber mit ihrer Mutter gezofft und schließlich Reißaus genommen. Mit einer Notlüge erschleicht sie sich in Berlin eine Wohnung. Gemeinsam mit ihrer blinden Cousine Cécilie entwickelt sie die Idee, sich selbst blind zu stellen, um in einer Wohnanlage für Sehbehinderte unterzukommen. Das Abenteuer, in das sie nun rutscht, wird definitiv ihr Leben verändern. Sie lernt sehen und fühlen komplett neu, doch am Ende des Tages ist die Wahrheit immer noch die beste Medizin.

Auf einer Eisenbahnbrücke steht Ferdi und will springen. Ferdi (Tom Lass) ist ein Freak. Er fürchtet sich vor Menschen und seine Therapeutin scheint ratlos. Zwar traute er sich als Landstreicher zu leben, aber sonst kaum etwas. Auch sein Suizid gerät ins Stocken, weil Ferdi sich das niemals in Gegenwart einer jungen Frau trauen würde. Jona spielt ihre Blindenrolle so perfekt, dass Ferdi gar nicht anders kann, als vom Brückengeländer zu klettern und ihr zu helfen. Ja…, das wird eine Boy meets Girl Geschichte, und ja…, Jonas Bauchentscheidung, das mit dem Blindenhund auch bei Ferdi durchzuziehen, erweist sich für beide als traumhafter Startschuss für eine überaus schräge Beziehung. Nichts sehnlicher als einen Menschen hatte sich Ferdi gewünscht. Einen, der ihn erträgt. Wenn ihn Jona gar irgendwann küssen möchte, rennt er davon. Läuft, wie um sein Leben. Und es sieht wirklich so aus dabei, als würde er auf sie zu laufen. Er müsste die Erde nur umrunden für dieses Mädchen… Dessen Lächeln man am liebsten behalten möchte. Für immer.

Mit einer wehrlos machenden Fröhlichkeit inszeniert Tom Lass seinen Film über die Unvollkommenheit sozialer Konzepte. Besonders wenn Menschen die üblichen Schablonen nicht ausfüllen können oder wollen, reiben die Ränder aneinander, verhaken sich Ecken und Kanten. Dann ist es gut, wenn man sich einfach mal blind stellt und schaut, was passiert.

Alpa Kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

On the Milky Road

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45

Regie: Emir Kusturica, (Serbien/USA/Großbritannien), 2017

Darsteller: Monica Bellucci, Emir Kusturica, Sergej Trifunovic u.a.

On the Milky Road

Wenn der traumatisierte Milchmann Kosta mitten im Jugoslawienkrieg zwischen zwei Bräuten wählen muss, weil ihm die fesche Italienerin ebenso den Kopf verdreht wie Milena, die Schwester eines Armeegenerals, für den Erstere als Hochzeitsgeschenk vorgesehen war, dann befindet man sich mitten in einem neuen Kusturica-Abenteuer. Es gibt Esel, Schweine, Gänse, Schafe, abenteuerliche Fahrzeuge, eine schießwütige Baba, seltsame Dorfrituale und es gibt den Krieg. Überdies findet man ganz viele vertraute Bildkompositionen und jede Menge bekannter Gesichter wieder. Allen voran das des Meisters selbst, der hier seinem Affen noch mal Zucker, oder gesüßte Milch, geben wollte. Kusturica spielt den verkappten Ex-Musiker auf Brautschau, der nicht genug mit Sloboda Micalovic flirtet, um vor den Reizen einer Monica Bellucci geschützt zu sein, vor allem aber vor dem Zorn eines Miki Manojlovic. Als der Milchmann mit der schönen Generalsbraut Reißaus nimmt, gerät er erst recht zwischen die Fronten.

Regisseur Emir Kusturica vereint in seinem bisherigen Filmwerk zwei Gewinner der Goldenen Palme von Cannes, Goldene und silberne Löwen in Venedig, eine traumhafte Faye Dunaway-Iggy Pop-Johnny Depp-Jerry Lewis Fabel und nicht zuletzt einen Film über Katzen und Kater, der zum Goldstandard der Balkanposse wurde. Nun beackert der Serbe erneut sein Kriegstrauma und verarbeitet drei wahre Geschichten mit ganz viel Fantasie.

Alpa Kino