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Kinoprogramm Donnerstag, 30.07.2015 - Mittwoch, 05.08.2015

Das Original ist besser!Slow West (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:15 18:15 18:15
21:15 21:15 21:15

Regie: John Maclean, (USA/Neuseeland), 2014

Darsteller: Michael Fassbender, Kodi Smit-McPhee, Caren Pistorius u.a.

Slow West (OmU)

Trailer: http://bit.ly/1EPifvP

Trocknet eure Tränen, der Western ist tot. Es lebe der Anti-Western. Dieses nun auch schon wieder 50 Jahre alte Genre des ganz und gar nicht romantischen Westerns bekommt jetzt einen großen Bruder. Einen saucoolen, dreckigen Bastard, der anderen in den Rücken schießt. Wegen eines Stück Brotes… Der erste Eindruck ist mächtig finster. Und erinnert gewaltig an die Geschichte vom frisch verliebten, tödlich getroffenen, umherreisenden Buchhalter aus Cleveland. Der 16-jährige Scot Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee) reist im Jahr 1870 aus Irland nach Amerika. Aus Liebeskummer um seine Rose (It's a rose, made out of paper…). Sie (Caren Pistorius) und ihren Vater will Jay finden, hat aber nicht damit gerechnet, was für ein raues, gesetzloses Land sich seine europäischen Vorgänger hier drüben zusammengeballert haben. So ein Greenhorn wie Jay verputzen die Kerle hier zwischen Kaffee und Bohnen. Da haben sie noch nichtmal die Stiefel angezogen. Scheiß Philister, die krummen… Jay engagiert Silas Selleck (Michael Fassbender) mehr durch Zufall. Halb zu seinem Schutz und halb, um Rose und ihren Dad zu finden. Nicht ahnend, dass Silas hier in einen wirtschaftlichen Interessenkonflikt gerät. Silas geht dem einträglichsten Gewerbe dieser Zeit nach; er ist Kopfgeldjäger. Zu dumm, dass auf Jays Geliebte und ihren alten Herrn ein paar tausend Dollar ausgelobt sind. Dead or alive. It doesn't matter. Und ja. Es gibt ein halbes Dutzend Szenen, die man so oder ähnlich einst bei Jim Jarmusch sah. Und ohne lang darauf herumreiten zu wollen; Jay wird ganz sicher bald seine lämmerhafte Unschuld verlieren. Und sich den Wolfspelz überstreifen. Will er sein Leben behalten. Regisseur John Maclean, dessen kreative Wurzeln bei der sagenhaften Beta-Band liegen, weiß seine Träume zu verwirklichen. Im bildschönen Neuseeland finden er und sein Kameramann Robbie Ryan Muße und Landschaft genug, uns an der Nase herum zu führen. Ganz langsam, slow west.

Boys,.. the hunt is on!

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Taxi Teheran

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:45 19:45 19:45
22:45 22:45 22:45

Regie: Jafar Panahi, (Iran), 2015

Darsteller: Jafar Panahi u.a.

Taxi Teheran

Kann man denn noch direkter und noch brisanter Kino machen? Als es der iranische Regisseur Jafar Panahi mit seinem neuesten Coup auf der Berlinale gezeigt hat? Der mit 20 Jahren (!) Berufsverbot belegte Filmemacher erteilt seinen Gegnern eine laut schallende Backpfeife und lädt das halbe Land zu einer politischen Gesprächsrunde vor seine Kamera. Welche er ins Handschuhfach eines Taxis montiert, so dass sie jeder sehen kann und vor die er sich auch gleich selbst noch hockt. Als vermeintlicher Taxifahrer durch Teheran, der die ambitionierte Anwältin (seine Anwältin), den jungen, wilden Regiestudenten, einen Todgeweihten oder die von Zensurvorgaben genervte Schülerin (seine Tochter) kutschiert. Aufs Köstlichste verschwimmt hier die Realität zur Fiktion, wenn man auseinander zu halten versucht, wo das Drehbuch abgelöst wird vom echten persönlichen Mitteilungsbedürfnis der Protagonisten. Der Innenraum Taxi, und das gilt für fast alle Länder dieser Welt, stellt seit jeher einen sprudelnden Informationsquell dar und gilt als höchst politischer Gradmesser für die Gesellschaft, auf deren Straßen man sich gerade bewegt. Damit spielt Panahi sehr virtuos, und findet en passant eine listige Möglichkeit, heimlich einen Film zu drehen. Auf seiner Rückbank streitet eine ambitionierte Lehrerin mit einem arroganten Besserwisser über den Un-Sinn von überzogener Bestrafung bei Kleinstkriminellen. Dann erkennt des Regisseurs Nachbar umgehend, dass Panahi hier nie im Leben nur Taxi fährt, sondern einen Film dreht oder die Anwältin von Panahi steigt ein und listet die jüngsten Fälle von Justizwillkür auf…, kurz gesagt eine köstliche Eulenspiegelei. Und für die kleine Episode mit dem wissbegierigen Möchtegern-Regisseur, der sich beim Meister Rat holen möchte, aus welchen Kinoklassikern er das Handwerk erlernen solle, allein dafür gebührt dem Gewinner des Goldenen Bären 2015 allerhöchste Achtung: Diese Filme hier seien alle schon gedreht, Inspirationen finde er anderswo. Lautet die Antwort. Genau. In einem Teheraner Taxi zum Beispiel.

alpa kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia