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Kehren Exilanten nach dem 2. Weltkrieg nach Deutschland zurück, lastet die Erkenntnis schwer, dass das Land der Väter zugleich das Land der Mörder ist. Der deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann kommt lange nicht den Aufforderungen aus Deutschland nach, ins Vaterland zurückzukehren und sich dem hier herrschenden Elend zu stellen, er verlegt seinen Wohnsitz aus den USA in die Schweiz. Als er 1949 anlässlich des 200. Geburtstages von J. W. v. Goethe nach Frankfurt/M. und Weimar reist, wird viel vom „größten deutschen Erzähler“ erwartet. Vier Jahre nach Kriegsende suchen die Menschen nach einem hoffnungsvolleren Bild für die Zukunft. Thomas Mann (Hans Zischler) und Tochter Erika (Sandra Hüller) begegnen mit gemischten Gefühlen den Überlebenden wie den Überlebten. Beifall mischt sich mit Anwürfen, sie finden Polizeischutz und andächtige Zuhörer in und vor der Paulskirche, sie schreiten über alte Gräben und über neue, besonders, da sie nicht Halt machen an der sogenannten Zonengrenze. Von altgedienten Wagner-Erben, belesenen Offizieren oder künftigen Kulturministern wird Mann abwechselnd beschimpft oder hofiert. Die damals grassierende Anschuldigung, es seien gerade die Exilanten die Verräter, weil sie sich der Ermordung des Landes durch ihren Weggang entzogen hätten, atmet noch ganz den alten, kaiserlichen Untertanengeist, treu bis zum Tode, wie er einst von Thomas Manns älterem Bruder zu Papier gebracht worden war. Auf die Leinwand bringt diese frei nacherzählte, höchst aktuelle Betrachtung der Pole Paweł Pawlikowski, der mit „Ida“ einen feinsinnigen und mit „Cold War“ einen politischen Blick aufs vorige Jahrhundert warf. Hier nun begleitet er den Heimkehrer bei seinem Gang durchs gespaltene Land und mitten ins neu aufkommende Trommelfeuer zweier Systeme und ihrer gegensätzlichen Narrative. Neu Stellung soll nun jeder beziehen. Dabei liegt alles noch in den alten Trümmern.
alpa kino
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| 20:30 |
Eigentlich will Mihrije ganz weit weg, nach Westeuropa, wo sie sich ein freies Leben vorstellt. Stattdessen sitzt sie fest zwischen den Plattenbauten ihrer grauen slowenischen Heimatstadt. Sie versucht sich mit ihren besten Freundinnen Jasna und Sina gegenüber den Männern zu beweisen, die hier das Sagen haben - wenn es sein muss auch mit Gewalt. Die Möglichkeit auszubrechen, erscheint ganz plötzlich: Fantasy, eine selbstbewusste trans Frau verzaubert Mihrije mit ihrer schamlosen Weiblichkeit in dem Moment, als sich ihre Blicke auf der Tanzfläche kreuzen. Doch auch Fantasy ist nicht so frei, wie sie die Freundinnen zuerst glauben lässt.
Was bedeutet es, heute als Frau zu leben? Als urbanes Balkan-Märchen erzählt »Fantasy« von Freundinnenschaft, Identität und weiblichem Widerstand gegen eine Welt des Anpassungszwangs. Regie-Entdeckung Kukla inszeniert ihre Protagonistinnen dabei als eine selbstbewusste Truppe, die sich das historischen Konzept der eingeschworenen Jungfrauen nach ihren Vorstellungen aneignet. Ein Film, der Diversität als Stärke feiert - und die gelebte Realität einer neuen Generation abbildet.
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| 19:30 |
Mit harter Arbeit und bedingungsloser Disziplin hält der Muschelfarmer Jack den Familienbetrieb an der rauen Küste von Nordwales am Laufen. Über die Jahre hat er sich mit seiner Frau Maggie eine stabile Existenz aufgebaut, ohne sich dabei je recht fragen zu können, was er wirklich vom Leben will. Antworten bekommt er, als der jüngere Deckhelfer Daniel in der abgelegenen Gemeinde auftaucht und keinen Hehl daraus macht, wie attraktiv er Jack findet.
