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THALIA - Cinema . Coffee and Cycling

Kinoprogramm Donnerstag, 05.03.2026 - Mittwoch, 11.03.2026

Nachsitzen! KultKino im NanoplexAußer Atem - À bout de souffle (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
19:15

Regie: Jean-Luc Godard, (Frankreich), 1959

Darsteller: Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Van Doude u.a.

Außer Atem - À bout de souffle (OmdU)

Jean Paul Belmondo liegt Grimassen schneidend im Sterben auf der Straße und raunt Jean Seberg zu: „Du kotzt mich an“. Das war die Geburtsstunde des modernen Kinos. So wie wir es heute nicht anders kennen. Aus einer sicheren Entfernung von 46 Jahren und angesichts der bereits dritten Wiederholung damaliger Frisuren und Klamotten klingt diese Beschwörungsformel nicht sehr dramatisch. Ein durchgeknallter Typ legt aus Übermut einen Polizisten um, flieht mit dem geklauten Auto in die Hauptstadt und trifft dort ein Mädchen. Und während er so nebenher nach ein wenig Geld sucht, vertreiben sich beide die Zeit. Gehen ins Kino. Ins Bett. Oder einfach nur spazieren. Im Grunde scheint es gar nicht so wichtig zu sein, was sie da tun, sondern wie sie es tun. Die Mädchen in ganz Europa wollten plötzlich blonde Haare genauso kurz tragen wie die Seberg. Und noch Jahrzehnte später üben die Al Pacinos dieser Welt, vorm Spiegel so zu rauchen, wie einst Belmondo. Was in den atemlosen 87 Minuten von den Herren Truffaut, Godard, Melville und Chabrol aufgeschrieben, gedreht und geschnitten worden war, kann noch immer in voller Kinopracht genossen werden, weil vor drei Jahren neue Filmkopien angefertigt wurden.

alpa kino

Reservierungen sind per Mail, sowie leibhaftig, oder telefonisch zu den Öffnungszeiten möglich.

No Mercy

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:00 17:00 17:00 17:00

Regie: Isa Willinger, (Deutschland/Österreich), 2025

Darsteller: u.a. mit Catherine Breillat, Alice Diop, Valie Export u.a.

No Mercy

„Vielleicht weil wir soviel Wut in uns tragen.“, antwortet eine der Protagonistinnen in Isa Willingers Dokumentation auf die Frage, ob Frauen in Wahrheit die härteren Filme machen. Die Sentenz von der filmischen Härte der Frauen gab die ukrainische Kultregisseurin Kira Muratova der jungen Filmemacherin Willinger einst mit auf den Weg. Seitdem lässt dieser Satz Isa nicht mehr los. Zeichnen Härte und Gewalt tatsächlich weibliche Regie-Handschriften aus, während Frauen ganz allgemein noch immer vorrangig mit Empathie und Weichheit in Verbindung gebracht werden?

Isa Willinger begibt sich auf eine Reise ins Kino der Frauen und findet Filme, die von harten Realitäten, Demütigung und Vergeltung erzählen. Was sagen die Regisseurinnen selbst dazu? Große Namen wie Catherine Breillat, Alice Diop, Valie Export, Nina Menkes, Céline Sciamma, Monika Treut und Apolline Traor geben Auskunft darüber, wie sie über die Darstellung von Sex und Gewalt, über Traumata und Macht und über den noch lange nicht ausreichend in den Blick genommenen female gaze denken. Rasant und mit einer präzisen elliptischen Struktur inszeniert, erweist sich »No Mercy« als ausgesprochen aktueller Dokumentarfilm, der unter zahlreichen Produktionen, die sich mit dem Thema „Frauen und Gesellschaft“ befassen, durch seinen individuellen Ansatz hervorsticht und eine bestechende semantische und visuelle Kraft entwickelt. Willinger macht mit ihrer Dokumentation auch auf wichtige Filme aufmerksam, die sich gegen die Konventionen der Filmsprache zur Wehr setzen, aber jenseits von Festivals bisher kaum ein Publikum gefunden haben. Ein notwendiger und streitbarer, ein überzeugender filmischer Essay.

Grit Dora

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Father Mother Sister Brother (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15
19:00 19:00 19:00 19:00

Regie: Jim Jarmusch, (USA/Irland/Frankreich), 2025

Darsteller: Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik u.a.

Father Mother Sister Brother (OmdU)

Der Film ist ein behutsam als Triptychon komponierter Spielfilm. Die drei Geschichten kreisen um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land: »Father« ist im Nordosten der USA angesiedelt, »Mother« in Dublin und »Sister, Brother« in Paris. Es ist eine Reihe von Charakterstudien, ruhig, beobachtend und ohne Wertung – und zugleich eine Komödie, durchzogen von feinen Fäden der Melancholie.

Das Original ist besser!Marty Supreme (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:00 21:00 21:00 21:00 21:00

Regie: Joshua „Josh“ Safdie, (USA/Finnland), 2025

Darsteller: Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow, Odessa A'zion u.a.

