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THALIA - Cinema . Coffee and Cycling

Kinoprogramm Donnerstag, 09.07.2026 - Mittwoch, 15.07.2026

Das Original ist besser!À bicyclette ! - Auf zwei Rädern (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
20:00 20:00 20:00 20:00 20:00 20:00 20:00

Regie: Mathias Mlekuz, (Frankreich), 2024

Darsteller: Mathias Mlekuz, Philippe Rebbot, Josef Mlekuz u.a.

À bicyclette ! - Auf zwei Rädern (OmdU)

Es klingt wie eine komplett verrückte Idee, die Mathias seinem besten Freund Philippe darlegt, aber die Trauer ist eben auch groß. Mathias' Sohn Youri ist gestorben. Resigniert sieht er überall nur den Tod des Sohnes, nirgendwo dessen Leben. Also beschließt der trauernde Vater in seiner Not, sich auf die Spuren von Youris Leben zu begeben. Dieser hatte eine Fahrradtour von La Rochelle ans Schwarze Meer in der Türkei absolviert. Um Europa kennen zu lernen. Mathias bittet seinen alten Kumpel, sein Fahrrad aus dem Keller zu holen, das Handy und ein paar Klamotten einzupacken, schnappt sich seinen Hund Lucky; und auf geht's. Lass uns nach Youri suchen. Philippe springt in seinen Harry-Dean-Stanton-Anzug, weil er glaubt, korrekt gekleidet zu sein, könnte bei dieser eh völlig verrückten Idee kaum schaden, und schon radeln die zwei auf dem EuroVelo 6 Richtung Süden. Ein kleiner Dicker und ein Kettenraucher, zwei Freunde, die auch erst mal wieder ein wenig auf Touren kommen müssen, legen Etappe um Etappe zurück, treffen verrückte Leute, schätzen die Erfindung des Airbnb, und die des Translators einer großen Suchmaschine, lernen wilde Hunde in Rumänien fürchten und europäische Gebirge sowieso und erfahren Woche für Woche, dass 'die Toten nicht abwesend sind, sondern nur unsichtbar', wie es Victor Hugo einst formulierte.

Klingt das alles verrückt? Würden Sie sich auch auf ein 50 Euro Rad setzen und sechs Monate für die Trauerarbeit ihres besten Freundes eintauschen? Und würden Sie auch ein kleines Filmteam mitnehmen, damit es am Ende im Kino so aussieht wie ein richtiger Film? Als Youri Mlekuz, der Sohn des Regisseurs Mathias Mlekuz, 2022 starb, entstand nach ein paar Wochen Ausweglosigkeit diese Idee. Philippe Rebbot, Mathias' alter Kumpel, zog mit und ein fünfköpfiges Team begab sich Richtung Türkei. 180 Stunden Material bildeten die Grundlage für diese wundervolle Doku. Unabhängig von Freundschaft, Trauer oder Kino rege ich hier mal eine kleine Gesellschaftsreform an. Alle Jugendlichen Deutschlands sollten nach Beendigung der Schule ein Auslandsjahr absolvieren, sagen wir mal 12 Monate, 12 Länder. Das lässt den Tellerrand schrumpfen. Und wenn sie diese Zeit auch noch, so wie Philippe und Mathias, auf dem Fahrrad verbringen, dann erregt das sogar die Gemüter im Gesundheitsministerium.

alpa kino

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Backrooms - Everything Must Go (Extended Version) (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45 21:45 21:45 21:45

Regie: Kane Parson, (USA), 2026

Darsteller: Renate Reinsve, Chiwetel Ejiofor, Mark Duplass u.a.

Backrooms - Everything Must Go (Extended Version) (OmdU)

Denkt ihr auch manchmal, wenn ihr einen langen dunklen Gang seht, dass dieser in eine fremde Dimension führt? Oder dass irgendwas Gruseliges am anderen Ende warten muss? Tja, eure Ängste können mit dem Film »Backrooms« noch erweitert werden! Denn hier versucht ein Therapeut (Chiwetel Eijofor) seiner Patientin (Renate Reinsve) zu folgen, die durch ungeklärten Umständen einfach aus der Realität gedroppt ist und sich in einer anderen Dimension befindet. In einem Möbelgeschäft findet er die sogenannten „Backrooms“ - verwirrende Gänge, Räume und ganz doll kuriose Sachen. Gelbe Wände, flackernde Neonröhren, scheinbar „weg-clippende“ Gegenstände, die halb in Wänden verschwinden wie in einem Computerspiel. Logik gibt’s hier nicht zu finden, dafür kriegt man Kopfweh beim drüber Nachdenken. Diese sogenannten „liminal spaces“ können weitaus gruseliger sein als Splatter-Horror oder Geistergeschichten.

