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Kinoprogramm Donnerstag, 05.03.2015 - Mittwoch, 11.03.2015

Baymax - Riesiges Robowabohu

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
15:00 15:00

Regie: Don Hall, Chris Williams, (USA), 2014

Baymax - Riesiges Robowabohu

Disney gönnt uns keine Verschnaufpause. Kaum ist das neue Jahr gestartet, steht schon der erste Animationsfilm in den Startlöchern. Und was für einer. Alles spielt in der futuristischen Anglo-Asia Stadt San Fransokyo, einer kunterbunten Mischung aus San Francisco und Tokio. In dieser überredet der Roboter-Entwickler Tadashi seinen jüngeren hoch begabten Bruder Hiro, sich an der renommiertesten Technikuni überhaupt zu bewerben. Um bei der Aufnahmeprüfung nen Klasse Eindruck zu hinterlassen, entwickelt Hiro coole, winzige Nanoroboter. Doch es kommt zu einem Unfall, und alle außer Hiro sterben, sein Bruder inklusive. Hiro ist am Boden zerstört, aber entdeckt die letzte Schöpfung seiner Bruders - Baymax. Baymax ist ein riesiger Airbag auf Beinen und mit lustigen Knopfaugen, gemacht für ausgiebige Umarmungen und jede Menge einfach produzierbarer Merchandise-Artikel. Offiziell ist er allerdings ein „persönlicher Gesundheitsassistent“. Kurz nachdem Hiro Baymax findet, erscheint auch eine andere schräge Figur auf der Bildfläche. Ein unheimlicher Mann mit einer Kabuki-Maske terrorisiert die Stadt, indem er die von Hiro entwickelten Nanoroboter nutzt und per Gedankenkraft kontrolliert. Für Hiro ist die Sache klar, dieser finstere Geselle hat seinen Bruder auf dem Gewissen und muss aufgehalten werden. Er und Mr. Knautschkissen machen sich mit ein wenig Extrahilfe auf, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Schon beachtlich, es ist grad mal Januar und schon wurden sämtliche Kultroboter von Wall-E bis zum T-800 von einem großen sprechenden Marshmallow vom Thron der Beliebtheit gestoßen.

Julio Espin

Von Menschen und Pferden

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45
21:00 21:00 21:00 21:00 21:00 21:00

Regie: Benedikt Erlingsson, (Island), 2013

Darsteller: Ingvar E. Sigurðsson, Charlotte Bøving, Helgi Björnsson u.a.

Von Menschen und Pferden

Auf Island reitet man gerade Wege. Sind diese versperrt, hilft eine Drahtschere. Verliert man dabei das Augenlicht, greift man zu einer Augenklappe. Weil der Isländer von Haus aus neugierig ist, besitzt jeder ein Fernglas. Für den mit der Augenklappe gibts ein Fernrohr. Die Isländerin säuft und reitet ebenso gerne wie die männlichen Inselbewohner, stirbt aber seltener daran, wie wild mit dem Traktor aufeinander loszugehen. Auch würde sie nie vorbeifahrende Schiffe anschwimmen. Dazu reichte ihr Durst einfach nicht. Falls die Isländerin mal mit ihrem Phlegma ringt, ist entweder ein Hengst oder ein Mann mit runter gelassenen Hosen in der Nähe… Wild galoppieren die Episoden dahin, und fast meint man, ihr Schema durchschaut zu haben. Sie alle beginnen aus dem Blickwinkel eines dieser wunderbaren Pferde und enden jeweils mit einem skurrilen Todesfall. Doch die attraktive Jóhanna bezähmt das Muster und bleibt im Sattel. Womöglich, weil sie sich ein wenig verliebt hat. Der ihr da schöne Augen macht, Juan Camillo, überlebt seinen Ausritt ebenfalls. Weil er mit seinem Taschenmesser einen alten Indianertrick beherrscht. Regiedebütant Benedikt Erlingsson versicherte, bei Abschluss der Dreharbeiten zum isländischen OSCAR-Kandidaten seien alle Pferde wohlauf gewesen. Apropos. Stute Grána, Hengst Brúnn, Jarpur, der Schwimmer oder Raudka und Old Pibald; … will man diesen Film lieben, sollte man ein Pferdenarr sein, sollte genügend Stadtfilme mit Handlung gesehen haben oder einfach nur besessen sein von Island. Die graugrüne Insel im Norden verlangt ihren Bewohnern einiges ab an Temperament, und egal, ob man zu viel säuft oder zu langsam reitet, das größte Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.

alpa kino

Whiplash (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15 17:15 17:15 17:15 17:15

Regie: Damien Chazelle, (USA), 2014

Darsteller: Miles Teller, J.K. Simmons, Paul Reiser u.a.

