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Kinoprogramm Donnerstag, 20.04.2017 - Mittwoch, 26.04.2017

Das Original ist besser!Die andere Seite der Hoffnung (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45
18:00
22:00

Regie: Aki Kaurismäki, (Finnland/Deutschland), 2017

Darsteller: Sherwan Haji, Sakari Kuosmanen, Ilkka Koivula u.a.

Die andere Seite der Hoffnung (OmdU)

Wenn Wikström, ein Krawattenvertreter auf der Flucht vor seiner saufenden Frau, all sein Stammkapital beim Pokern vervielfacht, daraufhin samt Geld und Lockenwicklern sein Heim verlässt, um ein altes Restaurant zu neuem Leben zu erwecken, fehlen bloß noch der Tango, eine schwarze Limousine sowie ein Hund, und der Finne in uns weiß, dass Aki Kaurismäki zurück im Kino ist. Sechs Jahre nach »Le Havre« ist die Welt kein Stück besser geworden, und so lässt Kaurismäki im Hafen von Helsinki ein Schiff landen mit Khaled an Bord. Der syrische Flüchtling aus Aleppo will in Helsinki um Asyl nachfragen. Ganz offiziell. So kann Kaurismäki einen Blick werfen in die heimischen Auffanglager und Amtsstuben und dabei zwei Dinge auf die Leinwand bringen, die er am besten beherrscht; zwischenmenschliche Kommunikation und traurige Ausweglosigkeit. Auch weil Khaled auf der Flucht von seiner Schwester getrennt wurde, hält er die richterliche Entscheidung, ihn nach Syrien zurückzuschicken, für unannehmbar und taucht ab in Helsinkis Untergrund. Wo sich Aki Kaurismäki mit seinen Filmen immer schon am wohlsten fühlte. Endlich lässt er Khaled und Wikström aufeinander treffen, auf Augenhöhe, und führt zum wiederholten Mal vor, was der Welt so dringend fehlt; Solidarität. Gutes Essen, Schnaps und ordentliche Musik. Der große finnische Trinker, Träumer und Humanist sackte den Silbernen Berlinale-Regie-Bären ein und nutzte die Pressekonferenz auch, um zwei Dinge klarzustellen; Ja, er sei guter Dinge, seine Refugee-Trilogie in wenigen Jahren mit einer fröhlichen Komödie abschließen zu können und Nein, er befürchte keine Islandisierung Europas. Trotz des Erfolgs bei der EM 2016.

Alpa Kino

Das Original ist besser!Verleugnung (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00
19:45

Regie: Mick Jackson, (USA/Großbritannien), 2016

Darsteller: Rachel Weisz, Tom Wilkinson, Timothy Spall u.a.

Verleugnung (OmdU)

Die amerikanische Universitätsprofessorin und Schriftstellerin Deborah E. Lipstadt (Rachel Weisz) gehört zur Verfechterin geschichtlicher Fakten und kann Menschen wie den britischen Journalisten und Buchautor David Irving (Timothy Spall) nicht ausstehen. Denn der englische Historiker behauptet in seinen Schriften, dass es den Holocaust nie wirklich gegeben habe und dass Hitlers Rolle als Nazi-Führer stark verzerrt und dämonisiert dargestellt worden ist. Dafür bezeichnet Lipstadt ihn als Holocaust-Leugner. Das lässt Irving nicht auf sich sitzen und klagt sie daraufhin der Verleumdung an. Es kommt zu einem Gerichtsprozess, bei dem die US-Amerikanerin beweisen muss, mit Hilfe ihres Verteidigers Richard Rampton (Tom Wilkinson), dass die Nazi-Verbrechen in den Konzentrationslagern tatsächlich stattgefunden haben und dass Irving historische Daten manipuliert hat.

Das Gerichtsdrama »Verleugnung« (OT: Denial) basiert auf dem Buch „History On Trial: My Day In Court With A Holocaust Denier“ von der realen Deborah Lipstadt. Sie schrieb das Buch, nachdem sie und David Irving 1996 gegeneinander vor Gericht gezogen waren. Der reale Streit hatte begonnen, nachdem Lipstadts Buch „Denying the Holocaust“ 1993 in den USA erschien. Darin bezeichnete sie Irving als Leugner des Holocausts und warf ihm die Manipulation von Fakten vor. Irving reagierte mit Anklage auf Verleumdung und zog vor Gericht. Um zu gewinnen, musste Lipstadt beweisen, dass die Judenverfolgung tatsächlich stattgefunden hatte. Am Ende verlor Irving das Verfahren und musste die Gerichtskosten von ca. 3,2 Millionen Dollar tragen, woraufhin er pleite ging. Natürlich verlor er daraufhin auch sein Ansehen als Historiker.