Mit ihrem zweiten Spielfilm taucht die Schriftstellerin und Regisseurin Helen Walsh („The Violators“) tief in die Gefühlswelt eines Mannes ein, den das Leben gelehrt hat, seine Gefühle so gut wie möglich zu verbergen. Der erst lernen muss, wie es ist, er selbst zu sein - und sich dabei fragt, ob ihn das tatsächlich zu einem glücklicheren Mann machen würde. Entstanden ist eine feinfühlige, hellsichtige Geschichte über gelernte Männlichkeit, über die Orte, die uns prägen, und die heimlichen Wünsche, denen wir uns am Ende doch nicht verweigern können. Ein erwachsener, besonderer Film über die Liebe.
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| 21:45 |
In einer Wohnung in São Paulo treffen sich Matias und Ricardo zum One-Night-Stand. Später kommen weitere Menschen dazu. Sie haben Sex, philosophieren und tauschen Erfahrungen aus, nehmen Drogen. Während dieser queeren Schlafzimmer-Odyssee schwelgt Matias in Erinnerungen an vergangene Liebschaften und fantasiert über die Zukunft, während er sich mit einer fiktiven Figur aus der brasilianischen Literatur unterhält.
Als orgiastisches Kammerspiel in einer Welt des magischen Realismus inszenieren Gustavo Vinagre und Vinícius Couto einen queeren Körper-Reigen zwischen Lust am Rausch und gelebter Grenzerfahrung. „Die Passion nach G.H.B.“ erzählt dabei die vielschichtige Realität von Chemsex mit all ihren inneren Widersprüchen. Ein Film der Körper und des Geistes, so kinky wie komplex.
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| 16:30 |
Colette, Djuna Barnes, Gertrude Stein, Natalie Clifford Barney. Jede einzelne von ihnen ein Genie. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts trafen diese berühmtesten Künstlerinnen der Moderne in Paris zusammen. Sie begegneten einander nicht zufällig, sondern sie entschieden sich bewusst für die Gemeinschaft. Was sie vereinte, war die Liebe zu Paris, dessen weiblicher Flair es ihnen ermöglichte, sich auf unkonventionelle und selbstständige Weise zu verwirklichen und dabei radikale Wege zu beschreiten. Paris bot ihnen die Freiheit, zu leben und zu lieben, wie und wen sie wollten - auch wenn es, wie in ihrem Fall, meistens andere Frauen waren.
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| 19:45 |
Veneno, ein Sexworker und Dealer auf der Flucht vor einer albtraumhaften Vergangenheit, hat die hypermaskuline Welt mexikanischer Fernfahrer zu seinen Jagdgründen erklärt. Hier trifft er auf den schweigsamen Muñeco, einen älteren Fahrer, der Veneno mitnimmt und ihn bei seinen Geschäften deckt - gegen einen Anteil, versteht sich. Auf den weiten Straßen Nordmexikos entwickelt sich aus erster Vertrautheit zwischen den Männern eine zärtliche Nähe. Doch die Gewalt, die das Leben beider bestimmt, begleitet ihre Reise auf jeder Meile.
Wie überleben Nähe und Liebe an Orten brutalster Dunkelheit? Basierend auf Erfahrungsberichten mexikanischer Fernfahrer führt der Film sein Publikum in eine abgründige Welt verlorener Seelen, die teilweise ohne Gnade um ihren Platz auf den Highways Nordmexikos kämpfen. Ein provokanter, mitreißend emotionaler Film, in dem Sinnlichkeit und Gefahr untrennbar verbunden sind. Sehr sexy, sehr ehrlich - und bei aller Härte tief bewegend. In Venedig bekam Regisseur David Pablos für seinen kompromisslos queeren Thriller den Hauptpreis der Sektion Orizzonti sowie den Queer Lion.
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| 20:00 |
Die besten Freundinnen Argyro und Anneta sind unterschiedlich, aber unzertrennlich. Während Argyro als Bäuerin arbeitet, ist Anneta das It-Girl ihres kleinen griechischen Bergdorfs. Ihr liegen alle Männer zu Füßen - wie insgeheim auch Argyro. Doch dann wird Aneta schwanger von ihrem Freund, einem Polizisten aus der nächstgrößeren Stadt. Bevor das Leben die Freundinnen trennt, fordert Argyro Aneta heraus: Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise, die ihr Leben verändern wird, auf der Suche nach der mythischen Bärenhöhle.