Whiplash (OmU)

Trailer: http://bit.ly/1rFAv6E

Auf der einen Seite steht ein gefürchteter Lehrer, der seine höchst erlesene Jazz-Band wie einen Profi-Boxstall managt, auf der anderen ein begnadeter Schüler, der sich ganz unverhofft hinter dem Drumset in eben diesem Jazz-Gym wiederfindet. Zwischen beiden wird man im Verlauf des Filmes jede Menge Raum finden für Beats; die Synkopen & Phrasierungen treffen die Felle, Schläge & Erniedrigungen treffen ins Herz. Fletcher liebt den Jazz so wie der Teufel die Seele. An der Schaffer Academy von New York rekrutiert er gnadenlos Talente, sein Ruf ist legendär, seine Methoden umstritten, doch wer nicht zugrunde geht unter diesem Drillsergeant, hat bereits einen Fuß sicher im Jazzolymp. Wenn der begnadete Andrew der Verlockung nicht widerstehen kann, von Fletcher zu den höchsten Weihen des Schlagzeugspiels geführt zu werden, dann unterschreibt er diesen Kontrakt quasi auch mit seinem Blut, seinem Schweiß und seinen Tränen. Andrew weiß, Zweite-Wahl-Musiker gibt es, soweit das Auge reicht. Er will an die Spitze. Dahin wollte auch Regisseur und Autor Damien Chazelle und platzierte bereits 2013 einen 18minütigen Pilotfilm beim Sundance Film Festival. Damit fand er Produzenten. Ein Jahr später an selbiger Stelle erhielt der fertige Film den Publikums- und den Jury-Preis. Die US-Amerikaner lieben dieses Filmmotiv abgöttisch; Quäle dich, entsage allem, lasse dich erniedrigen, steige auf. Rückschläge und Kollateralschäden inklusive. Ein Schüler nimmt sich das Leben und bei Andrew endet der erste große Anlauf in einem ziemlichen Desaster. Er vergrault sein Mädchen, bricht sich die Hand, fliegt aus der Band und wirft alles hin… Die folgende Untersuchung führt irgendwie dazu, dass Fletcher von der Schule fliegt. Aber die Beiden treffen sich noch einmal wieder und es sieht so aus, als jage Fletcher noch immer hinter der Seele des Jungen her. Sie bekommen eine zweite Chance.

alpa kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Salz der Erde

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00

Regie: Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado, (Frankreich/Brasilien), 2014

Darsteller: Sebastião Salgado u.a.

Das Salz der Erde

Von einem sichtlich bewegten Publikum wurde Wim Wenders dieses Jahr in Cannes gefeiert und für seinen Dokumentarfilm »Das Salz der Erde« in der Rubrik ""Un Certain Regard"" ausgezeichnet. Er blickt darin zurück auf das Werk und das Leben des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado, die schwer voneinander zu trennen sind. So machte der junge Salgado seine ersten Fotos als Wirtschaftsreisender in Afrika, was ihn dazu bewegte, seinen aussichtsreichen Job aufzugeben und als Fotoreporter um die Welt zu ziehen. Für seinen späteren Auftraggeber Magnum dokumentierte er über die Jahre u.a. die Hungersnot im Sudan, die Massenmorde in Ruanda, Flüchtlingsströme aus Jugoslawien und brennende Ölfelder im Irak. Erlebnisse, die ihn abstumpften und zugleich den Glauben an das Gute im Menschen raubten, so dass er sich nach Brasilien zurückzog und dort half, verdorrtes Land wieder aufzuforsten. Nach dieser Erfahrung kehrte er zur Fotografie zurück - diesmal allerdings, um als Naturfotograf die Schönheit des Lebens festzuhalten.

