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Kinoprogramm Donnerstag, 27.08.2015 - Mittwoch, 02.09.2015

Das Original ist besser!Gefühlt Mitte Zwanzig (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:00 19:00 19:00 19:00 19:00 19:00

Regie: Noah Baumbach, (USA), 2014

Darsteller: Ben Stiller, Naomi Watts, Adam Driver u.a.

Gefühlt Mitte Zwanzig (OmU)

Wenn man mit Mitte 40 keine Kinder hat, kann man machen, was man will, aber das kann mit der Zeit ziemlich dröge werden.

Josh, der Dokumentarfilmer und seine Frau Cornelia leben in Brooklyn. Sie sind zufrieden mit ihrem friedlich dahin plätschernden Leben, geraten aber doch unter Druck, als ihre gleichaltrigen Freunde plötzlich wie auf einen Schlag und allesamt Kinder bekommen. Man weiß ja, dass das im Akademikermilieu eher später passiert. Das kinderlose Pärchen will sich nicht zum Nachwuchs bekehren lassen und sucht ob der Sprösslingsflut Zuflucht bei Jamie und Darby. Das Hipster-Paar ist gut zwanzig Jahre jünger. Jamie will Dokumentarfilmer werden und profitiert von der Freundschaft mit Josh, dem gestandenen Berufskollegen. Das ältere Pärchen wiederum hat Spaß an der Frische, Naivität und Energie der Jungmenschen. Sie wollen das Jungsein wieder wissen, steigen auf Rollerblades und lassen sich mit in den Hip-Hop-Kurs schleppen. Mit Arthritis im Knie gar nicht so ohne. Der schmerzhaft-fröhliche Selbsterkenntnisgewinn ist enorm. Doch irgendwas scheint faul an der neuen Freundschaft. Josh ahnt, dass Jamie nicht ganz so offen ist, wie er sich gibt…

Dem Thema des Älterwerdens widmen sich unzählige Filme, ist ja auch eine große Herausforderung, der Sache positive Seiten abzugewinnen. Ab Mitte 40 sachte vergreisen kann schließlich jeder. Wie packt man den Stier bei den Hörnern? Regisseur Noah Baumbach baut aus einem auf den ersten Blick nicht übermäßig spannenden Plot phantastisch witzige Szenen. Ben Stiller und Adam Driver geben als Dokumentarfilmer ein traumhaftes Komikerpärchen ab, hübsch gerahmt von ihren Kolleginnen Naomi Watts und Amanda Seyfried, die leider nicht so irre lustig sein dürfen.

Grit Dora

Die Yes Men - Jetzt wird’s persönlich

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:45 20:45 20:45 20:45 20:45 20:45 20:45

