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Kinoprogramm Donnerstag, 18.05.2017 - Mittwoch, 24.05.2017

Das Original ist besser!Ein Tag wie kein anderer

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30
21:30

Regie: Asaph Polonsky, (Israel), 2016

Darsteller: Shai Avivi, Evgenia „Jenia“ Dodina, Tomer Kapon u.a.

Ein Tag wie kein anderer

Da stirbt der Sohn mit 25 Jahren an Krebs. Die Eltern Eyal und Vicky begraben ihn. Sieben Tage dauert die Schiv’a, wo man nach jüdischer Tradition daheim hockt und die Anteilnahme entgegennimmt, nicht arbeitet, keine Kleider wechselt. Am achten Tag spielt dieser Film. Und sein Titel verrät schon das Besondere. Eyal fasst den Entschluss; heute darf man sich keinen Fehler erlauben. Bloß nicht zur Normalität zurückkehren. Man muss emotionalen Widerstand leisten. Dabei helfen Ronnies Marihuana-Vorräte. Im Hospiz findet er bei den Sachen seines Sohnes eine ordentliche Menge von dessen Medizin. Was noch fehlt, ist Papier zum Rollen. Und überhaupt; wie dreht man einen Joint? Unter dem Einfluss solcher existenzieller Fragen beginnt sich Eyals Trauer mit vollkommen neuen Anforderungen zu vermischen. Während seine Frau Vicky wie geplant zum Zahnarzt trabt oder zurückkehrt zu ihrer Schulklasse, betritt Eyal emotionales Neuland. Zooler, der Sohn der Nachbarn, ist ihm eine große Hilfe. Beim Drehen. Bei der Verteidigung seines Cannabis-Erbes. Beim Luftgitarre lernen. Gemeinsam spielen die beiden im Krankenhaus einem Mädchen eine Operation vor, verjagen eine Trauergesellschaft vom Friedhof oder hängen einfach nur herum. Zooler ist quasi adoptiert. Obwohl Eyal schon seit Jahren Zoff mit dessen Familie hat, empfindet er beim Anblick von dessen Vater heut eine gewisse Fröhlichkeit… Der Regiedebütant Asaph Polonsky landete mit der Verarbeitung einer wahren Begebenheit zu einem Drehbuch gleich auf der israelischen Liste zu den OSCAR-Anwärtern.

Alpa Kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Zwischen den Stühlen

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30 19:30

Regie: Jakob Schmidt, (Deutschland), 2016

Zwischen den Stühlen

Der Film »Zwischen den Stühlen« beschreibt die Feuerprobe, die angehende Lehrer heute in Deutschland auf dem Weg zum Examen durchlaufen müssen. Die Dokumentation erhielt gleich mehrere Auszeichnungen beim 59. DOK Filmfestival Leipzig.

Lehrer als Berufswunsch zu haben ist etwas, das viele schon im Ansatz nicht nachvollziehen können. Ein dickes Fell und ein großes Selbstbewusstsein sind gemeinhin neben einigen anderen geeigneten Eigenschaften wohl die wichtigsten Essenzen, um in diesem Beruf bestehen zu können. Und ein dickes Fell wird kaum einer schon zu Beginn seiner Laufbahn mitbringen.

Tatsächlich werden die drei Protagonisten Anna, Katja und Ralf auf eine harte Probe gestellt. Problemschüler, Elternabende, Intrigen im Lehrerzimmer und Prüfungsängste stellen die Ideale der Anwärter schon stark in Frage.

Der Film begleitet die drei Studenten während ihres Referendariats. Ein Jahr, das nach einem theoriebeladenen Studium absolviert werden muss. Und eine Zeit, in der sie einerseits Noten vergeben und andererseits selbst benotet werden, in der sie sich sozusagen zwischen den Stühlen befinden. Die Dokumentation gibt einen beeindruckenden wie unverstellten, auch humorvollen Einblick hinter die Kulissen des Schulsystems. Dabei stellt sie unter anderem die Frage, in welcher Gesellschaft wir heute leben wollen.

Interessant, dass gleich mehrere Seminarleiter etwas gegen ein anwesendes Kamerateam hatten.

Sie hatten Bedenken, zu stark von offiziellen Richtlinien für die Lehrerausbildung abzuweichen, Fehler zu machen, nicht den Erwartungen der Vorgesetzten zu entsprechen und sich damit Karrierechancen zu verbauen. Eine vorgesehene Protagonistin zog daraufhin ihre Teilnahme zurück.

BSC

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Denk ich an Deutschland in der Nacht

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30
21:30

Regie: Romuald Karmakar, (Deutschland), 2017

Darsteller: Ricardo Villalobos, Sonja Moonear, Ata u.a.

Denk ich an Deutschland in der Nacht

Techno ist eine Installation. Techno ist ein Monument. Zitierte man Beuys, könnte man Techno auch eine soziale Plastik nennen. Gelegentlich gelangt das zuckende Leiber-Wesen zu einem kollektiven Höhepunkt, den die Schweizer DJane Sonja Moonear besonders mag. Der renommierte Filmregisseur und erklärte Techno-Liebhaber Romuald Karmaker kommt nicht los davon, die Magie dieses tanzenden Wesens beschreiben zu wollen. Karmaker gehört mittlerweile mit seiner Kamera zur Szene. Seine Bilder atmen den Flow und er gibt ihnen die dafür notwendige Zeit. Versiert splittet er dabei Audiospuren, nimmt auseinander, was der DJ gerade zusammenführt. Zwischendurch verfolgt er gestandene Größen des Techno in ihre Refugien. Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel oder David Moufang sind von Anfang an dabei. Die Gespräche führen von den Klubs, von der Arbeit, scheinbar fort ins Nichts. Karmaker lässt sie einfach kreisen, doch hier und da ändern sie plötzlich die Richtung. Gedanken verschmelzen auf der Tonspur, eine neuer Beat entsteht. Ricardo Villalobos nennt die Party eine Wertegemeinschaft, bei deren Geräuschen eine Basisdemokratie entsteht. Abstimmung mit den Körpern. Ganz nebenbei, das momentan, weltweit erfolgreichste Kulturgut aus Deutschland. Kaum denkbar, dass die Tanzwütigen dieser Welt Heines Nachtgedanken in ihrer Gänze wiedergeben könnten, doch um den Schlaf gebracht sind sie allemal.

Alpa Kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia