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Kinoprogramm Donnerstag, 22.08.2019 - Mittwoch, 28.08.2019

Das Original ist besser!Yesterday (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:15 18:15

Regie: Danny Boyle, (Großbritannien), 2019

Darsteller: Lily James, Himesh Patel, Kate McKinnon u.a.

Yesterday (OmdU)

Singer-Songwriter Jack Malik schafft es trotz seines leidenschaftlichen Einsatzes nicht zum großen Erfolg. Er schlägt sich in seinem verschlafenen englischen Küstendorf durch und hat es längst aufgegeben, vom großen Durchbruch zu träumen. Nur Jugendfreundin Ellie hält unerschütterlich an Jacks Traum fest. Während eines mysteriösen Stromausfalls wird er vom Bus angefahren. Als Jack sein Bewusstsein wiedererlangt, wird ihm bald klar, dass weder seine Freunde noch die Welt je von den Beatles gehört haben. Welthits wie „Hey Jude“, „Let it Be“ oder „Yesterday” - ausradiert aus dem kollektiven Bewusstsein. Obwohl Jack sich anfangs weigert, gibt er die Lieder der Fab Four bald als die eigenen aus. Musik-Managerin Debra treibt ihn zu Weltruhm, denn die Songs haben zwar ihre Originalbesetzung, nicht aber ihren Zauber verloren. Bald stellt Jack fest, dass der Erfolg auch seine Opfer fordert. Allen voran läuft er Gefahr, Ellie zu verlieren. Drehbuchschreiber Richard Curtis hat uns mit »Bridget Jones«, »Mr. Bean«, »Notting Hill« oder »Tatsächlich…Liebe «einige der unterhaltsamsten Filme der Insel geliefert. »Yesterday« ist keine Ausnahme. Die Idee ist so nahe liegend, so genial und so mitreißend wie die ihr zugrunde liegende Musik. Der Moment, in dem Jack vor seinen Freunden „Yesterday“ singt und keiner mitschunkelt oder mitsingt, verursacht Gänsehaut. Im realen Leben muss man nur die ersten Takte eines Beatles-Song anstimmen und jeder weiß Bescheid. Nationen, Alter, Kultur: Völlig egal, die Beatles scheinen Weltkulturerbe. Um so spannender, wenn sie nun zwei Stunden lang einmal aus dem Bewusstsein getilgt sind…

Viktoria Franke

Das Original ist besser!Leid und Herrlichkeit - Dolor y gloria (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:30 20:30

Regie: Pedro Almodóvar, (Spanien), 2019

Darsteller: Penélope Cruz, Antonio Banderas, Cecilia Roth u.a.

Leid und Herrlichkeit - Dolor y gloria (OmdU)

Um den Inhalt des Films in eine Zeile zu packen, reicht ein Zitat von Regisseur Pedro Almodóvar: „Basiert »Leid und Herrlichkeit« auf meinem Leben? Nein, und ja, auf jeden Fall.“ Der spanische Starregisseur entwirft ein faszinierendes Spiel zwischen Fiktion und autobiographischer Wahrheit, in dessen Mitte er sein fiktionales Abbild, Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas), setzt. Gegen Ende seiner Laufbahn blick Salvador zurück auf drei Epochen seines schillernden Lebens: Am Beginn steht seine Kindheit in den 60ern, als er mit seiner Familie auf der Suche nach Wohlstand nach Valencia emigriert. Seine liebevolle Mutter (Penélope Cruz) versucht alles, ihm ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Dennoch wird sie ihm später vorhalten, dass er angesichts ihrer Opfer kein guter Sohn gewesen sei. In den 80er Jahren zieht es Salvador nach Madrid, wo er mit dem Argentinier Federico seine erste große Liebe trifft. Der Schmerz der Trennung treibt ihn zum Schreiben. Die Kreativität wird seine Therapie und bald ist er einer der innovativsten und erfolgreichsten Filmschaffenden Spaniens. Im Hier und Jetzt reflektiert er mithilfe dieser Erinnerungen, alter Weggefährten und einer Dosis Heroin über die Jahre, in denen er als Regisseur große Erfolge feierte und schmerzliche Verluste verdauen musste. Die Verarbeitung der Vergangenheit hilft ihm schließlich, den Weg in ein neues Leben zu finden. Sowohl Banderas als auch Cruz waren stets Teil Almodóvars Filmgeschichte. Dass sie somit in seinem intimsten, aber womöglich auch bestem Film mitwirken, scheint passend. Banderas war nie besser!