Wenders geht in seiner Dokumentation chronologisch vor, beschränkt sich überwiegend auf Salgados eigenes Foto- und Videomaterial, das vom Künstler aus dem Off kommentiert wird, ergänzt diese lediglich um einige kurze Interviews mit dessen Frau und Sohn Juliano Ribeiro, der als Co-Regisseur für die sehr persönliche Färbung verantwortlich ist. Beeindruckend ist die gelassene Art, mit der Salgado, ein Mann, der alles gesehen hat, als heute 70-Jähriger auf sein Werk blickt. Wim Wenders hält sich zurück, lässt die Bilder wirken, die bei aller Dramatik auch eine große Schönheit offenbaren, und zieht somit eine große Portion Hoffnung aus Salgados Geschichte, die einen tatsächlich vor Ehrfurcht erstarren lässt.

Felix

Pepe Mujica - Der Präsident

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:15 19:15 19:15 19:15 19:15 19:15 19:15

Regie: Heidi Specogna, (Deutschland), 2014

Pepe Mujica - Der Präsident

Trailer: http://bit.ly/1DYzn30

Allein zu wissen, dass Uruguays Präsident von Beruf her eigentlich Blumenzüchter ist, lässt einen diesen Mann sympathisch finden. Und wenn man den Film über José Alberto Mujica, genannt Pepe, dann gesehen hat, mag man ihn noch mehr, mag sein Land und würde am liebsten dahin auswandern. 70 Jahre war er alt, als er vor fünf Jahren zum Präsidenten gewählt wurde. In den Sechzigern kämpfte er bei den Tupamaros, der Guerillabewegung Uruguays, gegen die Militärdiktatur, wofür er 14 Jahre im Gefängnis saß, aber auch zweimal fliehen konnte. Nach dem Machtwechsel Mitte der 80er wurden die gefangenen Tupamaros entlassen und gründeten eine Partei, in der Pepe Mujica von nun an aktiv war. Sein Aufstieg ist verbunden mit einem zunehmenden Umschwung im Land. Als neuer Präsident erlaubte er, Marihuana zu rauchen und homosexuellen Paaren zu heiraten. Neun Zehntel seines Präsidentengehalt spendet er an NGOs und lebt dafür mit seiner Frau auf einem Bauernhof. Er ist der ärmste Präsident der Welt, sagt aber selbst, dass er immer noch mehr hat als die meisten Menschen in seinem Land. Aussagen wie diese, verbunden mit seiner Lebensgeschichte, verleihen ihm eine Glaubwürdigkeit, die man von Politikern sonst nicht kennt. Gemacht hat den Film die langjährige Freundin des Ehepaares Heidi Specogna, und es gelingt ihr nicht nur, ein liebenswertes Portrait dieses eigenartigen Mannes zu erzeugen, sondern auch, anhand seines Lebens viel über die Geschichte Uruguays zu erzählen.

Felix

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Sneak Preview

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:00

Also WENN wir schon einmal eine Sneak Preview machen, DANN sollte mannfrau die sich keinesfalls entgehen lassen!

englische Fassung mit deutschen Untertiteln

Das Original ist besser!Birdman (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:30 22:30

Regie: Alejandro González Iñárritu, (USA), 2014

Darsteller: Michael Keaton, Emma Stone, Kenny Chin u.a.

Birdman (OmU)