»Backrooms« basiert auf der gleichnamigen Webserie von Kane Parsons alias „Kane Pixels“ aus Youtube. Parsons führt auch direkt Regie, was ihn zum jüngsten Regisseur in der Geschichte des Studios A24 macht. Neben Chiwetel Eijofor und Renate Reinsve sind noch Mark Duplass, Finn Bennett und Lukita Maxwell mit von der Partie. Der Horrorfilm wird viel Wert auf Atmosphäre, Isolation und psychische Ängste legen.

Anne

Wise Women - Fünf Hebammen, fünf Kulturen

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:15 18:15 18:15 18:15 18:15 18:15

Regie: Nicole Scherg, (Österreich), 2025

Darsteller: Genet Gebru, Aïcha El Fathi, Kanchan Mala Shrestha u.a.

Wise Women - Fünf Hebammen, fünf Kulturen

Die fünf Heldinnen des Films sind Expertinnen für die wichtigste Sache der Welt: Müttern zu helfen, ein Kind zur Welt zu bringen. Regisseurin Nicole Scherg begleitet Genet Gebru aus Äthiopien, „Hajja“ Aïcha El Fathi aus Marokko, Kanchan Mala Shrestha aus Nepal, Gunda Gutscher aus Österreich und Sheila Santos aus Brasilien. Wie Frauen gebären, geht uns alle an: Wir alle wurden schließlich einmal geboren. Die Hebammen begleiten diesen physiologischen Prozess, der universell und natürlich ist - und doch zutiefst individuell. Ob im hochtechnologischen OP-Saal, im frauenverwalteten Geburtshaus oder bei Regen im Dorf: Sie navigieren den Weg zwischen den Welten. Sie wissen von der Unkontrollierbarkeit des Gebärens und sind verlässliche Reiseleiterinnen in Grenzsituationen.

Das Original ist besser!I Swear - Verflucht Normal (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45

Regie: Kirk Jones, (Großbritannien), 2025

Darsteller: Robert Aramayo, Maxine Peake, Peter Mullan u.a.

I Swear - Verflucht Normal (OmdU)

Wenn John Davidson (Scott Ellis Watson) im Jahr 2019 von Queen Elisabeth persönlich mit dem Orden des British Empire ausgezeichnet wird und er dies lauthals mit einem „Fuck The Queen“ quittiert, hat der fünfzigjährige Tourette-Patient ein halbes Leben voller irrwitziger und trauriger Begebenheiten hinter sich gebracht. Alles begann, als der 12-jährige John plötzlich kleine Tics entwickelte, deren Herkunft ihm völlig schleierhaft erschienen. Ein Junge, der unvermittelt um sich schlägt, spuckt oder Derbheiten in den Unterricht ruft, unterläuft erst einmal alle üblichen disziplinarischen Bestrafungen. Das Krankheitsbild Tourette ist in der schottischen Kleinstadt Galashiels nahezu unbekannt. Eben noch war der talentierte Junge Anführer seiner Fußballmannschaft, jetzt grölen dem „ Spasti“ alle nur noch hinterher, er solle sich verpissen, oder sperren ihn in den Schrank. John erwischt das Tourette-Syndrom in seiner ganzen Härte, eben auch mit all den vokalen Obszönitäten, die seltener bei Patienten ausgeprägt sind als die körperlichen Tics. Die Ehe seiner Eltern scheitert daran und erst nach Johns Suizidversuch wird allen Beteiligten das Ausmaß seiner seelischen Not klar. 1996 lebt John bei seiner Mutter, flucht sich so durch, vollgestopft mit Medikamenten und Einsamkeit. An einem Tag trifft er auf Menschen, die ihn und sein Leiden akzeptieren und die eine Begrüßung, wie „lass uns Sex haben“, sportlich nehmen. Am nächsten auf welche, die ihn verprügeln oder verklagen, weil sie in seinen Tics Beleidigungen sehen. Großes Glück hat John mit dem Hausmeister Tommy (Peter Mullan), bei ihm im Gemeindezentrum darf er zu arbeiten anfangen und kocht dort seinen berühmten „mit Wichse statt mit Milch-Tee“. Tommy boxt ihn vor Gericht raus und erklärt ihm, dass die Gesellschaft noch immer falsch reagiere, weil ihr die Wahrnehmung fehle für diese seltene Krankheit. Also beginnt John im Gemeindezentrum mit anderen Betroffenen Gespräche und Workshops zu veranstalten und hält Vorträge an Schulen und Polizeistationen, um das Bewusstsein für die Krankheit zu schärfen.

alpa kino

Das Original ist besser!The Drama - Das Drama - Noch mal auf Anfang (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45

Regie: Kristoffer Borgli, (USA), 2025

Darsteller: Robert Pattinson, Zendaya, Alana Haim u.a.

