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Kinoprogramm Donnerstag, 19.01.2017 - Mittwoch, 25.01.2017

Das Original ist besser!Personal Shopper (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30
18:00 18:00
20:00 20:00
20:45

Regie: Olivier Assayas, (Frankreich/Deutschland), 2016

Darsteller: Kristen Stewart, Lars Eidinger, Nora von Waldstätten u.a.

Personal Shopper (OmdU)

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Hell or High Water (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00
22:00 22:00
22:15
22:45

Regie: David Mackenzie, (USA), 2016

Darsteller: Jeff Bridges, Chris Pine, Ben Foster u.a.

Hell or High Water (OmdU)

Als Frau kann man sich Jeff Bridges ja in jeder Lebenslage und zu jeder Tageszeit anschauen. Ob als Model für Marco Polo, im Bademantel als Dude oder jetzt eben als Fast-Rentner in »Hell or High Water« - Bridges geht immer! Das Großartige dabei? Männer sehen das nicht anders. Und so steht dem Kino-Date bzw. diesem filmischen Hochgenuss nichts, aber auch gar nichts im Wege. Alles andere wäre auch sträflich, denn es wird wieder kälter draußen und die Verleihe bringen nach einem langen Sommer endlich wieder richtig gute Filme in die Kinos. »Hell or High Water« ist nicht weniger als ein packendes Katz-und-Maus-Spiel, verpackt in einem texanischen Western und garniert mit drei herausragenden Schauspielern. Noch bevor alle Hintergründe erklärt sind, hat man schon Verständnis für die beiden Brüder Toby (Chris Pine) und Tanner (Ben Foster), die mit eher unkonventionellen Methoden versuchen, das Haus ihrer verstorbenen Mutter vor dem Verkauf zu retten. Ein Bankraub folgt dem anderen und bald ist ihnen Texas Ranger Marcus Hamilton (Bridges) auf den Fersen. Obwohl er die Täter noch nicht kennt, ist ihm klar, dass sie ein konkretes Ziel mit ihren Überfällen verfolgen. Fahrt nimmt die wilde Hatz erst auf, als Tanner in einer Bank einen Security-Mann erschießt. Dass es so weit kommen würde, war schon mit Beginn des Films klar, denn in Texas geht nun einmal jeder schwer bewaffnet in die Bank. Was Regisseur David Mackenzie aus dem Stoff macht, ist nicht weniger als ein brillanter Western mit gequälten, vielschichtigen Charakteren, karger Landschaft und verdammt viel Staub. Anschauen!

Viktoria Franke

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Nocturnal Animals (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45 17:45
18:30
20:00
22:00

Regie: Tom Ford, (USA), 2016

Darsteller: Amy Adams, Jake Gyllenhaal, Isla Fisher u.a.

Nocturnal Animals (OmdU)

Oha, bei diesem Film muss man wirklich gut aufpassen - auf Toilette gehen oder gar einschlafen im Kino? Besser nicht! Denn man muss gleich zwei Erzählsträngen, die miteinander dicht verflochten sind, folgen. Doch es lohnt sich. Das neue Werk von Tom Ford ist spannend bis zum bitteren Ende.

Alles dreht sich um Susan (Amy Adams). Sie lebt in zweiter Ehe mit ihrem Mann Walker Morrow (Armie Hammer), einem Arzt. Rund 20 Jahre hat sie jetzt schon nichts mehr von ihrem ersten Ehemann Edward Sheffield (Jake Gyllenhaal) gehört, dem sie nach eigener Aussage „Schlimmes angetan“ hat. Doch dann erhält sie von ihm ein Manuskript seines neuen Buches - und die Stimmung kippt.

Besonders beklemmend wird es, als Susan beginnt den Entwurf zu lesen und seltsame Parallelen zu ihrem eigenen Leben entdeckt. Für sie ist das Werk eindeutig eine Bedrohung. Was verheimlicht sie ihrem Ehemann und den Leuten in ihrer Umgebung?

Die Romanverfilmung von »Tony and Susan« des Schriftstellers Austin Wright ist ein fesselndes Stück Kinogeschichte, das nicht nur eingefleischte Thriller-Fans begeistern wird. Brillant besetzt mit Jake Gyllenhaal als Ex-Mann eines Nervenbündels, dargestellt von Amy Adams. Unbedingt Popcorn besorgen - es wird spannend!

juko

Das Original ist besser!Paterson (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:15

Regie: Jim Jarmusch, (USA), 2016

Darsteller: Adam Driver, Golshifteh Farahani, Kara Hayward u.a.

