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Kinoprogramm Donnerstag, 16.04.2015 - Mittwoch, 22.04.2015

27. FILMFEST DRESDEN - International Short Film FestivalKids 4. Großes Kino

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
16:00

27. FILMFEST DRESDEN - International Short Film FestivalFokus Europa 2: Short Matters!

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00

27. FILMFEST DRESDEN - International Short Film FestivalPanorama National: AusWegLos

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:30

27. FILMFEST DRESDEN - International Short Film FestivalPanorama International: Selectors´ Special Choice

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:30

Tickets & Infos: http://bit.ly/1IFG11i

Willkommen auf Deutsch

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45 17:45

Regie: Hauke Wendler, Carsten Rau, (Deutschland), 2014

Willkommen auf Deutsch

Nebelschwaden tauchen die Landschaft in eine magische Ruhe. Verschlafen drehen sich die Rotorblätter der Windkraftanlage vor dem Sonnenuntergang. Der Landkreis Harburg, ein norddeutsches Idyll. Ausländerfeindlich ist man hier nicht, betont Hartmut Prahm von der örtlichen Bürgerinitiative. Doch die Zahl 53 treiben ihn und viele andere der 415-Seelen-Gemeinde Appel südlich von Hamburg um. So viele Asylbewerber sollen hier in einem leerstehenden Altenheim untergebracht werden. Dagegen mobilisiert sich Widerstand. Doch der Tonfall bleibt gesittet, meistens. Bei der Bürgerversammlung hört man erhobene Stimmen. Stumpfer Ausländerhass vom Stammtisch klingt aber anders.

Hauke Wendler und Carsten Rau nehmen sich Zeit, um die Stimmungslage in zwei norddeutschen Dörfern auszuloten. Ihr Dokumentarfilm Willkommen auf Deutsch beleuchtet die Asylproblematik aus vier verschiedenen Perspektiven. Neben dem Vertreter einer Bürgerinitiative dokumentiert der Film die Arbeit des Fachbereichsleiters von der Kreisverwaltung. Der Mann aus dem Büro A-216 muss die Unterbringung der Asylanten verwaltungstechnisch durchsetzen. Er will »eine Willkommenskultur« etablieren, doch an seiner Mimik ist abzulesen, dass solche Sprachhülsen den Unmut der Bürger nicht übertünchen können.

Die Dokumentation dieses Streits um die Unterbringung von Flüchtlingen wird ergänzt durch Blicke auf Schicksale einiger Asylbewerber. In Tespe, einem anderen Dorf desselben Landkreises, begleitet die Kamera ein pakistanisches Paar, das in der Heimat aufgrund seiner gemischten Religionszugehörigkeit verfolgt wird. Mit den Beobachtungen einer sechsfachen tschetschenischen Mutter, die während des bangen Wartens auf den Asylbescheid einen Nervenzusammenbruch erleidet, schließt der Film einen Kreis. Während sie in der Klinik ist, springt eine deutsche Nachbarin als Kindermädchen ein. Die Rentnerin, der man ihre 80 Jahre nicht gleich ansieht, hat Hunger und Verfolgung nach dem Weltkrieg noch selbst erlebt.

Mit dieser beherzten Zivilcourage dokumentiert der Film, dass es nicht nur Vorbehalte gegen Asylbewerber gibt. »Gute« und vermeintlich »böse« Deutsche werden dabei aber nicht gegeneinander ausgespielt. Der Film steht in der Tradition des puristischen Hinsehens, das auf Offkommentare verzichtet. Das Vertrauensverhältnis der Regisseure zu ihren Protagonisten ermöglicht eine große Intensität des Beobachtens. Dem Zuschauer wird die Position des Mitleidens nicht aufgenötigt. Auf der anderen Seite werden auch Asylgegner nicht denunziert. Unaufgeregt und undogmatisch hält der Film ein Spannungsverhältnis aufrecht. Die großen Rätsel der Welt bleiben ungelöst.