Viktoria Franke

Lord of the Toys

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:15 18:15
22:45

Regie: Pablo Ben Yakov, (Deutschland), 2018

Lord of the Toys

Der Dokumentarfilm löste einen Skandal und Shitstorm beim letztjährigen Leipziger Dok-Filmfestivals aus. In erster Linie wohl, weil die Protagonisten rechtsextreme Sprüche klopfen. Die Empörung war groß, aber die Goldene Taube, der Hauptpreis des Dok-Festivals für Ben-Yakov und André Krummel, entschädigt die Filmemacher. Nicht der Überbringer der Nachricht sollte geschmäht werden sondern die Realität in unserem Land. Insofern erübrigt sich die Frage „Ob man das zeigen darf?“. Solches Kino muss gezeigt werden, erst recht hier in Dresden.

Max „Adlersson“ Herzberg aus Dresden, 20 Jahre alt, hat entschieden, sein Leben nicht mit Arbeit zu verbringen. Seitdem referiert er über Messer und alle möglichen andere Produkte, öffnet Gangsta-Rap-Fanboxen, erzählt von sich selbst, besäuft sich in aller Öffentlichkeit, pöbelt und grölt herum, erniedrigt Schwächere, reißt derbe Witze und testet jede Grenze aus, die er sieht - Max ist YouTuber und lebt davon.

Die meisten seiner Freunde haben eigene Kanäle auf YouTube und Instagram, einige sogar recht erfolgreich. Max und seine Clique sind zweifelhafte Vorbilder, aber sicherlich Prominente ihrer Generation mit mehr als 300.000 aktiven Fans.

Ist Max ein gewaltverherrlichender Influencer mit rechten Tendenzen oder ein gewöhnlicher Heranwachsender auf der Suche nach Halt und Identität, in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Privatleben und Öffentlichkeit zunehmend verschwinden? Womöglich ist er beides, wahrscheinlich, ohne sich dessen allzu bewusst zu sein.

Ben-Yakov und André Krummel begleiteten Max und seine Clique einen Sommer lang, und sie hinterlassen ein dystopisches Bild der ersten Generation junger Erwachsener, die ein Leben ohne Internet, YouTube und Instagram nicht kennen. Der Film portraitiert sie und untersucht die Welt, in der ihre Lebensmodelle gedeihen: den Westen im Allgemeinen und den deutschen Osten im Speziellen.

ak

Dok-Leipzig: Bester Film

Das Original ist besser!Rocketman (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:00

Regie: Dexter Fletcher, (Großbritannien/USA), 2019

Darsteller: Taron Egerton, Richard Madden, Jamie Bell u.a.

Rocketman (OmdU)

Nachdem »Bohemian Rhapsody« schon erfolgreich dem jüngeren Publikum die Band Queen vorstellte, versucht sich nun »Rocketman« damit, Elton John wieder „cool“ zu machen. Dabei soll es nicht nur stupide das Leben des Weltstars nacherzählen, sondern, wie Hauptdarsteller Taron Egerton sagt, ein Fantasy-Musical sein, das einige der größten Momente in Elton Johns Leben widerspiegeln soll.

Der Brite Reginald Kenneth Dwight studierte bereits mit 11 Jahren an der Royal Academy of Music. Schon seine Band Bluesology feierte erste Erfolge, doch das erste Soloalbum „Empty Sky“ des unter dem Pseudonym bekannten Elton John floppte. Fast wäre seine Karriere vorbei gewesen, bevor sie überhaupt begann. Doch mithilfe des Plattenbosses Dick James kletterte das zweite Album „Elton John“ schnell in die Top 10. Was folgt, ist die bewegende Karriere eines Musikers, der nicht nur durch zunehmend extravagante Kleidung Aufmerksamkeit erregt sondern auch durch seine Musik. Doch auch in seinem Leben finden sich Höhen und Tiefen: Der Oscar für die Musik zu »Der König der Löwen«, die drogenbedingte Kehlkopfoperation 1986, Auftritt als erster westlicher Popstar in der Sowjetunion und der Verlust seiner guten Freundin Prinzessin Diana im Jahr 1997. All das zeigt das Biopic, das bereits seit 2011 in Planung war. Dabei arbeitete der Drehbuchautor Lee Hall sehr eng mit dem Künstler selbst zusammen. Elton John war auch in die Produktion involviert. Die Rolle des legendären Musikers wurde aus Termingründen mehrmals neu besetzt, bis Taron Egerton dann die Rolle sein Eigen nannte.