Mit diesem Werk einen der jährlich in New York verliehenen Gotham Independent Film Awards zu gewinnen, war kinderleicht. Und gelang gleich zweifach. Alejandro G. Iñárritus Name steht noch immer für einen Besten Film und ein Michael Keaton schon längst für einen Besten Darsteller. Mehr noch; es scheint, als sei der Gotham Award 1991 einzig für diesen Streifen erfunden worden zu sein. Die Handlung dreht sich um einen, sagen wir ruhig, gealterten Darsteller, der von seinem verstaubten Ruhm als ehemaliger geflügelter Action-Leinwand-Held solchermaßen zu Boden gedrückt wird, dass ihn die Bewerkstelligung ein simplen Theaterstückes am Broadway in eine Sinnkrise führt. Zugegeben, Riggan Thomsons (Keaton) Ansprüche sind nicht gerade klein. Zählbaren Erfolg als Regisseur, ein bejubeltes Comeback als Darsteller und obendrein so etwas wie echtes Ansehen für sich als Mensch verbuchen zu wollen, klingt nach einer langen Broadway-Belagerung mit ordentlich Kugelhagel. Riggans Tochter (Emma Stone als seine Assistentin) pflegt dabei die Verwundeten (ein glücklicher Bühnenunfall) oder richtet die Geschütze auf neue Ziele aus. Sein Produzent (Zach Galifianakis) redet ihm einen neuen Hauptdarsteller (Edward Norton) ein, wie er arroganter aber verkaufsfördernder nicht sein könnte und während eklige Zeitungsschreiberinnen oder zärtliche Liebschaften seine Wege kreuzen. Und auf Schritt und Tritt verfolgt ihn sein früheres Hollywood-Leben in Gestalt eines Helden-Geflügels… Wer bei all dem an Michael Keatons Bruce Wayne in »Batman« oder an Roy Scheiders Joe Gideon in »All That Jazz« denken wird, darf durchaus seinen Spaß haben. Wer sich fragt, warum Keaton sich so viele Jahre bedeckt hielt und warum er nun nackt über den Times Square stürmt, wird mit einer „reifen Leistung“ belohnt. Und wer Iñárritus verspielten Hang zu flatterhafter Metaphorik mag, wird all die zauberhaften Einfälle rund ums Action-Film-Genre lieben, wie auch die Arbeit des Kameramannes sowie die des Schlagzeugers.

alpa kino

Das Original ist besser!Inherent Vice - Natürliche Mängel (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:30 22:30 22:30 22:30 22:30

Regie: Paul Thomas Anderson, (USA), 2014

Darsteller: Sean Penn, Owen Wilson, Josh Brolin u.a.

Inherent Vice - Natürliche Mängel (OmU)

Es ist ein Novum: Der rätselhafte amerikanische Autor Thomas Pynchon hat erstmals die Adaption eines seiner Bücher für das Kino gestattet. Sein siebter Roman »Natürliche Mängel« (engl. »Inherent Vice«, veröffentlicht im August 2009) bildet die Vorlage für den siebten Film von Paul Thomas Anderson (»Magnolia«, »The Master«). Der Kriminalroman spielt Ende der 1960er Jahre in Los Angeles. Privatdetektiv Larry „Doc“ Sportello (Joaquin Phoenix) liebt Drogen. Seine Exfreundin Shasta (Katherine Waterston) liebt Probleme und braucht Hilfe. Sie hat sich in einen Immobilienspekulanten verguckt. Mickey Wolfman (Eric Roberts) ist milliardenschwer, seine Frau Sloane (Serena Scott Thomas) und deren Freund wollen ihn in die Klapsmühle bringen, ist ja klar warum. Doc soll das verhindern, doch kaum hat er sich aus dem Liegestuhl hochgerappelt, ist Mickey schon verschwunden. Der Hippie-Schnüffler legt einen beschwerlichen Rechercheweg zurück, häufiger im kriechen, denn festen Schritts. Gras macht müde. Die Rätsel sind groß, Lösungen rar, seltsame Menschen, wie Docs Exkollege Christian „Bigfoot“ Bjornsen (grandiose Performance: Josh Brolin) säumen seinen Weg. Eine psychedelische Gesellschaft ist da am Start, in L.A.: Surfer, Abzocker, Kiffer, Rocker, Kredithaie, Detectives, Saxofonspieler und der „Goldene Fangzahn“, eine geheimnisvolle Organisation, die vielleicht nur Zahnärzten zur Steuerhinterziehung dient. Der extrem erheiternde Reigen toller Schauspieler (Owen Wilson und Reese Witherspoon sind auch mit von der Partie) tanzt sich durch das neongrelle Pynchon-Szenario und gibt sich paranoiden 60er-Jahre-Gefühlen hin. Die Koteletten sind lang, die Röcke kurz und Benicio del Toro sieht aus, wie mit dem Klammerbeutel gepudert. Irre Sache. Und: Findet das alles wirklich statt? Die Suche ist ein häufiges Motiv in Pynchons Romanen und Andersons Adaption macht noch mal ganz klar, dass es nicht um ein Ziel geht. Der Film ist ähnlich komplex wie das Buch, wobei „Inherent Vice“ als einer der zugänglichsten Texte Pynchons gilt. Paul Thomas Anderson hat offenbar die Idee gehabt, eine Komödie daraus zu machen, überbordend bis zur totalen Zuschauerüberforderung. Das Resultat ist erstaunlich.

Grit Dora