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Kinoprogramm Donnerstag, 17.10.2019 - Mittwoch, 23.10.2019

Dave - Music in MotionItalo Disco Legacy

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30

Regie: Pietro Anton, (Italien), 2018

Italo Disco Legacy

Dresden-Premiere Nr. 1: Am Dienstag läuft „Italo Disco Legacy“ und damit die längst überfällige Dokumentation über das Genre. Dabei seht Ihr eine Reise in Vergangenheit und Zukunft von Italo Disco. Der Film erzählt die Geschichten der ursprünglichen Helden und Kult-DJs der 80er Jahre, gibt aber auch einer neuen Generation von Künstlern, Radiosendern und Fans eine Stimme, die bereit sind, das Italo Vermächtnis weiterzuführen. Inklusive seltenem Footage, live takes und interviews mit Fred Ventura, Rago & Farina, Flemming Dalum, Steen Gjerulff (Body Electric), The Hacker, DJ Hell, Alexander Robotnick, Scotch, Albert One, Ken Laszlo, Martinelli, P. Lion, Koto, Brian Ice, Fancy, Brand Image, Marcello Catalano, Linda Jo Rizzo, Italove, Surf Dancer, Roberto Turatti, Sandro Codazzi, Daniele Baldelli, Beppe Loda, Marcello D'Azzurro, I-F, Otto Kraanen (Bordello a Parigi), Intergalactic Gary, David Vunk, Alden Tyrell, DJ Overdose, Tero & Kristiina Männikkö, Gwen De Bats (Radio Stad Den Haag), Mark du Mosch, Black Devil Disco Club, Francisco, Lorenzo Cibrario (Red Gallery London).

Dave - Music in MotionThe Library Music Film

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:30

Regie: Paul Elliot, Sean Lamberth, (Großbritannien), 2018

The Library Music Film

Dresden-Premiere Nr. 2: "The Library Music Film" begleitet den Plattenproduzenten, Komponisten und Bibliotheksmusikliebhaber Shawn Lee auf seiner Reise von seinem Tonstudio in London, durch Europa und Kalifornien, USA, um die großen Pioniere der Library Music zu finden und zu interviewen. Legenden wie Alan Hawkshaw, Keith Mansfield, John Cameron, Barbara Moore, Janko Nilovic, Brian Bennett, Stefano Torossi und viele mehr erzählen ihre unglaublichen Geschichten und erstaunlichen Anekdoten aus der goldenen Zeit.

Library Music wurde speziell als "off the shelf"-Option für die Verwendung in Film, Fernsehen und Werbung komponiert und aufgenommen. Es war billiger, als einen Komponisten mit der Partitur eines Soundtracks zu beauftragen, und die Musik wurde für jedes Genre, jedes Instrument und jede Atmosphäre geschrieben.

Die Goldene Ära der Libary Music gilt allgemein als die Zeit vom Ende der sechziger bis Mitte der achtziger Jahre. Entstanden sind Tausende von Alben. Es war eine Zeit, in der die größten Komponisten der Welt Zugang zu kompletten Orchestern in den besten Aufnahmestudios mit den besten Ingenieuren und Aufnahmegeräten hatten.

26. KINOLINO - Das Dresdner KinderfilmfestReise in die Urzeit

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
15:00

Regie: Karel Zeman, (CSSR), 1955

Darsteller: Vladimir Bejval, Peter Herrmann, Josef Lukas u.a.

Reise in die Urzeit

Vier Jungen haben einen versteinerten Trilobit gefunden. Mit einem Ruderboot bereisen sie einen „Strom der Zeit“. Je weiter sie den Fluss hinabfahren, desto tiefer dringen sie in die Vergangenheit der Erde ein. In jeder Zeitepoche treffen sie auf die verschiedensten Tiere und Pflanzen und haben dabei viele Abenteuer zu bestehen.

»Die Reise in die Urzeit« ist ein phantastischer Abenteuerfilm für Kinder.

Alle Kinderfilme können in der jeweiligen Spielwoche auch täglich als Sondervorstellungen (für Kindergärten, Schulhort usw.) gebucht werden.

26. KINOLINO - Das Dresdner KinderfilmfestA Toy Story: Alles hört auf kein Kommando

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
15:00

Regie: Josh Cooley, (USA), 2019

A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando

Ein Märchen für Jung und Alt - das schuf Pixar mit seiner »Toy Story« 1995, als der erste Film der mittlerweile vierteiligen Reihe herauskam. Millionen Kinder (kleine wie große) kennen seitdem Cowboy Woody und Buzz Lightyear („Bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter“).