Anne

Wilde Maus

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00
21:45

Regie: Josef Hader, (Österreich/Deutschland), 2017

Darsteller: Josef Hader, Pia Hierzegger, Jörg Hartmann u.a.

Wilde Maus

Einem Musikkritiker gehört es zu seinen Pflichten Schönes zu vernichten (grantelte Georg Kreisler) und so hat Josef Hader seinem über Nacht arbeitslos gewordenen Georg auch ein paar Wiener Derbheiten auf den Leib geschrieben. Der Mann steht eh unter Druck. Wo die Frau ihn notorisch zum Ei-Sprung einbestellt. Aber Dackelblick Fehlanzeige bei Pia Hierzegger, denn Ehefrau Johanna ist von Beruf Psychologin. Zum drohenden Verlust der Männlichkeit gesellt sich Existenzangst angesichts der globalen Pressekrise. Wenn dich nach 20 Jahren Macht & Herrlichkeit der knausrige, deutsche Chef aus dem Büro deiner großen Wiener Zeitung schmeißt, dann geht's ums nackte Überleben. Für den Piefke noch mehr. Den Wallner gibt Jörg Hartmann, der gerade Haders liebster Quoten-Deutscher ist. Fortan schleicht sich Georg als lebensmüdes Häufchen Elend in der Früh zum Wiener Prater, Zeit totzuschlagen, und bei der Nacht zu Wallners Anwesen. Um zu schauen, wie viel Rache ihm dieses g'schissene Arschloch wert ist. Keine Zeit, an Fortpflanzung zu denken. Dass der Wallner zwei, drei Sachbeschädigungen, Fäkalien und Kadaver später seine professionelle Contenance beiseite schieben und dem Verzweifelten die Stirn bieten wird, sorgt für den Schwung bei der bevorstehenden Achterbahnfahrt. Eine vortreffliche Klammer findet Regisseur Hader am Prater, wo die Wilde Maus, ein abgeranzte Berg- und Talbahn, darauf wartet, von Ex-Schulkamerad Erich (Georg Friedrich) instand gesetzt zu werden. Die Demontage von Haders Figur könnte hier liebevoll gebremst werden, Mittel, Menschen und Material bieten sich an, doch statt dessen trägt's den Mann vollends aus der Kurve… Josef Hader ist dank seines klaren Verstandes und großen Herzens in der Lage, uns Mitmenschen folgende Botschaft einzubleuen: ""Im Leben ist eh alles wurscht!"" gilt nur für arme Würstel.

Alpa Kino

Das Original ist besser!Moonlight (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00

Regie: Barry Jenkins, (USA), 2016

Darsteller: Mahershala Ali, Naomie Harris, Trevante Rhodes u.a.

Moonlight (OmdU)

Der Hauptcharakter in »Moonlight« ist Chiron (Ashton Sanders, Alex R. Hibbert, Tre’ Rhodes), der in drei Kapiteln jeweils einen anderen Zeitpunkt seines Lebens zeigt. Mit neun wird Chiron „Little“ genannt. Er wächst in einer Gegend von Miami auf, spricht nicht viel und frisst allen Kummer in sich hinein. Seine allein erziehende Mutter Paula (Naomie Harris) ist drogensüchtig. Erst seine Ersatzfamilie, Drogenhändler Juan (Maherschala Ali) und dessen Freundin Teresa (Janelle Monáe), lässt ihn etwas auftauen. Als Teenager hat Chrion sehr starke Probleme. Mit seinem besten Kumpel und Schulkameraden Kevin (Jharrel Jerome) macht er erste homosexuelle Erfahrungen. Mit Ende 20 hat er schließlich Selbstbewusstsein erlangt. Er verdient sein Geld als Drogendealer und nennt sich Black. Erst als er einen überraschenden Anruf von Kevin (André Holland) bekommt, der will, dass er ihn besucht, löst etwas Unerwartetes in ihm aus.

»Moonlight« wird als bester Film 2016 beworben und bekam bereits einen Golden Globe in der Kategorie bester Film (Drama). Es ist der zweite Film von Regisseur Barry Jenkings. »Moonlight« basiert auf dem Theaterstück „In Moonlight Black Boys Look Blue“ von Tarell McCraney, der sagt, das Theaterstück sei gewissermaßen autobiografisch. Die großen Zeitabstände zwischen den drei Kapiteln führten dazu, dass Chiron von drei verschiedenen Schauspielern verkörpert wurde. Dabei wurde weniger auf Aussehen als auf Ausstrahlung geachtet. Die drei Kapitel können auch als eigenständige Kurzfilme stehen, die in sich abgeschlossen sind und erst in der Zusammensetzung etwas viel Größeres ergeben.

Anne