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THALIA - Cinema . Coffee and Cycling

Kinoprogramm Donnerstag, 01.01.2026 - Mittwoch, 07.01.2026

Das Original ist besser!Therapie für Wikinger (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:00 21:00

Regie: Anders Thomas Jensen, (Dänemark), 2025

Darsteller: Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas, Lars Brygmann u.a.

Therapie für Wikinger (OmdU)

Nach 15 Jahren Knast wegen Bankraub kehrt Anker (Nikolaj Lie Kaas) zurück. Die Beute, die sein Bruder Manfred (Mads Mikkelsen) für ihn vergraben hat, ist verschollen. Manfred leidet seit der Kindheit an einer dissoziativen Identitätsstörung und hat die vielen Jahre ohne Bruder damit verbracht, seine multiplen Persönlichkeiten auszubauen, lebt gänzlich in der Musik, in einem chaotischen Selbst, das sich jedem Zugriff entzieht. Erinnerungen an den verborgenen Schatz? Fehlanzeige.

Anker bringt seinen Bruder ins alte, nun von einer Boxerin über Airbnb vermietete Elternhaus, in der Hoffnung, dass die vertraute Umgebung dessen Gedächtnis auf die Sprünge hilft. Die Zeit drängt, der ehemalige Komplize Friendly Flemming ist ihnen auf den Fersen. Zwischen den dichten Wäldern Dänemarks und der unübersichtlichen Landschaft menschlicher Psychen entfaltet sich eine von absurden Missverständnissen geprägte Jagd.

Regisseur Anders Thomas Jensen, der schon in seinem Debüt »Flickering Lights« die Vorliebe für makabren Humor und Außenseiterfiguren entwickelte und in seinen Erfolgsfilmen »Dänische Delikatessen« und »Adams Äpfel« konsequent ausbaute, vereint in »Therapie für Wikinger« einmal mehr Abgründigkeit, Schadenfreude und überraschende Rührung. Traumata, Missgeschicke, psychische Störungen werden zu komischen, gefährlichen Instrumenten, Schadenfreude und Empathie wechseln in schneller Folge. Die wiederholte Zusammenarbeit mit Mads Mikkelsen, die spätestens seit »Adams Äpfel« Kultstatus hat, verleiht dem absurden Brüderpaar Tiefe und Kontur. Jensen spielt mit den Spannungen zwischen Komik und Boshaftigkeit, zwischen Identität und Selbsttäuschung und macht daraus ein schwarzhumoriges, lebendiges Psychogramm, das die groteske Jagd nach Geld und Selbstverständnis gleichermaßen treibt.

Grit Dora

Das Original ist besser!Sorry, Baby (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00

Regie: Eva Victor, (USA/Spanien/Frankreich), 2025

Darsteller: Eva Victor, Naomie Ackie, John Carroll Lynch u.a.

Sorry, Baby (OmdU)

Agnes (Eva Victor) hat ihr Literaturstudium erfolgreich abgeschlossen und es geschafft, eine befristete Stelle als Professorin aufzutun. Trotz der neuen Position lebt sie noch in ihrem alten Häuschen in New England, umgeben von Büchern, Erinnerungen an die Studien- und WG-Zeit. Sie ist sehr allein. Als ihre beste Freundin Lydie (Naomi Ackie) aus New York zu Besuch kommt, wird deutlich, wie unterschiedlich sich ihre Lebenswege entwickelt haben - und wie sehr Agnes noch immer mit einem einschneidenden Erlebnis kämpft, das ihr Leben weiterhin belastet. In ihrem Debütfilm »Sorry, Baby« erzählt Eva Victor sensibel, mit feinem Gespür für Tonalität von einer Frau, die zwischen beruflichem Erfolg, persönlichen Unsicherheiten und der Suche nach Identität navigiert. Subtile Momente von Humor und Sarkasmus mischen sich mit nachdenklichen, fast beklemmenden Szenen, in denen Agnes kleine Alltagsbegegnungen, etwa mit ihrem Nachbarn Gavin (Lucas Hedges) oder dem Betreiber eines Sandwichladens (John Carroll Lynch), Halt geben. Victor zeigt, wie tiefgreifend und nachhaltig traumatische Erlebnisse das Verhalten und die Beziehungen des betroffenen Menschen beeinflussen, ohne diese je explizit vorzuführen. Gleichzeitig thematisiert der Film Agnes’ Auseinandersetzung mit Gender und Selbstwahrnehmung: Ihr sich wandelnder Kleidungsstil und die bewusste Reflexion über Identität spiegeln ihren inneren Prozess und das Streben nach Authentizität. Die Regisseurin und Hauptdarstellerin inszeniert präzise, sarkastisch und dennoch warmherzig. »Sorry, Baby« ist ein vielschichtiges, bewegendes Drama über Freundschaft, Trauma, Selbstfindung und leise, aber kraftvolle Momente, die das Leben verändern können. Ein Debüt, das auf dem Sundance Film Festival Furore und Eva Victor als Mumblecore-Talent bekannt machte.

Grit Dora

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Die jüngste Tochter (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:00

Regie: Hafsia Herzi, (Frankreich/Deutschland), 2025

Darsteller: Nadia Melliti, Park Ji-Min, Louis Memmi u.a.

Die jüngste Tochter (OmdU)

Fatima ist 17, die jüngste von drei Töchtern einer französisch-algerischen Familie und wächst in einem Pariser Vorort auf. Ihr Alltag zwischen Schule, Clique und Familie wirkt vorhersehbar, doch unter der Oberfläche beginnt es zu brodeln: Fatima spürt eine zunehmende Anziehung zu Frauen, eine Erkenntnis, die sie zunächst nur zögerlich zulässt. Mit dem Beginn ihres Studiums in Paris tritt sie in eine neue Lebensphase ein, findet Anschluss an die queere Szene, knüpft Freundschaften und verliebt sich leidenschaftlich in die Krankenschwester Ji‑Na (Park Ji‑min). Zwischen muslimischer Tradition und persönlichen Sehnsüchten verläuft ein schmaler Grat, auf dem Fatima ihren Platz in der Welt suchen muss. Regisseurin Hafsia Herzia erzählt in fünf, nach Jahreszeiten gegliederten Kapiteln das Erwachsenwerden einer jungen Frau, die vor allem gegen innere Hindernisse kämpft. Stilistisch bleibt der Film sparsam, mitunter spröde, doch gerade diese Zurückhaltung lenkt den Blick auf Fatimas Wandlung: Szenen in Clubs oder auf Partys, flüchtige Berührungen, kleine Gesten - sie markieren die Momente, in denen Fatima langsam aus ihrer aufgesetzten harten Schale ausbricht. Herzia erzählt subtil und eindringlich vom erotischen Erwachen der Protagonistin. Schauspieldebütantin Nadia Melliti verleiht Fatima Glaubwürdigkeit und Tiefe. Ihr Charakter wird nicht nur von äußeren Konflikten geformt, sondern stark von einem inneren Ringen um religiöse Identität und sexuelle Orientierung. Erst als sie begreift, dass ihr Muslima-Sein und ihr Lesbisch-Sein keine unüberbrückbaren Gegensätze sind, beginnt sie, sich selbst anzunehmen. »Die jüngste Tochter« ist eine berührende Geschichte über das Erwachsenwerden und den Mut, sich den eigenen Widersprüchen zu stellen.

Grit Dora

Bundesstart - Das Debüt im Thalia