Im vierten Teil der unterhaltsamen und kurzweiligen Filme geht es erneut um die Verantwortung und Existenzkrisen der Spielzeuge, die von Kindern einerseits geliebt, andererseits aber auch achtlos weggeschmissen werden. Cowboy Woody ist mittlerweile nicht mehr das Lieblingsspielzeug der kleinen Bonnie. Nachdem diese am ersten Tag im Kindergarten zwar furchtbare Erfahrungen aber keine Freunde macht, bastelt sie sich ein neues Spielzeug als Begleiter: Der aus Müll hergestellte Forky. Obwohl die Spielzeuge wissen, wie wichtig Forky Bonnie ist, sieht dieser sich eher als ungeliebter Müll und flüchtet. Woodys Versuch, Forky zurückzubringen, schlägt fehl und statt im Kinderzimmer, finden sich die beiden bald inmitten eines verrückten Abenteuers auf einem Rummel wieder. Woody trifft auf seine alte Flamme Bo und stellt dadurch seine gesamte Existenz als Kinderspielzeug infrage. Indes versuchen die restlichen Spielzeuge um Buzz Lightyear, Woody und Forky zu retten. Doch dies ohne den Kopf der Bande zu bewerkstelligen, ist schwieriger (und unterhaltsamer) als gedacht. Was soll man schon Kritisches über diese Geschichten der Spielzeuge sagen? Es gibt nichts! »Toy Story« bleibt unterhaltsam, teilweise tiefgründig und einzigartig. Danach überlegen sich selbst Erwachsene zweimal, ob sie ihre alten Stofftiere wegschmeißen!

Viktoria Franke

Preview - Vorsicht im ThaliaPreview: Easy Love

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00

Regie: Tamer Jandali, (Deutschland), 2019

Darsteller: Stella Vivien Dhingra, Niclas Jüngermann, Sönke Andersen u.a.

Preview: Easy Love

„Easy Love“ begleitet sieben Frauen und Männer zwischen 25 und 45 in ihrem Ringen um Liebe. Die „Generation Y“ ist kreativ, egozentrisch, hedonistisch. Des eigenen Glückes Schmied zu sein, bedeutet Lust und Last zugleich. Individualismus und Ungebundenheit reiben sich an Einsamkeit und Desillusion. Doch Abenteuerlust und Suche nach Selbstverwirklichung sind ungebrochen. Ihr Begehren führt sie oft auf Irrwege, manchmal zum Therapeuten, aber auch zur großen Liebe.

Lord of the Toys

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00

Regie: Pablo Ben Yakov, (Deutschland), 2018

Lord of the Toys

Der Dokumentarfilm löste einen Skandal und Shitstorm beim letztjährigen Leipziger Dok-Filmfestivals aus. In erster Linie wohl, weil die Protagonisten rechtsextreme Sprüche klopfen. Die Empörung war groß, aber die Goldene Taube, der Hauptpreis des Dok-Festivals für Ben-Yakov und André Krummel, entschädigt die Filmemacher. Nicht der Überbringer der Nachricht sollte geschmäht werden sondern die Realität in unserem Land. Insofern erübrigt sich die Frage „Ob man das zeigen darf?“. Solches Kino muss gezeigt werden, erst recht hier in Dresden.

Max „Adlersson“ Herzberg aus Dresden, 20 Jahre alt, hat entschieden, sein Leben nicht mit Arbeit zu verbringen. Seitdem referiert er über Messer und alle möglichen andere Produkte, öffnet Gangsta-Rap-Fanboxen, erzählt von sich selbst, besäuft sich in aller Öffentlichkeit, pöbelt und grölt herum, erniedrigt Schwächere, reißt derbe Witze und testet jede Grenze aus, die er sieht - Max ist YouTuber und lebt davon.

Die meisten seiner Freunde haben eigene Kanäle auf YouTube und Instagram, einige sogar recht erfolgreich. Max und seine Clique sind zweifelhafte Vorbilder, aber sicherlich Prominente ihrer Generation mit mehr als 300.000 aktiven Fans.

Ist Max ein gewaltverherrlichender Influencer mit rechten Tendenzen oder ein gewöhnlicher Heranwachsender auf der Suche nach Halt und Identität, in einer Zeit, in der die Grenzen zwischen Privatleben und Öffentlichkeit zunehmend verschwinden? Womöglich ist er beides, wahrscheinlich, ohne sich dessen allzu bewusst zu sein.