Nach dem Erfolg ihres gleichnamigen Kurzfilms entwickelt das Regie-Duo aus Stergios Dinopoulos und Krysianna B. Papadakis die Geschichte der queeren Freundinnen Argyro und Aneta weiter, die ihr Bedürfnis nach authentischer Nähe gegenüber einer heteronormativen Welt furchtlos durchsetzen. 2024 erhielt »Bearcav« den Hauptpreis des Wettbewerbs Works in Progress in Thessaloniki. Ein Jahr später feierte ihr Film seine Weltpremiere in Venedig.
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| 20:45 |
Macho-Cop Aiden ist sexsüchtig, eine tickende Zeitbombe in ständiger Versuchung. Ein Keuschheitskäfig soll ihn zurückhalten, doch er wird nur unberechenbarer und aggressiver. Bei einer Patrouille durch das queere Szeneviertel von Sydney verfällt er dem tragischen Twink Cody, dessen Leben vom skrupellosen Mob-Boss Fat Frankie kontrolliert wird. Um Cody zu retten, begibt sich Aiden in ein Labyrinth aus Lust, Verrat und zerstörerischem Begehren.
Camp, Glam und Mystery: ein australischer Noir-Thriller in flackerndem Neon-Licht, pulsierend vor Leidenschaft und zügelloser Energie. Regisseur und Autor Dean Francis hat eine fiebrige Vision der Unterwelt geschaffen, in der Verrat, Korruption und Verlangen ein verführerisches, aber tödliches Netz bilden. In finsteren Straßen und verschwitzten Clubs liegen Albtraum und Ekstase gefährlich nah beieinander. Ein mitreißendes, lustvoll schmutziges Filmerlebnis.
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| 20:00 |
Vor 21 Jahren initiierte der Produzent Kristian Petersen die heute legendäre Kompilationsfilmreihe »Fucking Different«: um queere Regisseure aus verschiedenen Städten kurze Spiel- und Dokumentarfilme drehen zu lassen - als Bestandsaufnahmen von sich stetig verändernden queeren Communitys. Seitdem hat sich viel getan: Geschlechtergrenzen sind fluider geworden; junge Menschen müssen sich nicht mehr zwingend im binären System verorten. Doch wenn sich die jungen, queeren Communitys aufeinander zubewegt zu haben, ist ein Riss zwischen den Generationen erkennbar.
Den versucht das Kurzfilmprogramm, der mittlerweile siebente Teil der Reihe, nun zu überbrücken: Dafür haben queere Filmemacher der Boomer Generation Filme über ihre Vorstellungen vom Leben junger queerer Menschen gedreht - während junge queere Filmemacher:innen ihre Perspektiven auf die älteren zu Kurzfilmen verarbeitet haben.
NAAMIKO
ein Film von Jo Pollux & Theo Parker
Schlüpfe in eine andere Altersgruppe, als würdest du ein neues Hemd anziehen! Das verspricht eine Agentur für geheimnisvolle Erlebnisse. Die 70-jährige Bela bucht ein „Gen Z“-Paket und wird für einen Tag zu einer 20-jährigen Großstadt-Göre. Angeleitet von einer bestimmenden Stimme in ihrem Ohr taucht Bela immer tiefer in ihre neue Rolle ein - bis sie eine unerwartete Begegnung hat…
CARA & MARLEN
ein Film von Kristian Petersen
Zwei Sexarbeiterinnen aus unterschiedlichen Generationen sprechen über die Arbeitsbedingungen damals und heute, ihr Verständnis von sexpositivem Feminismus, gemeinsame Utopien und Möglichkeiten, voneinander zu lernen. Wo liegen die Generationsunterschiede, wo die Gemeinsamkeiten, und wie lässt sich Erfahrungswissen weitergeben?
DEATH OF A RAVE - AND OF OUR DANCEFLOORS
ein Film von Sofía Alvarado
„No god anymore, or sweating in the dark“ - Philip Larkin, ‚High Windows‘
Eine Kamera dokumentiert das Äußere verschiedener Tanzflächen aus der Vergangenheit New York Citys, während wir ihr imaginäres, gespenstisches Inneres sehen und hören. Eine Discokugel, ein Phantom der vergangenen Disco-Ära, wird wie ein Gott verehrt.