Regie: Laura Nix & die „Yes Men“ Andy Bichlbaum & Mike Bonanno, (USA), 2014

Die Yes Men - Jetzt wird’s persönlich

Trailer: http://bit.ly/1GtetMO

Sie imitierten und blamierten zu Georg Bushs Zeiten die website des Weißen Hauses, fungierten als offizielle Ansprechpartner für die WTO und erklärten diese für aufgelöst, sie erschienen 300 Mio BBC World Zuschauern als Sprecher von Dow Chemical und verkündeten, dass den Opfern von Bhopal nach 20 Jahren endlich Gerechtigkeit widerfahren solle… und in den vergangenen Jahren rackerten Jacques Servin und Igor Vamos alias Andy Bichlbaum und Mike Bonanno wie wild, um die Klimakatastrophe ein für alle Mal abzuschaffen. Dass es zur dritten Auflage ihres köstlichen Weltverbesserungs-Doku-Projektes kommen würde, schien klar und logisch. Wenn du dich einmal in Firmenvorstände hineingelogen hast, auf Kongresse geschmuggelt oder geradezu euphorisch dazu eingeladen wurdest, Hitlers Wirtschaftspolitik zu feiern, dann ermuntert dich neben der erdrückenden Unzulänglichkeit dieser Welt auch noch die himmelschreiende Ignoranz und vor allem die saublöde Des-Kaisers-Neue-Kleider-Mentalität der achso gewaltigen und wichtigen CEO's dieser Welt. Neuerdings kommt die dummfreche Faulheit der Presse noch dazu. Die für Projekte wie die Yes Men alles hinausposaunen, was ihnen zugezwitschert wird. Obwohl die beiden Aktivisten bereits ein wenig in die Jahre gekommen sind, gilt nach wie vor ihre Prämisse „If you don't - who will?“. Seit 20 Jahren machen sie den modernen Eulenspiegel und erzwingen durch immerwärende Zustimmung (The Yes Men), dass die zerstörerischen Attribute dieser Gesellschaft so lauthals wiedergegeben werden und es selbst die Ignorantesten hören müssen. Auch ein wenig einfühlsam zeigt dieser aktuelle Streifen, welchen großen Preis man für ein engagiertes Leben zahlen muss. Viele Beziehungen litten, Freunde standen zurück und Kraft wurde verschwendet. Gerade im Kampf gegen die Windmühlen der Klimakatastrophenverweigerer. Und jetzt, wo Igor Vamos zum dritten Mal Vater wird, beschleicht ihn langsam das Gefühl, die jüngeren Eulen könnten flügge werden und ruhig mal die Arbeit am Spiegel übernehmen.

alpa kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Slow West (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:30 22:30 22:30 22:30 22:30

Regie: John Maclean, (USA/Neuseeland), 2014

Darsteller: Michael Fassbender, Kodi Smit-McPhee, Caren Pistorius u.a.

Slow West (OmU)

Trailer: http://bit.ly/1EPifvP

Trocknet eure Tränen, der Western ist tot. Es lebe der Anti-Western. Dieses nun auch schon wieder 50 Jahre alte Genre des ganz und gar nicht romantischen Westerns bekommt jetzt einen großen Bruder. Einen saucoolen, dreckigen Bastard, der anderen in den Rücken schießt. Wegen eines Stück Brotes… Der erste Eindruck ist mächtig finster. Und erinnert gewaltig an die Geschichte vom frisch verliebten, tödlich getroffenen, umherreisenden Buchhalter aus Cleveland. Der 16-jährige Scot Jay Cavendish (Kodi Smit-McPhee) reist im Jahr 1870 aus Irland nach Amerika. Aus Liebeskummer um seine Rose (It's a rose, made out of paper…). Sie (Caren Pistorius) und ihren Vater will Jay finden, hat aber nicht damit gerechnet, was für ein raues, gesetzloses Land sich seine europäischen Vorgänger hier drüben zusammengeballert haben. So ein Greenhorn wie Jay verputzen die Kerle hier zwischen Kaffee und Bohnen. Da haben sie noch nichtmal die Stiefel angezogen. Scheiß Philister, die krummen… Jay engagiert Silas Selleck (Michael Fassbender) mehr durch Zufall. Halb zu seinem Schutz und halb, um Rose und ihren Dad zu finden. Nicht ahnend, dass Silas hier in einen wirtschaftlichen Interessenkonflikt gerät. Silas geht dem einträglichsten Gewerbe dieser Zeit nach; er ist Kopfgeldjäger. Zu dumm, dass auf Jays Geliebte und ihren alten Herrn ein paar tausend Dollar ausgelobt sind. Dead or alive. It doesn't matter. Und ja. Es gibt ein halbes Dutzend Szenen, die man so oder ähnlich einst bei Jim Jarmusch sah. Und ohne lang darauf herumreiten zu wollen; Jay wird ganz sicher bald seine lämmerhafte Unschuld verlieren. Und sich den Wolfspelz überstreifen. Will er sein Leben behalten. Regisseur John Maclean, dessen kreative Wurzeln bei der sagenhaften Beta-Band liegen, weiß seine Träume zu verwirklichen. Im bildschönen Neuseeland finden er und sein Kameramann Robbie Ryan Muße und Landschaft genug, uns an der Nase herum zu führen. Ganz langsam, slow west.

Boys,.. the hunt is on!

Bundesstart - Das Debüt im Thalia