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Kinoprogramm Donnerstag, 02.07.2015 - Mittwoch, 08.07.2015

Das Original ist besser!Die Maisinsel (OmU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30 17:30

Regie: George Ovashvili, (Georgien/Deutschland/Frankreich/Tschechische Republik/Kasachstan), 2014

Darsteller: Ilyas Salman, Mariam Buturischwili, Irakli Samushia u.a.

Die Maisinsel (OmU)

Der Enguri ist ein Fluss im Grenzgebiet zwischen Abchasien und Georgien. Im Frühjahr entstehen in ihm kleine Inseln durch Anspülungen aus dem Kaukasus - fragiles Niemandsland auf unbestimmte Dauer. Der 70-jährige Agba begibt sich mit seiner Enkeltochter Asida auf eine solche einsame Insel dieses Flusses. Sie errichten eine Hütte, bauen Mais an, leben vom Fischfang und anderen bescheidenen Gaben der Natur. Die einzigen Menschen, denen sie begegnen, sind gelegentlich auf ihren Booten vorbeifahrende Soldaten, die wortkarg und nur durch ihr Erscheinen eine bedrohliche Atmosphäre verbreiten. Als ein angeschossener junger Mann auf der Insel strandet und von den Soldaten gesucht wird, schwindet jegliche Illusion vom Paradies auf der einsamen Insel, doch es werden nicht die Soldaten sein, die die Idylle zerstören.

Wenn man den Begriff von Minimalismus auf höchstem künstlerischen Niveau erleben möchte, dann durch diesen Film, Hauptpreisträger des Filmfestivals von Karlovy Vary (2014). »Corn Island« wird von einer parabelhaften Geschichte und majestätisch schönen, nahezu sprachlosen und sprachlos machenden Bildern getragen.

Atlantic.

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:30 19:30 19:30 19:30 19:30 19:30 19:30

Regie: Jan-Willem van Ewijk, (Niederlande/Belgien/Deutschland/Marokko), 2014

Darsteller: Thekla Reuten, Mourad Zaoui, Mohamed Majid u.a.

Atlantic.

Der junge Fischer Fettah hat unter den europäischen Touristen, die jedes Jahr zum Windsurfen in sein kleines Dorf an der marokkanischen Atlantikküste kommen, viele Freunde gefunden. Auch er ist ein fantastischer Wellenreiter. Doch jedes Mal, wenn seine Freunde wieder zurück in ihre Heimat ziehen, hinterlassen sie eine unerträgliche Leere, die Fettah von einem Leben weit weg von Zuhause träumen lässt. In einem Sommer verliebt sich der sensible Fettah in Alexandra, die Freundin eines holländischen Surffreunds. Obwohl sie unerreichbar für ihn scheint, bricht etwas in ihm zusammen, als Alexandra abreist. Sein wunderschönes Fischerdorf wird ihm unerträglich eng. Der Verlust gibt Fettah die Kraft, sich loszureißen. Er packt seinen Rucksack, nimmt sein Surfbrett und begibt sich auf eine epische Reise entlang der Atlantikküste in Richtung Europa. Als ihn der Wind nach Norden trägt, vorbei an Casablanca und raus aufs wilde und erbarmungslose, offene Meer, realisiert Fettah, dass es kein Glück gibt, das keine Opfer verlangt.

Diese atemlose Reise und Liebesgeschichte über die Weiten des Ozeans hinweg entführt in eine Welt voller Naturgewalten und unbändiger Sehnsucht. In visueller Schönheit steuert »Atlantic.« durch atemberaubende Landschaften und erzählt mit großer Kraft vom Traum eines Neuanfangs und von einem Abenteuer, das größer nicht sein könnte.

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Ich seh, Ich seh

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:15 21:15 21:15 21:15 21:15 21:15 21:15

Regie: Veronika Franz, Severin Fiala, (Österreich), 2014

Darsteller: Susanne Wuest, Lukas Schwarz, Elias Schwarz u.a.

Ich seh, Ich seh

In einem abgeschiedenen Haus am See warten die Zwillinge Lukas (Lukas Schwarz) und Elias (Elias Schwarz) auf die Rückkehr ihrer Mutter (Susanne Wuest), die sich einer Schönheitsoperation unterzogen hat. Als sie zurückkommt, wirkt sie stark verändert, nicht nur wegen ihres bandagierten Gesichts. Sie geht auf Abstand zu ihren Kindern, möchte erst einmal ihre Ruhe haben, weil die Operation sehr anstrengend gewesen sei. Schnell bekommen die Zwillinge Angst. Ist die Frau, die jetzt mit ihnen unter einem Dach lebt, überhaupt ihre Mutter – oder nur eine womöglich gefährliche Fremde, die so tut als ob? Warum sonst kann sie sich denn nicht an das Lieblingslied ihres Sohnes erinnern? Lukas und Elias beschließen, dass es Zeit wird, die Wahrheit herauszufinden. Dabei sind sie alles andere als nachgiebig…