Ben-Yakov und André Krummel begleiteten Max und seine Clique einen Sommer lang, und sie hinterlassen ein dystopisches Bild der ersten Generation junger Erwachsener, die ein Leben ohne Internet, YouTube und Instagram nicht kennen. Der Film portraitiert sie und untersucht die Welt, in der ihre Lebensmodelle gedeihen: den Westen im Allgemeinen und den deutschen Osten im Speziellen.

ak

Dok-Leipzig: Bester Film

Systemsprenger

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45
18:30
19:00 19:00 19:00
20:00

Regie: Nora Fingscheidt, (Deutschland), 2019

Darsteller: Helena Zengel, Albrecht Schuch, Gabriela Maria Schmeide u.a.

Systemsprenger

Drei Wochen 1:1-Betreuung im Wald - ein Anti-Aggressionstraining, eigentlich für auffällige Jugendliche gedacht. In diesem Fall ist es die beinahe letzte Idee vor der dauerhaften Unterbringung eines neunjährigen Mädchens in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie. Benni ist ein „Systemsprenger, so der Fachjargon des Jugendamtes: Voller unbändiger Energie, brutal, wütend, unkontrollierbar. Ein um sich tretender Hilfeschrei. Sie hat schon Klinikaufenthalte, Pflegefamilien, Wohngruppen hinter sich. Fliegt immer wieder raus. Will heim zu ihrer Familie, der Mutter, den kleineren Geschwistern. Ein Rückweg, der versperrt ist, die Mutter hat Angst vor Bennis sozialer Sprengkraft und traut sich eh nichts zu. Im Hintergrund hält sich ein gewalttätiger Freund auf, Bildfetzen aus Bennis Albträumen, kurze Rückblenden legen eine atmosphärisch dichte Spur in die Vergangenheit. Der Fokus aber liegt auf der Gegenwart. Micha, der Anti-Gewalttrainer engagiert sich und verliert dabei fast die Distanz, die Sozialarbeiterin Frau Bafané sucht immer wieder einen neuen Weg, Ärzte, Erzieher, alle sind guten Willens, wollen nicht das Handtuch werfen. Trotzdem findet sich kein dauerhafter Platz für Benni, kein Ausgang, kein Zuhause. Regisseurin Nora Fingscheidt ist mit ihrem Spielfilmdebüt ein großer Wurf gelungen. Sie findet starke virtuose Bilder für Bennis inneres Drama. Am ehesten lässt sich die beklemmende Wucht von »Systemsprenger« mit Sean Bakers herausragendem »The Florida Project« (2018) vergleichen. Eine Fürsprache für die nicht Konformen - mit der nötigen ästhetischen Zugkraft für die große Leinwand. Zurecht auf der Berlinale ausgezeichnet. Helena Zengel spielt kraftvoll und authentisch Benni und hat die wunderbare Gabriela Maria Schmeide als Sozialarbeiterin an ihrer Seite.

Grit Dora

Das Original ist besser!Once upon a time... in Hollywood

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:45
21:15

Once upon a time... in Hollywood (OmdU)

Regie: Quentin Tarantino, (USA/Großbritannien), 2019

Darsteller: Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Margot Robbie u.a.

Once upon a time... in Hollywood (OmdU)

Zwei Typen wie aus dem Filmlexikon: Western-Serienheld Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) und sein Stuntdouble Cliff Booth (Brad Pitt) versuchen damit klarzukommen, dass Daltons beste Zeit vorbei zu sein scheint. Rick versinkt in Selbstmitleid und Alkohol, Cliff bleibt gelassen. Produzent Marvin Schwarz (Al Pacino, noch geradeso hinter seiner Maske zu erkennen) will Dalton nach Italien exportieren, die Zeit der Spaghetti-Western bricht an. Doch Rick ist für Europa nicht zu begeistern. Lieber spielt er irgendwelche Wurzen als Bösewicht und lässt sich von Junggemüse leinwandwirksam zusammenwatschen. Der Stillstand seiner Karriere wird durch den Einzug neuer Nachbarn noch offensichtlicher. Es sind der junge Regiestar Roman Polanski (Rafal Zawierucha) und dessen Frau, die Schauspielerin Sharon Tate (Margot Robbie). Rick versucht bei ihnen anzudocken. Cliff besucht derweil seinen alten Bekannten George Spahn (Bruce Dern). Dort in der Westernkulissenstadt hat sich auch die Manson-Familie eingenistet… man macht sich bekannt. Es ist das Jahr des Herrn 1969: Mondlandung, Woodstock und die Tate/LaBianca-Morde. Letztere sorgen für einen typisch tarantinoesken Showdown.