Marty Supreme (OmdU)

Die Oscars stehen zwar erst im März an, doch nachdem Timothée Chalamet im Januar bereits den Critics Choice Award und den Golden Globe für »Marty Supreme« einheimsen konnte, kann man sich ausmalen, wer dort die Tipplisten anführen wird. Und ja, Chalamet gibt in diesem Film alles. Er verabschiedet sich von seinem Indie-Image und verkörpert einen fast schon unangenehm präsenten Charakter, der ständig unter Strom steht.

Die Geschichte dreht sich um Marty Mauser, einen Schuhverkäufer im New York der 1950er Jahre, der heimlich vom Ruhm als Tischtennisprofi träumt. Marty ist keiner, der sich brav an Regeln hält. Er spielt, wettet, provoziert, hat eine Affäre mit einer reichen, ehemaligen Filmdiva (Gwyneth Paltrow) - und nutzt sein Talent, um sich in einer Welt durchzuschlagen, die ihm eigentlich keinen Platz zugedacht hat. Regisseur Josh Safdie erzählt keine klassische Aufstiegsgeschichte, sondern folgt Marty durch verrauchte Hinterzimmer, schäbige Hallen und improvisierte Matches, bei denen es um Geld, Ehre und das eigene Ego geht. Tischtennis wird hier nicht als Sport, sondern als Bühne verstanden: schnell, aggressiv, laut. Genau darin liegt der Reiz. Den Film interessiert weniger der Sieg als das Drumherum - vor allem jener Moment, in dem alles kippen kann.

Die Besetzung ist ähnlich verrückt wie der Film: Paltrow, „Tyler, the Creator“, Fran Drescher und Kevin O'Leary, der bisher eher als Unternehmer aus »Shark Tank« bekannt war, komplettieren das bizarre Ensemble, das dafür sorgt, dass man zweieinhalb Stunden gespannt auf der Kante des Sitzes sitzt - selbst als Nicht-Sportfan.

Viktoria Franke

LUX-PublikumspreisSentimental Value (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
15:00

Regie: Joachim Trier, (Norwegen/Frankreich/Dänemark/Deutschland), 2025

Darsteller: Renate Reinsve, Stellan Skarsgård, Elle Fanning u.a.

Sentimental Value (OmdU)

Welchen sentimentalen Wert hat ein unbelebtes Ding wie ein Haus? Was würden die eigenen vier Wände erzählen, wenn sie könnten? Und welche Rolle spielen sie in unserem Leben? Oft tauchen diese Fragen auf, wenn Eltern das Zuhause aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen oder gar versterben. Was wird aus dem Gebäude, in dem man aufgewachsen ist? Das die Eltern vielleicht selbst gebaut haben. In dem gute, aber auch schlechte Dinge passiert sind.

Wer diese Fragen kennt, hat den emotionalen Grundstock für Joachim Triers neuen Film »Sentimental Value« schon im Gepäck. Der Ausgangspunkt für die Geschichte war Triers Wunsch, seiner preisgekrönten Hauptdarstellerin aus »Der schlimmste Mensch der Welt«, der norwegischen Schauspielerin Renate Reinsve, eine weitere Figur auf den Leib zu schreiben. Entstanden ist eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht, und in der neben Reinsve als Nora auch die anderen Hauptdarsteller:innen brillieren: Inga Ibsdotter Lilleaas als Schwester Agnes, Stellan Skarsgård als Vater Gustav und Elle Fanning als US-amerikanische Schauspielerin Rachel Kemp.

Nachdem Gustav wieder im Leben von Nora und Agnes aufgetaucht ist und Nora die Hauptrolle im neuen Film von Gustav abgelehnt hat, soll Rachel an ihre Stelle treten. Nebenbei wird das elterliche Haus ausgeräumt, und die Schichten einer ganzen Familiengeschichte treten zutage: das Chaos, die Verletzungen, die Bande, die ihr eigene Sprache. Genau darum geht es Trier, um ein „Kino der Intimität“. Das ist ihm wahrhaftig gelungen.

mana

LUX-PublikumspreisSorda - Der Klang der Welt (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:30

Regie: Eva Libertad, (Spanien), 2025

Darsteller: Míriam Garlo, Álvaro Cervantes, Elena Irureta u.a.

Sorda - Der Klang der Welt (OmdU)

Der spanische Spielfilm »Sorda - Der Klang der Welt« feierte auf der 75. Berlinale 2025 seine Premiere und gewann den Publikumspreis der Sektion Panorama. Die Regisseurin Eva Libertad, die auch das Drehbuch schrieb, hatte zuvor einen gleichnamigen Kurzfilm realisiert, der als erster Film mit Gebärdensprache für den spanischen Filmpreis Goya nominiert war. Jetzt hat sie ihn als 99-minütigen Langfilm ausgebaut und erzählt darin die Geschichte der gehörlosen Ángela (Miriam Garlo) und ihres hörenden Partners Héctor (Álvaro Cervantes). Als die beiden beschließen, Eltern zu werden, tauchen schon während der Schwangerschaft Fragen auf. Wird das Kind normal hören können? Was bedeutet das für ihre Beziehung? Wie wird der Alltag aussehen? Schaffen wir das? Als dann die kleine Tochter geboren wird, wird klar, dass sie hören kann. Glück oder Unglück? Und was bedeutet das für die Dynamik in der Familie und wie geht es Ángela damit?