Durch ihre offene Beobachtungshaltung – und mit einer Musikuntermalung, die aus einem Pan-Tau-Film stammen könnte – vermitteln Wendler und Rau, dass es bei der Asylproblematik keine Deutungshoheit gibt. Ihnen ist ein Film gelungen, der sehr menschlich ist und zugleich deutlich macht, dass Menschlichkeit nie ohne Konflikt zu haben ist.

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das ewige Leben

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30 19:30
22:00

Regie: Wolfgang Murnberger, (Österreich/Deutschland), 2014

Darsteller: Josef Hader, Tobias Moretti, Nora von Waldstätten u.a.

Das ewige Leben

Wenn's da a bisserl geholpert hat, die letzten vierzehn Jahr', in der Cinegraphie vom Brenner - Schwamm drüber! Das geht sich eh' net aus. Chronologie ist für Bürokraten. Die einzige Konstante in Brenners Leben - „Jetzt ist schon wieder was passiert!“ - muss wieder mal genügen als Einleitung. Besagtes Ereignis zwingt den Ermittler in seinem U-Boot auf Schleichfahrt erneut zum Auftauchen. Aber interessant, erstmal taucht er mit einem Kopfschuss unter. Das Leben dauert halt nicht ewig, gerad auch nicht mit diesem Schädelweh! In Graz, dem Ort seiner wilden Jugend, soll der Brenner also Schluss machen. Am Anfang erbt er noch ein verfallenes Haus, eine hungrige Katze und eine leere Walther PPK, dann begibt er sich auf die Suche nach etwas Geld. Die Pistole, nachdem er sie seinem alten Jugendfreund, dem Köck (habe die Ehre, der Herr Düringer), zum Trödel geboten hat, wird hernach besagtes Kopfweh beenden. Passt schon… Jedoch nicht ohne ein kurzzeitiges Gefühl von Freiheit. Auf einer hellblauen Puch. Schlängelfahrt quasi. Später aber, also viel später, nach Strafzettel, Schädelweh und Rettung, braucht es einen längeren Anlauf, um sich ins Leben zurück zu mäandern. Koma-Patient Brenner beantragt Polizeischutz. Und gleich wieder nicht. Weil Geistesblitz. Er hat den Chef der Grazer Polizei, den Aschenbrenner (eh' fesch, der Moretti) in Verdacht, das Loch in seinen Kopf gemacht zu haben. Blöd halt, dass gerad’ dessen Gattin (ergebenst, Frau von Waldstätten) den Brenner therapeutisch behandelt. Und nicht nur den. Und nicht nur das. Wolf Haas, der seinen Brenner als Menschen selber gar nicht so sehr mag, erfand die Figur mehr so aus Schmäh. Ist eh' klar. Trotzige Reaktion auf den starrsinnigen Literaturbetrieb. Dem Leser mit dem Oasch ins G’sicht zu fahr’n, ganz ohne Umschweife, erklärte Absicht quasi. Super. Diese Arschtritte hallen seit dem Jahr 2000 auch auf unseren Kinoleinwänden höchst erfolgreich nach und versprechen heuer, inmitten unserer gesellschaftlich gerad’ etwas garstigen Zeit, wieder einen überaus vergnüglichen Kinobesuch. Heiter, humanistisch und ehrlich. Aber hör zu, Ehrlichkeit bringt dich um. Ausgerechnet der Brenner, der Köck und Polizeichef Aschenbrenner hatten, als sie jung waren, einen Banküberfall durchgezogen. Der begann mit eben jener Walther PPK und endete womit? Eben.

alpa kino

Das Original ist besser!Der kleine Tod, eine Komödie über Sex - The Little Death (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:30
21:45 21:45

Regie: Josh Lawson, (Australien), 2014

Darsteller: Bojana Novakovic, Damon Herriman, Kate Box u.a.