Anne

Acid

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00
22:00

Regie: Aleksandr Gorchilin, (Russland), 2018

Darsteller: Filipp Awdeew, Alexander Kusnetsow, Alexandra Rebenok u.a.

Acid

Sasha ist 20, produziert halbherzig seine eigene Musik, hat ansonsten aber keinen richtigen Plan für sein Leben. Gerade ist sein Kumpel Vanya vom Balkon gesprungen. „Wenn du springen willst, spring!“, hat Pete zuvor noch zu Vanya gesagt. Nach der Beerdigung gehen Pete, Sasha und seine Freundin Karina erst mal in den Club feiern. Dort lernen sie den Künstler Vasilisk kennen, der Sashas beschnitten Schwanz fotografieren will. Bei sich zuhause führt Vasilisk den dreien seine Kunst vor: Er löst alte Politiker-Büsten in Säure auf und präsentiert die deformierten Objekte als neue Skulpturen. Aus Langweile trinkt Pete einen Schluck der Säure und landet im Krankenhaus. Ein paar Tage später wird er mit einem dicken Pflaster über den Mund entlassen. Als er wieder zu sprechen beginnt, findet er endlich Worte für das Chaos um ihn…

Das Original ist besser!The Dead Don't Die (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Regie: Jim Jarmusch, (USA/Schweden), 2019

Darsteller: Tilda Swinton, Chloë Sevigny, Adam Driver u.a.

The Dead Don't Die (OmdU)

Man wird ja wohl noch mal träumen dürfen. Einen Albtraum, in dem Tom Waits, wenn er gerade nicht Fuck Farmer Miller (Steve Buscemi) die Hühner klaut, als bärtiger Kommentator eines absurden Kopf-Ab-Spieles auftritt. In der Kleinstadt Centerville bemerkt die staatliche Exekutivmacht Chief Cliff Robertson (Bill Murray), Buddy Ronnie Peterson (Adam Driver) und Trainee Mindy Morrison (Chloë Sevigny) eine sprunghafte Zunahme von verschwundenen Hühnern und geschlachteten Mitbürgern. Als sie den Zusammenhang erkennen zwischen Kommunikationszusammenbruch, Fracking an den Polkappen und Zombie-Invasion in Centerville, wissen sie, das geht nicht gut aus. Zumal die Regierung alles leugnet. Die Zombies von heute brauchen vor allem WLAN. Da ist es kein Wunder, dass selbst die Toten aus ihren Kisten steigen, als in Centerville das Netz streikt. Wie bei den guten alten George A. Romero-Cousins stolpern die Untoten hier auf der Suche nach ihren Herzensdingen ständig über die Lebenden. Was Zelda (Tilda Swinton), der Besitzerin der örtlichen Leichenhalle, viel Arbeit bereitet, doppelte Arbeit quasi. Bereits hergerichtete Leichen muss sie aufwendig nochmals herrichten, nachdem sie ihnen mit ihrem Samuraischwert die Köpfe heruntergeschlagen hat. Kill the head, so lautet fortan die Bedienungsanleitung… Die internationale Filmbranche wusste ja bereits vorher, diese Metapher steht für ein ganzes Land (wohl eher die leichenstarre Das-geht-bestimmt-von-allein-wieder-weg-Attitüde steht für dieses Land). Trotzdem darf man genüsslich johlen, wenn ausgerechnet Fuck Farmer Miller mit seiner Trumpmütze nicht auf irgendeinen lumpigen Mittelschicht-Zombie trifft, natürlich nicht, denn wer Schwarze so sehr hasst wie Chicken-Miller, hat einen Tod erster Klasse verdient… Alle übrigen Albträume enden übrigens, wie sie beginnen, einfach so.

Alpa Kino