THE CRUISERS
ein Film von Todd Verow
Drei junge queere Menschen besuchen die berüchtigten New Yorker Cruising-Treffpunkte (The Piers, The Meat Rack und The Subways). Während sie darüber sprechen, was Cruising für sie bedeutet, lassen sie die Geister vergangener Cruiser wiederaufleben…
DOM QUIXOTE IN NORMVILLE
ein Film von Emre Busse
„DOM Quixote“ in Normville ist ein wilder, ungezügelter Ritt - ein absurder, erotischer Angriff auf die Windmühlen der Zensur, des institutionellen Elitismus und des kulturellen Gatekeepings. Emre Busse reitet bewaffnet durch Generationen queeren Verlangens, von den flackernden Schatten der Sexkinos bis zu den neonbeleuchteten Bildschirmen einer neuen Ära, in der Algorithmen vor Hunger pulsieren, doch weiterhin die Tiefe unserer Lust nicht begreifen können. Ein Schlachtruf und ein Liebesbrief an Kathy Acker, an Fehlinterpretationen, an Exilanten, an all jene, die sich weigern, ihr Verlangen im Namen von Klarheit, Produktivität oder Sinn aufzugeben. „DOM Quixote“ in Normville bittet nicht um Raum. Er nimmt ihn sich. Manchmal ist die Haltung des verfolgten Helden kein Narzissmus. Sie ist eine Rüstung.
HAND ME DOWN
ein Film von Jiz Lee & Shine Louise Houston
„Hand Me Down“ verwebt die Videos und Stimmen von herausragenden Persönlichkeiten der Babyboomer-Generation und Ikonen der Generation X sowie Millennials: „Gender Outlaw“-Autor:in Kate Bornstein, Tantra-Pädagogin Barbara Carrellas, die lesbische Pornografin Nan Kinney, Filmemacher:innen StormMiguel Florez und Annalise Ophelian, der schwule Pornograf Todd Verow, der BDSM-Experte aus der Bay Area, LT Thunder Hawk, die ökosexuellen Künstlerinnen Annie Sprinkle und Beth Stephens zusammen mit Joy Brooke Fairfield und Candi X sowie der Erotikfilmemacher Bonaventure Tain mit den Pornostars Ryuji Suzuki und Jenny Lai.
PUSSYBOY
ein Film von Monika Treut
Eine wundervolle Fügung - als ich auf einer Recherchereise in Taiwan war, erhielt ich eine Nachricht über Instagram - jemand schickte mir eine schöne Nachricht, nachdem er erfahren hatte, dass ich in Taipeh war - und äußerte den Wunsch, sich mit mir zu treffen. Als wir uns ein paar Tage später im Kino „Spot“ trafen, verliebten wir uns ineinander. Es stellte sich heraus, dass er (ein junger trans Mann, der gerade mit seiner Transition begonnen hatte und ein angehender Filmemacher war) von meinen Filmen begeistert war. Im Gespräch mit ihm sah ich mich selbst, als ich in den 1980er Jahren in NYC lebte. Also fingen wir sofort an, uns gegenseitig zu filmen. Eine lebenslange Freundschaft entsteht.
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| 15:45 |
Dem Beschreiben, Besuchen, Bewundern der Insel Hiddensee lag immer schon ein besonderer Zauber inne. Ganz zu schweigen vom tatsächlichen Bewohnen des schmalen Streifens „süßen Landes“. Immer schon zog es Menschen weg von den mondänen Seebädern der Begüterten und Betuchten, hin zu den unverbauten, unmotorisierten 17 Kilometern Ostseesand. So wuchs übers letzte Jahrhundert ein ansehnlicher Kreis an Dauergästen und Zeit-Insulanern heran. Egal unter welchem Regime, hier war das Publikum immer erlesen, speziell und charmant. Sommers residierten hier Gerhart Hauptmann, Joachim Ringelnatz, Heinrich George oder Asta Nielsen. Fest verbunden mit der Insel ist auch der Name von Gret Palucca, die hier viele Sommermonate mit ihren Schülerinnen arbeitete. „Wer einmal hier war, kommt immer wieder - oder nie“. Wie passen Karl-Eduard von Schnitzler, Nina Hagen, Bertolt Brecht oder Feeling B. in das Urlaubsparadies und wie die Dokumentarfilmerin Annekatrin Hendel (»Anderson«, »Familie Brasch«)? Selbst bei soviel herrlichem Publikum gilt es Geschichte zu schürfen, hat Hendel sich gesagt, und erinnert sich an ihre eigene, wilde Sommer-Jugend auf Hiddensee. In einem stillen Schwarz/Weiß porträtiert sie die Insel von heute, mit ihren aktuellen kommunalpolitischen Zerwürfnissen, die Insel ihrer eigenen Jugend mit den Punkkonzerten am Strand und die Insel von anno damals, mit all den namhaften Festlandflüchtlingen, die der Inselpuppenspieler Karl Huck liebevoll verfremdet.