The Drama - Das Drama - Noch mal auf Anfang (OmdU)

Stell dir vor, du bist unendlich verliebt in deine:n Partner:in und ihr habt euch entschieden zu heiraten. Alles läuft famos, bis kurz vor dem großen Tag. Denn die warmherzige, entschlossene Emma Hardwood (Zendaya) und der kunstbeflissene Museumsdirektor Charlie Thompson (Robert Pattinson) erfahren erst kurz vorher gewisse Dinge übereinander, die sie in einen Strudel aus Misstrauen und Zweifeln saugen. Plötzlich kommen verstörende Geheimnisse ans Licht und je mehr Druck auf den beiden liegt, desto mehr bröckelt die Fassade der perfekten Liebe. Irgendwie versuchen die beiden dennoch ihre Liebe zu retten, zwischen Baton Rouge, London und den Orten ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Ob die beiden ihre anstehende Hochzeit noch irgendwie retten können?

Schon allein die ersten Bilder zu »The Drama« von Kult-Studio A24 habe das Internet gehörig in Aufruhr gebracht: Queen Zendaya und Glitzer-RPatz (wie wir ihn damals in der »Twilight«-Phase nannten) mit einer Hochzeitseinladung. Regisseur Kristoffer Borgli gibt uns genau das, was wir wollen. Ari Aster ist als Produzent mit dabei, genauso wie Lars Knudsen (»The Witch«) und Tyler Campellone (»Dream Scenario«). In weiteren Rollen sehen wir außerdem Mamoudou Athie, Alana Haim, Hailey Gates und Zoë Winters.

Anne

Das Original ist besser!The Love That Remains (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
21:45

Regie: Hlynur Pálmason, (Island/Dänemark/Schweden/Frankreich), 2025

Darsteller: Saga Garðarsdóttir, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Sverrir Gudnason u.a.

The Love That Remains (OmdU)

Eine Trennung steht im Raum. Anna (Saga Garðarsdóttir) und Magnús (Sverrir Gudnason) mögen sich noch, Restliebe scheint also vorhanden, Gemeinheiten gegeneinander finden nicht statt. Aber das reicht scheinbar nicht, um zusammen zu bleiben. Schade, denn sie leben gemeinsam mit ihren drei Kindern und der Familienhündin Panda an der oft unwirschen Küste Islands ein beschauliches Leben. Maggi, als Hochseefischer oft tagelang auf See, sorgt für eine ausgeglichene Familienkasse, Anna ist beseelt von ihrem Wunsch, sich als Künstlerin einen Namen zu machen. Trotz ihrer Trennungsabsichten verbringen alle miteinander Zeit beim Wandern, Schlittschuhlaufen, Angeln oder der Wildpferd- wie Walbeobachtung. Tun Anna und Magnús das alles nur der Kinder wegen, oder fühlen sie sich einander doch noch verbunden? Der isländische Regisseur Hlynur Pálmason (»Godland«) setzt seine Heimat einmal mehr liebevoll in Szene und übt sich in teils schwarzem Humor und surrealistischen Traum-Sequenzen. Besonders eindrücklich ist sein Umgang mit der Zeit: Annas Kunst lebt von korrodierenden Metallabdrücken, Magnús kommt bei seiner Arbeit auf hoher See das Zeitgefühl abhanden. Pálmason entfaltet poetische Momente und kontrastiert sie mit Brachialhumor. Zwischendrin wuselt allzeit der Hund. Der Regisseur wählt einen sehr persönlichen Zugang. Annas Kunst geht zurück auf die Werke, die Pálmason abseits seiner Regiearbeiten schafft. Und die Kinder werden von des Regisseurs eigenem Nachwuchs gespielt. Elegant umschifft er die Gefahr von Distanzverlust, indem er seine 35mm-Kamera meist auf Abstand hält. Auch die Dialoge sind distanziert, trocken und tragikomisch. Man möchte sagen: typisch Island.

Grit Dora

Bundesstart - Das Debüt im Thalia