Sein neunter Film kommt in satten Braun- und Orange-Tönen und selbstverständlich auf 35mm. Die Zitat- und Stardichte ist enorm, Tarantino opfert dem Götzen ­Hollywood und sich selbst. Er nimmt sich dafür viel Zeit. Mit gewohnt knappem, kantigen Humor allerdings und gezielten Seitenhieben etwa gegen die „gottverdammten Hippies“. Politisch korrekt war Tarantino noch nie, aber immer brillant. »Once Upon A Time In… Hollywood« ist einmal mehr Kino pur.

Grit Dora

Das Original ist besser!Midsommar

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:15

Midsommar (OmdU)

Regie: Ari Aster, (USA), 2019

Darsteller: Florence Pugh, Will Poulter, William Jackson Harper u.a.

Midsommar (OmdU)

Vor nicht allzu vielen Monaten war ich begeistert, wie Regisseur Jordon Peel dem Horrorgenre zu neuem Glanz verhalf. Neulich schaute er den Rohschnitt von »Midsommar« und meinte sofort, dass „Wicker Man“, der ultimative Happy Pagan Horror Meilenstein schlechthin, gerade entthront wurde. Na dann mal los.

Christian (Jack Reynor) will sich eigentlich schon längst von seiner Freundin Dani (Florence Pugh) trennen. Aber als sie mit einem schrecklichen Unglück in ihrer Familie konfrontiert wird, fasst er sich nochmal ans Herz und lädt sie stattdessen ein, mit ihm und seinen Kumpels Pelle (Vilhelm Blomgren), Josh (William Jackson Harper) und Mark (Will Poulter) den Sommern in Schweden zu verbringen. Dort feiert Pelles Dorfgemeinschaft ein neuntägiges, in dieser Art nur alle 90 Jahre stattfindendes Festival. Neben Kultgefühl und Spiritualität gibt es dazu noch alles übers Grillen, Party, „special way of life“ Sachen und selbstverständlich auch ne Runde psychedelische Drogen. Das hört sich erstmal nach dem, übrigens verdächtig nah am Releasedate stattfindenden, Burning Man Festival an. Doch Regisseur Ari Aster, der mit seinem Debütfilm »Hereditary - Das Vermächtnis« einen soliden Start hinlegte, liefert nun ein, ich sag mal Trennungsfilm und Folklore-Mythen-Horror Meisterwerk. Wenn dann auch noch A24 als Produktionsfirma dahintersteckt, sollte klar sein, dass dieser Film nicht optional ist, sondern Pflichtprogramm.

José Bäßler

Playland USA

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00

Regie: Benjamin Schindler, (Deutschland), 2019

Playland USA

Eine traumhafte Reise durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten unternimmt diese spielerische Dokumentation und kreist dabei besonders um ein Thema: die alles durchdringende Selbsttäuschung auf der weltgrößten Theaterbühne. Die US-amerikanische Wirklichkeit speist sich offenbar aus einer nicht enden wollenden »Truman Show«. Jede Inszenierung beginnt mit »The American Dream«, mündet in landesweiten Vergnügungsparks aus religiösen Wahn, historischen Mythen oder unbarmherzigen TV-Entertainment und endet bestenfalls in einer obskuren »Twilight Zone«. Oder in einem durch-inszenierten Krieg wie bei »Wag The Dog«, als der amerikanische Präsident das Sex-Malheur mit einem Schlag gegen Albanien aus den TV-Nachrichten kegelte. Ein Jahr vor der Lewinsky-Affäre. Ehrlich gesagt, weiß man nie so recht, ob die wahren Geschichtsschreiber in Hollywood oder in Washington sitzen. Es ist das Huhn-Ei-Paradoxon und die Frage ist, glauben die Amerikaner, was sie sehen, oder sehen sie, was sie glauben. Probleme mit Fake & Fiktion existieren in den USA nicht erst seitdem ein blonder TV-Klon Präsident ist, dessen Lieblingssätze mit »Believe me …« beginnen und mit »… not true!« enden.

Benjamin Schindler durchdringt das Dickicht aus Hollywood-Tag-Träumen und steingewordenen Fantasie-Orten in einer akribischen Fleißarbeit auf der ständigen Suche nach dem letzten Vorhang. Hinter dem sich endlich nichts weiter erheben würde, als eine ehrliche Realität. Es gibt sie. Aber sie wird verdeckt von apokalyptischen Predigern, die auf Westernhelden treffen, von Ghostbusters, die mit dem guten alten Santa Claus frühstücken oder UFO-Jägern, die durch kindliche Beauty-Castings stolpern…

Alpa Kino

Das Original ist besser!Leid und Herrlichkeit - Dolor y gloria

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45

Leid und Herrlichkeit - Dolor y gloria (OmdU)

Regie: Pedro Almodóvar, (Spanien), 2019

Darsteller: Penélope Cruz, Antonio Banderas, Cecilia Roth u.a.