alpa kino
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| 21:30 | 21:30 |
In den 80ern kämpfte sich ein kleiner Indie-Slasher-Film an die Spitze der Charts und in die Herzen der Filmliebhaber:innen. Daraufhin gab es mehrere weitere Verfilmungen, allerhand Merch und sogar Actionfiguren. Die Camp Miasma Filme sind Kult. Nun soll die ambitionierte queere Filmemacherin Kris Williams (Hannah Einbinder), die gerade ein hervorragendes Regiedebüt abgeliefert hat, einen neuen Teil der Slasherfilm-Reihe drehen. Sie soll mit dem neuen Teil das Franchise wieder aus der finanziellen Notlage rausholen. Kris will jedoch nicht einfach ein Remake oder einen weiteren Teil machen, sie will etwas ganz Besonderes aus dem Stoff rausholen. Bei der Recherche zu den Camp Miasma Teilen entwickelt Kris eine zunehmende Faszination für das „Final Girl“ Billy Presley (Gillian Anderson) des Originals. Sie schafft es, die mittlerweile zurückgezogen lebende Schauspielerin ausfindig zu machen und trifft sich mit ihr. Ausgerechnet der Originalschauplatz des ersten Camp Miasma Filmes ist die Wahlheimat des ehemaligen Stars. Kris möchte Billy unbedingt für einen Cameo-Auftritt gewinnen. Doch irgendetwas stimmt mit Billy nicht. Sie nennt als Grund, warum sie ausgerechnet im Camp wohnt, dass irgendjemand da sein muss, wenn „Little Death“ (Jack Haven) wieder aufersteht. „Little Death“ ist der Serienkiller in den Camp Miasma Filmen, der als Kopf einfach einen Lüftungsschacht hat. Dass diese Figur nur fiktiv ist und nicht im wahren Leben herumlaufen kann, das scheint Billy nicht zu interessieren. Kris findet sich bald in einem Strudel aus Angst, Lust und Wahnvorstellungen wieder, in dessen Zentrum die mysteriöse Frau ihrer Träume steht.
Regie und Drehbuch von »Teenage Sex and Death at Camp Miasma« stammen von Jane Schoenbrun, die z.B. auch »I saw the TV glow« machte. Der Film ist keine Parodie kultiger Slasherfilme und auch kein billiger Abklatsch, sondern eher eine nuancierte Hommage voller Liebe für das Genre.
Anne
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| 17:00 |
Eva Müller und Isabel Schneider erzählen die Geschichte des Unterhaltungsfernsehens der 90er und früher 00er Jahre erstmals aus Frauenperspektive. Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins blicken zurück auf ihr Werk und eine Zeit, in der Frauen im Fernsehen vor allem Beiwerk waren, als Pointen dienten und weiblicher Humor als Quotenkiller galt.
Eine ganze Generation wurde so vor allem durch männliche Unterhalter sozialisiert - durch „Wetten, dass…?“, die „Harald Schmidt Show“ und später „TV total“. Wie hat uns diese Zeit geprägt? Und was haben Humor, Witz und Unterhaltung mit Macht und Gleichberechtigung zu tun? Dieser Film ist eine Zeitreise zurück zu den Lachern der 90er und 00er. „Was haben wir gelacht“ - oder vielleicht doch nicht?
„Unsere Protagonistinnen Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins haben - jede auf ihre Weise, auch in kaum bekannten Fernsehmomenten - mehr Sichtbarkeit von Frauen im Unterhaltungsfernsehen erkämpft. Sie waren dabei Autorinnen ihrer eigenen Geschichte, aber auch Betroffene von Sexismus, Häme, Queer- und Frauenfeindlichkeit. Sie kennen sich, schätzen sich, sehen in unserem Film dieselben Archiv-Momente und schauen aus heutiger Perspektive auch kritisch auf sich selbst, ihr Schaffen und das ihrer Kolleginnen.“