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Salad Days - A Decade of Punk in Washington, DC (1980-90)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:45 22:45 22:45 22:45 22:45

Regie: Scott Crawford, (USA), 2014

Salad Days - A Decade of Punk in Washington, DC (1980-90)

Ja, ich trag mal wieder Eulen nach Athen, damit auch jene, die neu in der Gegend sind, wissen, worum es geht. Washington, D.C. ist bekanntermaßen die Hauptstadt der USA. Altgediente Punk- und Hardcore-Fans wissen hier aber auch eine fantastische Musikszene zu verorten, die in den 80ern virulent, wütend und kreativ war - in Sachen Weiterentwicklung des Punk. Maßgeblichen Einfluss hat der DC-Hardcore auch heute noch. Begriffe wie Emo-Core und Straight Edge wurden hier, wenn auch unfreiwillig und wohl auch aus einem Missverständnis heraus, geprägt. Filmemacher Scott Crawford war schon damals als junger Bengel und Fanzine-Macher Teil der Szene. Darum ist »Salad Days« auch so mitreißend und so lebendig ausgefallen. Eine Pflichtveranstaltung für alle, die sich Punk nennen wollen.

Das immer noch pumpende Herz der damaligen Hardcore-Bewegung in Washington, D.C. ist Ian MacKaye und dem gehören konsequenter Weise auch die Eröffnungsstatements der Doku. Der Sänger und Mitbegründer von Minor Thread und Fugazi und Labeleigentümer von Dischord steht wie kein anderer für die Punk-Szene, die sich zu Beginn der 1980er Jahre in der amerikanischen Hauptstadt gebildet hat. Damals konnte man in DC fast alles machen, weil keiner hingeguckt hat.

Die Stadt hatte damals etwa 500 000 Einwohner und kaum mehr als die Verwaltungsbürokratie der Regierung zu bieten. Runtergewirtschaftet wie so viele amerikanische Städte zu der Zeit. Doch wo urbane Brachen sind, tun sich Lücken und Nischen auf, die Undergroundszenenkulturen zu nutzen wissen. Besonders der vor allem von Afroamerikanern bewohnte ziemlich heruntergekommene Stadtteil Georgetown hatte einen extrem schlechten Ruf. Ausgerechnet hierhin verschlug es die weißen Kids, wenn sie ihre Lieblingsbands live auf der Bühne sehen wollten.

Und in allerbester Do it Yourself Manier gründeten sich erste Bands, die den Punk auf ihre Weise interpretierten: mit mehr Geschwindigkeit, mit mehr Wucht und mehr Wut. So wie die afroamerikanische Punk-Band „Bad Brains“. Ian MacKaye gründete „Minor Thread“, deren letzter EP „Salad Days“ auch Crawfords Film ihren Namen verdankt. Henry Rollins shoutete - damals noch kaum tätowiert und unter seinem richtigen Namen Henry Garfield - bei S.O.A. (State of Alert) ins Mikro und „Youth Brigade“, „Teen Idles“ und „Void“ legten die Grundsteine dessen, was heute Hardcore genannt wird. Dischord war von Beginn an als Veröffentlichungsorgan der Szene gedacht.

Straight Edge, wie es heute verstanden wird, war damals kaum einer in der Szene, sondern vor allem minderjährig, was bedeutete, dass die Jungs und Mädchen entweder nicht in Clubs hereingelassen wurden oder mit fetten Edding-Kreuzen auf den Händen markiert wurden, damit sie keinen Alkohol bekamen. MacKaye und Co. wollten die Kids aber bei den Shows haben, woraufhin konsequenter Weise der Alkoholausschank unterblieb. Es ging immer nur um die Musik, den Zugang zur Musik und das Selbermachen.

Scott Crawford ist in seiner durch Crowdfunding finanzieren Dokumentation nicht an Nostalgie und Verklärung der guten alten Zeit gelegen sondern an einer umfassenden Dokumentation der Szene. Weil Crawford schon damals Teil der Hardcore-Szene war, hat er auch eine Vielzahl an Musik-Veteranen und Szenepersönlichkeiten vor die Kamera bekommen. Außerdem gibt es auch einen Haufen Amateurvideos aus der Zeit, die die Rückschau eindrücklich ergänzen und die Konzertfotos (hauptsächlich von Jeff Saah) zum Leben erwecken. So erzählt man ohne Nostalgie von früher, vom Einfluss des Trouble Funk, vom Niedergang der ersten Welle der Bands, vom Revolution Summer und der Weiterentwicklung der Szene. Die Wut bleibt, der Groove kommt. Fugazi treten auf die Bretter, die die Welt bedeuten, und Major Label strecken ihre kalten Greifer nach der lokalen Szene aus.

»Salad Days« macht nicht nur Spaß und transportiert den Spirit jener Tage, sondern ist für nachfolgende Fans und Musiker auch ein brodelnder Topf voller Musik, die es vielleicht noch zu entdecken gilt. Für alle anderen Punks und Ex-Punks vielleicht eine Rückbesinnung auf das, was wirklich relevant ist.

[http://brutstatt.de ]