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Kinoprogramm Donnerstag, 14.02.2019 - Mittwoch, 20.02.2019

Das Original ist besser!The Mule (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00
19:30
21:45

Regie: Clint Eastwood, (USA), 2019

Darsteller: Clint Eastwood, Bradley Cooper, Taissa Farmiga u.a.

The Mule (OmU)

Die Person, auf der diese Geschichte basiert, war für zehn Jahre Kokain-Schmuggler für das mexikanische Sinaloa Drug Cartel. Als Gärtner und Weltkriegsveteran Leo Sharp 2011 festgenommen wurde, war er 87 Jahre alt und damit der wohl älteste (bekannte) Drogenkurier. Clint Eastwood ist mittlerweile 88 Jahre alt und - so hofft man, wenn man dieses Meisterwerk sieht - wird hoffentlich noch lange Filme dieses Kalibers machen. Seit sechs Jahren hat man ihn nicht mehr vor der Kamera gesehen, doch als Regisseur merkte er wohl, dass es nur eine Idealbesetzung für den kernigen, in sich gekehrten Alten gibt. Denn egal, wie ledrig die Haut wird und welche Zahl Wikipedia hinter Eastwoods Namen mittlerweile anzeigt: Wer soll je in seine Fußstapfen treten? Wie man es von ihm kennt und erwartet, besticht er auch als „Maulwurf“ mit seiner ihm typischen schauspielerischen Ruhe, Stärke und Tiefe. Ihm zur Seite steht ein erstklassiges Ensemble mit Namen wie Bradley Cooper, Andy Garcia, Laurence Fishburne oder Dianne Wiest. Doch getragen wird der Film ganz klar von Eastwood, der als „Earl Stone“ nicht ganz freiwillig aufgrund von Geldproblemen in das Schmuggelgeschäft reinrutscht. Die wahre Hintergrundgeschichte wird der Dramaturgie zuliebe ein wenig angepasst, und so geht Stone einen Deal mit der DEA (Drug Enforcement Administration) ein, um als Maulwurf seine mexikanischen Drogenkartell-Kontakte bei einem letzten Einsatz zu überführen. Earl Stone war weder ein guter Vater noch ein guter Ehemann, daher erhofft er sich mit diesem letzten humanen Akt Wiedergutmachung für seine Verfehlungen.

Viktoria Franke

Das Original ist besser!Green Book - Eine besondere Freundschaft (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:15 19:15
21:45

Regie: Peter Farrelly, (USA), 2019

Darsteller: Viggo Mortensen, Mahershala Ali, Linda Cardellini u.a.

Green Book - Eine besondere Freundschaft (OmdU)

New York City 1962: Der hochkarätige Pianist Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) plant eine Südstaatentournee - in den 1960er Jahren heißt das für einen Afroamerikaner, extrem sorgfältige Reisevorbereitungen zu treffen. Don, der so feinsinnig ist, dass er den Begriff „hochkarätig“ als zutiefst trivial brandmarken würde, engagiert den handfesten Italo-Amerikaner Tony Lip (Viggo Mortensen) als Fahrer. Tony soll ihn anhand des sogenannten Negro Motorist Green Book sicher durch all die Gegenden bringen, in denen Rassismus noch selbstverständlich ist. Das Book ist ein Reiseführer, der alle Unterkünfte und Restaurants auflistet, in denen auch afroamerikanische Gäste geduldet werden. Tony hat das Herz auf dem rechten Fleck und als ehemaliger Türsteher eine locker sitzende Faust, was er seinem neuen Arbeitgeber zunächst verschweigt. Während der langen Fahrten durch das weite Land ergeben sich Gespräche, kulturelle Unterschiede von den Ess- bis zu den Schreibgewohnheiten prallen aufeinander. Je tiefer sie in den Süden gelangen, desto heftiger werden die rassistischen Zwischenfälle. Don lässt Tony im Laufe dieses Road Movies die Erfahrung machen, dass man Ausgrenzung besser mit Würde als mit Gewalt begegnet und zeigt ihm, dass er es eigentlich besser weiß. Tony wiederum führt Don auf mal hemdsärmelige, mal feinfühlige Weise vor Augen, mit welchen Widersprüchen er lebt und wie er sie verdrängt. Freundschaft findet statt.