Der kleine Tod, eine Komödie über Sex - The Little Death (OmU)

Na, liebe Freunde der gepflegt bürgerlichen Sexualität, dieses Jahr steppt ja richtig der Bär zum Thema und hat bereits im ersten Quartal die Libido so mancher Hausfrau in arge Wallung versetzt. Dank des Regie führenden Neukommers Josh Lawson gibt es jetzt auch was mit Sex in der Mittelschicht zu gucken. Da outet sich gleich mal, und das fast zeitgleich, ein kompletter Straßenzug einer australischen Vorstadtsiedlung, feststellend, dass es so in der Kiste nicht weitergehen kann. So horcht mal jeder fix in sich hinein, wir haben ja nur 96 Minuten, um festzustellen, dass der Geschlechtsakt doch auch mal auf eine andere und ausgefallenere Art über die Bühne gehen könnte. Einziges Problem bei dem ein oder anderen innigsten Sexualpraktikabilitätswunsch der jeweiligen Partnerkonstellation, einer von beiden bleibt oft emotional auf der Strecke und findet das neue Programm aus der schier unendlichen Vielfalt zweigeschlechtlicher Spielarten dann doch nicht so prall und schlichtweg unzumutbar. Diese schiere Unendlichkeit hat auch den Regisseur dazu veranlasst, Spezialformen hervorzukramen, von denen ich noch nicht einmal als ehemaliger Bürger der DDR gehört hatte. Ich meine, als jemand, der 19 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg geboren wurde, kannte man maximal den Voyeur oder den Entblößer, den man später Exhibitionist nannte. Auch las ich mal in einem DDR-Fachbuch für Kriminalisten von der Neigung eines Frotteurs aber….

Können Sie mit Dacry- oder Somnophilie etwas anfangen? Oder bin ich in meiner gelebten Sexualität einfach nur ein armes bemitleidenswertes zu belächelndes Würstchen, das noch nicht mitbekommen hat, wo eigentlich Barthel die Herrenfilme holt? Aber egal, hier handelt es sich definitiv um ein Lustspiel im zwiefachen Sinne des Wortes, denn nichts ist bekanntlich saukomischer und birgt soviel humoristisches Potenzial als der Sex selbst. Auch Josh Lawson ist es gelungen, in dieser Aneinanderreihung von unterschiedlichen sexualproblematischen Beziehungsepisoden sich auf der spitzen Kante des schwarzen Humors entlang zu hangeln und gegebenenfalls hie und da mal in seelische Tiefen zu blicken. Ungeachtet der wirklich hervorragenden Ensembleleistung und dem nicht zu unterschätzenden Aufkommen diverser Schenkelklopfer, täuscht aber auch dieser Film nicht darüber hinweg, wie bieder eigentlich doch im tiefsten Inneren mit diesem allumfassenden Thema noch heute im 21. Jahrhundert umgegangen wird und der Bürger mit großen Augen im Kinosessel sitzen und mit Uschi verschmitzt dreinschauend hor hor hor machen wird. Somit bleibt mir nur noch die angenehme Aufgabe, Ihnen, verehrte Zuschauerinnen und Zuschauer, einen angenehmen Aufenthalt, z.B. im KIF zu wünschen und Ihnen die Worte meines Freundes Dr. H.G. mit auf den Weg zu geben: „Wer unterwegs trödelt, ist selbst dran schuld.“

Voland & Quist LiteratursalonVoland & Quist Literatursalon: Beate Kruse

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:30

Im April besucht Beate Kruse den Voland & Quist Literatursalon und liest aus ihrem Kurzgeschichtenband »Was machen die anderen nachts?«

Die Ex-Sexkolumnistin des MAGAZINs gewährt uns Einblicke in das Berliner Nachtleben: von »Wann ist es Liebe?« über »Spielt die Größe eine Rolle?« bis hin zu »Wie geht richtiger Sex?« werden alle wichtigen Fragen rund um Körper, Liebe und One Night Stand beantwortet. Und zwar von einer, die es wissen muss …

Beate Kruse ist seit ein paar Jahren 35, lebt in Berlin, hat einen netten Job, interessiert sich aber im Grunde nur für ihren Bauchnabel bzw. für Form und Funktion diverser Körperteile. Mittlerweile hat sie alle Zeitungsabos gekündigt, die Bildungsbürgerbibliothek ins Antiquariat getragen und steht zu ihrer Obsession.