Paterson (OmdU)

Wenn ein Bild für das Kino von Jim Jarmusch steht, dann dieses: Die Kamera rollt gemächlich durch die Straßen einer Stadt. Jarmusch kehrt von Detroit und seinen Geistern zurück zur Poesie des Lebens. In Paterson/New Jersey beobachtet er einen Busfahrer Namens Paterson bei seiner täglichen Routine. Dessen offener Blick streicht über alles, was ihm auf seiner täglichen Runde begegnet. Er selbst ruht wie das Zentralgestirn inmitten seiner überschaubaren Welt. Handgriffe, Begrüßungen, der Wechsel des Lichts; alles befindet sich an seinem Platz. Der Bus rollt fast von allein. Das schafft den Gedanken Raum. Und gibt ihnen Zeit, sich aneinander zu reihen. Täglich bzw. stündlich begegnen die Zeiger seiner Uhr einer illustren Auswahl an Ziffern auf dem Blatt, sprich Personen in seinem Umfeld. Paterson lauscht ihren Geschichten. Und entdeckt unentwegt hübsche Anregungen, die er vor unseren Augen zu Papier bringt (des Regisseurs Geisterhand schreibt Poetisches direkt auf die Leinwand wie einst bei Greenaway). Der Busfahrer bezeichnet sich selbst in seiner Freizeit als einen Poeten. Wenn er nach der Arbeit heimkommt, bringt er für seine Freundin Laura (Golshifteh Farahani) ein Gedicht mit. Die quirlige Iranerin hat einen kreativen Schwarz-Weiß-Tick und findet in Paterson einen geduldigen Zuhörer; fliegen ihre Pläne hoch und höher, seine Bodenhaftung bringt beide sicher zurück. Jim Jarmusch gelingt es, mit dem Star Wars Schurken Driver und der Pharaonengemahlin Farahani ein Leinwand-Liebespaar zu erfinden, dessen liebevoller Alltag dem Film als Plot genügt. Mehr braucht es nicht. Jarmusch legt seinen Schienenkreis, filmt von dort in sieben Tagen Bett, Bus und Bar, und versteckt überall rings um das Set wichtige Dinge. Den Dichter William Carlos Williams, dessen Paterson-Gedicht legendär und hier sehr lebendig ist, Streichholzschachteln, das minderjährige Liebespaar eines Regie-Kollegen, ein Schachspiel, ein Anrufbeantworter, Mitglieder des Wu-Tang Clans sowie Marvin, eine englische Bulldogge, die in Cannes einen Palm Dog Award erhielt.

alpa kino

18. Dresdner Schmalfilmtage37 Uses for a Dead Sheep

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30

Regie: Ben Hopkins, (Großbritannien/Türkei), 2006

Darsteller: Arif Kutlu, Alpaslan Kutlu, Süleyman Atanìsev u.a.

37 Uses for a Dead Sheep

37 braucht man für ein totes Schaf. Das ist mit Sicherheit die einfachste, poetischste Übersetzung für den Titel dieses Films. 37 sagt gar nichts. Sind es Jahre oder Messer. Männer sicher nicht. Sicher haben Männer die Klingen geführt. Im Auftrag oder aus Wut gegen das dumme Schaf, oder doch anders? Niemand weiß es und der Regisseur Ben Hopkins hält sich merkwürdig zurück. Der Mann ist bekannt dafür, dass er in seinen Filmen dem Publikum jede Chance auf eine eigene Meinung lässt. Hier aber zeigt er Angst. Dennoch ist er trotzig und kratzt an einem verschwiegenen Problem. Gehen wir an den Anfang des zurückliegenden Jahrhunderts zurück. Der erste Weltkrieg war noch kein Thema, die Ohnmacht des Balkans stand noch nicht zur Debatte. Weiter im Osten war dies anders. Die Briten fingen gerade an, mit dem Lineal in Palästina Grenzen zu ziehen und unter Kaiser Wilhelms Namen baute man eine Eisenbahn bis Teheran. Ali Pascha hatte gerade die Türken geeint. Gelungen ist ihm das nicht. Unter anderem Namen wurde er zum Nationalhelden und ähnlich seinen Erzfeinden, den Griechen, die sowieso noch nie jemand leiden konnten, griff er alles an, was an seiner Grenze saß. Der Mord an den Armeniern ist bekannt. Und weiter, wie wir wissen, gings.

Ben Hopkins zeigt eine weitere Phase der Geschichte, hochemotional, mit irren Laiendarstellern und nicht besonders gut.

18. Dresdner SchmalfilmtageA Spell To Ward Off The Darkness

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:15

Regie: Ben Russell, Ben Rivers, (Großbritannien), 2013

Darsteller: Robert Aiki Aubrey Lowe u.a.

A Spell To Ward Off The Darkness

Ein dunkelhäutiger Mann - nur der Credit verrät: Es ist der Musiker Robert A.A. Lowe - begibt sich auf eine spirituelle Reise, die ihn von einer hippiesken Landkommune auf einer estnischen Insel in die Einsamkeit im Norden Finnlands und schließlich in einen Rockclub in Oslo führt, wo er sich als weißgeschminkter Black-Metal-Sänger die Seele aus dem Leib schreit. Der fragmentarisch erzhlte Film ist eine Meditation über die Utopie der Freiheit und feiert mit langen Kameraeinstellungen und bedächtigen Schwenks das Erhabene der Natur in betörenden Farbarrangements ebenso wie die im Stroboskoplicht erblühende Magie eines schwarzromantischen Rock-Rituals.

Eine furiose Ode an die Schönheit von Black Metal.