Leid und Herrlichkeit - Dolor y gloria (OmdU)

Um den Inhalt des Films in eine Zeile zu packen, reicht ein Zitat von Regisseur Pedro Almodóvar: „Basiert »Leid und Herrlichkeit« auf meinem Leben? Nein, und ja, auf jeden Fall.“ Der spanische Starregisseur entwirft ein faszinierendes Spiel zwischen Fiktion und autobiographischer Wahrheit, in dessen Mitte er sein fiktionales Abbild, Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas), setzt. Gegen Ende seiner Laufbahn blick Salvador zurück auf drei Epochen seines schillernden Lebens: Am Beginn steht seine Kindheit in den 60ern, als er mit seiner Familie auf der Suche nach Wohlstand nach Valencia emigriert. Seine liebevolle Mutter (Penélope Cruz) versucht alles, ihm ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Dennoch wird sie ihm später vorhalten, dass er angesichts ihrer Opfer kein guter Sohn gewesen sei. In den 80er Jahren zieht es Salvador nach Madrid, wo er mit dem Argentinier Federico seine erste große Liebe trifft. Der Schmerz der Trennung treibt ihn zum Schreiben. Die Kreativität wird seine Therapie und bald ist er einer der innovativsten und erfolgreichsten Filmschaffenden Spaniens. Im Hier und Jetzt reflektiert er mithilfe dieser Erinnerungen, alter Weggefährten und einer Dosis Heroin über die Jahre, in denen er als Regisseur große Erfolge feierte und schmerzliche Verluste verdauen musste. Die Verarbeitung der Vergangenheit hilft ihm schließlich, den Weg in ein neues Leben zu finden. Sowohl Banderas als auch Cruz waren stets Teil Almodóvars Filmgeschichte. Dass sie somit in seinem intimsten, aber womöglich auch bestem Film mitwirken, scheint passend. Banderas war nie besser!

Viktoria Franke

Das Original ist besser!Carmine Street Guitars

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30

Regie: Ron Mann, (Kanada), 2018

Carmine Street Guitars

Boris Ritscher, ein bayrischer Schreiner, der aus Eichenholz-Weinfässern exklusive Drumsets für den Schlagzeuger mit dem besonderen Geschmack baut, rätselte unlängst; wenn der Mensch aufhört, kreativ etwas mit seinen Händen zu bauen, bildet sich dann auch sein Gehirn wieder zurück? Rick Kelly und Boris Ritscher wären sicher gute Freunde; beide lieben ihre Arbeit und ihre Hände. Kelly baut seit vielen Jahren in seiner kleinen Tischlerei auf der Carmine Street N.Y. Gitarren jeder Art, deren Holz ein gewisses Mindestalter haben sollte: 100 Jahre Minimum, luftgetrocknet selbstverständlich. Nachdem ihm Jim Jarmusch einmal ein Stück seines Daches vorbeibrachte, begann er Hölzer zu sammeln, die er jetzt die Knochen von New York nennt. Deckenbalken, Dielen und Planken, die vor 150 Jahren das Rückgrat der schnell wachsenden Stadt bildeten, flogen bei Renovierungen in den vergangenen dreißig Jahren aus ihren Gebäuden auf die Straße. Jetzt liegen sie fein säuberlich beschriftet in Ricks Lager. Jahreszahl, Straße, Hausnummer… Der Ton macht die Musik, und es sind die Moleküle, sagt Rick, die den Ton so speziell machen. 400 Jahre alte Bäume werden gefällt, verbaut, und dann liegt das Holz 150 Jahre und trocknet. Das Harz trocknet, Poren öffnen sich und auf wundersame Weise erhalten die Vibrationen Antwort von den Molekülen der Pinie. Zauberhaft ist auch sein kleines Reich, an dessen Schwelle die Zeitmaschine locker ins New York der sechziger Jahre springt, und wo schon GitarristInnen wie Patti Smith, Bill Frisell, Marc Ribot, Kirk Douglas, Lou Reed, James Taylor, Chris Whitley verzückt ganz weiche Töne anspielten. Lange bevor upcycling der neue Trend wurde, gelang es Rick Kelly, Bob Dylan eine Gitarre zu bauen, halb aus Chumley's Speakeasy Dielen und halb aus dem Boden des legendären Chelsea Hotels.

Alpa Kino