Regisseur Peter Farelly, sonst für Schenkelklopfer wie »Dumm und dümmer« und »Verrückt nach Mary« bekannt, widmet sich mit Fingerspitzengefühl einem leider wieder brandaktuellen Thema. Im feinen Retro-Setting brilliert Mahershala Ali, der wie in »House of Cards« mit optischem und intellektuellen Glanz besticht. The one and only Viggo Mortensen gibt mit Lust den Proll mit dem heißen Herzen. Nicht zu fassen, dass der Mann 60 Jahre alt sein soll.

»Green Book - Eine besondere Freundschaft« ist ein Film in der Tradition von »Miss Daisy und ihr Chauffeur« und dürfte ein Oscar-Anwärter sein. Ali hat schon einen, für Mortensen ist er absolut überfällig.

Grit Dora

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!The Favourite - Intrigen und Irrsinn (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00
21:45

Regie: Yorgos Lanthimos, (Großbritannien/Irland), 2018

Darsteller: Emma Stone, Rachel Weisz, Olivia Colman u.a.

The Favourite - Intrigen und Irrsinn (OmdU)

Königin Anne (Olivia Colman) ist ein quirliges unberechenbares Wesen, gefangen in ihren Launen, ihren Stimmungsschwankungen. Ihre engste Vertraute, Lady Sarah Churchill (Rachel Weisz), die Herzogin von Marlborough, ist nicht nur die Frau, die an Annes Stelle das Land regiert, sie ist auch ihre heimliche Liebhaberin - ein skandalöses Geheimnis. England befindet sich im Krieg mit Frankreich, es gäbe also viel zu tun, Sarah regelt, was geht, doch konsumiert und amüsiert werden muss auch. Die Ananas ist die Luxusfrucht der Stunde, Hummerrennen erfreuen sich großer Beliebtheit. Der Jagd als dem klassischen Vergnügen der Aristokratie wird gefrönt. Noch wird nur auf Tiere geschossen. Als ein neues Dienstmädchen (Emma Stone) mit aristokratischen Wurzeln bei Hofe eintrifft, sich hochdient, der Königin Schlafzimmer belauscht und ihr bald darauf gefällig ist, macht sie der Herzogin die Gunst der Königin streitig. Das Spiel um Liebe und Macht mündet in den Kampf um den ersten Platz, der wird mit allen Mitteln ausgetragen. Welcher Ehrgeiz ist der größere? Die Königin folgt leidenschaftlich dem Gefecht ihrer Favoritinnen - soviel Amüsement war selten. Wenn dafür Blut fließen muss, ist das eben so…

Nach Filmen wie »Lobster« und »Dogtooth« hat sich Yorgos Lanthimos erstmals einen historischen Stoff vorgeknöpft. Im historischen Gewand zeichnet er ein phantastisch sarkastisches Porträt von Bedeutungsträgern am Beispiel von Frauen und führt die Mechanismen einer verqueeren Dreierbeziehung vor. Wie stets zeigt er das Exemplarische im Persönlichen. Die 200 Jahre Distanz zum Geschehen verweisen um so deutlicher auf groteske aktuelle Auswüchse von Macht und Missbrauch. Formal ist Lanthimos wieder auf ganz hohem Niveau unterwegs, sehr spielerisch, immer leicht überzeichnet, mit gelegentlichen Ausflügen ins Irrwitzige und Kamerafahrten mit dramatischen optischen Verzerrungen. Ein Film auf Augenhöhe zu Stanley Kubricks »Barry Lyndon« und Stephen Frears »Gefährliche Liebschaften«. Großartig.

Grit Dora

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15

Regie: Gwendolin Weisser, Patrick Allgaier, (Deutschland), 2017

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Prolog: Uns zieht es hinaus. Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen. Und das alles über Land. Nie den Kontakt zur Erde verlieren. Immer Strecke spüren. Über die Meere mit dem Schiff, denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen, mit Zeit reisen.

Wir lernen Grenzen kennen. Wollen lernen, was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet. Es ist der Versuch, nicht mehr als 5 Euro am Tag auszugeben. 2 oder 3 Jahre. Vielleicht mehr, vielleicht weniger.

Wir sind keine Helden, sind nichts Besonderes, wir hören lediglich auf das Gefühl in unserem Bauch.

Wir verlassen unser Zuhause, um zu lernen, was für andere Heimat bedeutet.

»Weit - Die Geschichte von einem Weg um die Welt« erzählt bunt und authentisch von unserer außergewöhnlichen Reise um die Erde. Zu zweit sind wir in den Osten losgezogen, um dreieinhalb Jahre später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zu kehren. Ohne zu fliegen, erkundeten wir die Welt, stets von Neugierde und Spontanität begleitet.