Der Film wurde von Erlebnissen der Schwester der Regisseurin inspiriert und bleibt nah an der Realität. Dabei schafft der Film es wunderbar, die Position der Gehörlosen einzunehmen. Auch eine tonal so eingefangene Szene unterstützt diesen Blickwinkel. Trotzdem werden auch Héctor, Ángelas Mann, und seine Sicht auf die Dinge gut eingefangen. Großartig ist, dass der Film nicht polarisiert, sich für alle Zeit nimmt und zeigt, dass Kommunikation ein wichtiger Bestandteil ist in der Balance zwischenmenschlicher Beziehungen. Der Film lebt vom differenzierten Spiel aller Beteiligten und schafft es, dass man sich mit den aufkommenden Themen gerne beschäftigt. Dazu trägt auch die gelungene Inszenierung bei, die sich in ihrer Farbpalette und mit ihrem Licht auch bei trübem Herbstwetter wie ein schöner Sommertag anfühlt. Man sollte die Gelegenheit nicht verpassen, »Sorda - Der Klang der Welt« im Kino zu sehen.

Doreen

LUX-PublikumspreisLove me tender (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:30

Regie: Anna Cazenave Cambet, (Frankreich), 2025

Darsteller: Monia Chokria, Antoine Reinartz, Viggo Ferreira-Redier u.a.

Love me tender (OmdU)

Spätsommer, irgendwo in Paris. Die frühere Anwältin Clémence schreibt an ihrem Romandebüt und geht in ihrem neuentdeckten Begehren gegenüber Frauen auf. Mit ihrem Noch-Ehemann Laurent teilt sie sich freundschaftlich das Sorgerecht für ihren achtjährigen Sohn Paul. Doch als Laurent von ihren Liebschaften erfährt, fällt alles zusammen. Er lässt Clémence nicht mehr zu ihrem Sohn und fordert das alleinige Sorgerecht. Sein Vorwurf: Clémences Lebensstil gefährde Paul. Es folgt ein Gerichtsstreit, in dem Clémence nicht nur um ihren Sohn kämpft, sondern auch ihre sexuelle und intellektuelle Selbstbestimmung einfordert.

Das Original ist besser!Hamnet (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
14:45

Regie: Chloé Zhao, (Großbritannien), 2025

Darsteller: Paul Mescal, Jessie Buckley, Joe Alwyn u.a.

Hamnet (OmdU)

Die Legende von William Shakespeare ist untrennbar mit den großen Dramen der Weltliteratur verbunden - doch was geschieht, wenn der Mythos beiseite geschoben wird und man auf die Frau blickt, die hinter dem Schöpfer stand? Die Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao (»Nomadland«) adaptiert Maggie O’Farrells gefeierten Roman und wählt für ihre Inszenierung konsequent die Perspektive von Agnes Hathaway (Jessie Buckley), Shakespeares empfindsamer Ehefrau. Ausgangspunkt ihrer Erzählung ist die tiefe, fast naturverbundene Darstellung ihrer frühen Liebe. Agnes und der junge, aufstrebende Barde (Paul Mescal) planen ein gemeinsames Leben, das durch die unaufhaltsame Gravitation seines Talents bald ins Getriebe Londons gerät. Die Geschichte einer großen Liebe droht aber nicht an den äußeren Umständen, sondern an einem zutiefst persönlichen Schicksal zu zerbrechen. Als der einzige Sohn des Paares, der elfjährige Hamnet, der Pest zum Opfer fällt, zerbricht das Leben der Familie. Ihre Trauer entfaltet eine zertrümmernde Kraft, die ihre Beziehung zu ersticken droht. Zhao inszeniert diesen Verlust nicht als historischen Fakt, sondern als intime, unentrinnbare Familientragödie. Inmitten dieser furchtbaren persönlichen Verzweiflung beginnt Shakespeare mit dem Versuch, das Unfassbare zu kanalisieren. Aus dem Schmerz um seinen verlorenen Sohn Hamnet entsteht mit dem Drama Hamlet eine der größten Schöpfungen der Literaturgeschichte. Zhao kontrastiert Shakespeares Kreativität und die sanfte Empfindsamkeit ihrer Protagonistin Agnes mit der brutalen Realität der damaligen Zeit. »Hamnet« untersucht die Verbindung zwischen Kunst und Schmerz, ist eine hypnotische Studie über die Transformation tiefer, individueller Trauer zu (in diesem genialen Fall) universeller und zeitloser Kunst. Die Regisseurin bleibt ihrem charakteristischen Stil der lyrischen Ästhetik treu, ihre Kameraarbeit ist so kontemplativ wie suggestiv und sorgt für stilisierte, maximale Weite.

Grit Dora