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THALIA - Cinema . Coffee and Cycling

Kinoprogramm Donnerstag, 05.02.2026 - Mittwoch, 11.02.2026

Das Original ist besser!Sorry, Baby (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:15

Regie: Eva Victor, (USA/Spanien/Frankreich), 2025

Darsteller: Eva Victor, Naomie Ackie, John Carroll Lynch u.a.

Sorry, Baby (OmdU)

Agnes (Eva Victor) hat ihr Literaturstudium erfolgreich abgeschlossen und es geschafft, eine befristete Stelle als Professorin aufzutun. Trotz der neuen Position lebt sie noch in ihrem alten Häuschen in New England, umgeben von Büchern, Erinnerungen an die Studien- und WG-Zeit. Sie ist sehr allein. Als ihre beste Freundin Lydie (Naomi Ackie) aus New York zu Besuch kommt, wird deutlich, wie unterschiedlich sich ihre Lebenswege entwickelt haben - und wie sehr Agnes noch immer mit einem einschneidenden Erlebnis kämpft, das ihr Leben weiterhin belastet. In ihrem Debütfilm »Sorry, Baby« erzählt Eva Victor sensibel, mit feinem Gespür für Tonalität von einer Frau, die zwischen beruflichem Erfolg, persönlichen Unsicherheiten und der Suche nach Identität navigiert. Subtile Momente von Humor und Sarkasmus mischen sich mit nachdenklichen, fast beklemmenden Szenen, in denen Agnes kleine Alltagsbegegnungen, etwa mit ihrem Nachbarn Gavin (Lucas Hedges) oder dem Betreiber eines Sandwichladens (John Carroll Lynch), Halt geben. Victor zeigt, wie tiefgreifend und nachhaltig traumatische Erlebnisse das Verhalten und die Beziehungen des betroffenen Menschen beeinflussen, ohne diese je explizit vorzuführen. Gleichzeitig thematisiert der Film Agnes’ Auseinandersetzung mit Gender und Selbstwahrnehmung: Ihr sich wandelnder Kleidungsstil und die bewusste Reflexion über Identität spiegeln ihren inneren Prozess und das Streben nach Authentizität. Die Regisseurin und Hauptdarstellerin inszeniert präzise, sarkastisch und dennoch warmherzig. »Sorry, Baby« ist ein vielschichtiges, bewegendes Drama über Freundschaft, Trauma, Selbstfindung und leise, aber kraftvolle Momente, die das Leben verändern können. Ein Debüt, das auf dem Sundance Film Festival Furore und Eva Victor als Mumblecore-Talent bekannt machte.

Grit Dora

Bundesstart - Das Debüt im Thalia

Das Original ist besser!Hamnet (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
15:00
16:00
16:15
20:00 20:00 20:00 20:00
20:30 20:30

Regie: Chloé Zhao, (Großbritannien), 2025

Darsteller: Paul Mescal, Jessie Buckley, Joe Alwyn u.a.

Hamnet (OmdU)

Die Legende von William Shakespeare ist untrennbar mit den großen Dramen der Weltliteratur verbunden - doch was geschieht, wenn der Mythos beiseite geschoben wird und man auf die Frau blickt, die hinter dem Schöpfer stand? Die Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao (»Nomadland«) adaptiert Maggie O’Farrells gefeierten Roman und wählt für ihre Inszenierung konsequent die Perspektive von Agnes Hathaway (Jessie Buckley), Shakespeares empfindsamer Ehefrau. Ausgangspunkt ihrer Erzählung ist die tiefe, fast naturverbundene Darstellung ihrer frühen Liebe. Agnes und der junge, aufstrebende Barde (Paul Mescal) planen ein gemeinsames Leben, das durch die unaufhaltsame Gravitation seines Talents bald ins Getriebe Londons gerät. Die Geschichte einer großen Liebe droht aber nicht an den äußeren Umständen, sondern an einem zutiefst persönlichen Schicksal zu zerbrechen. Als der einzige Sohn des Paares, der elfjährige Hamnet, der Pest zum Opfer fällt, zerbricht das Leben der Familie. Ihre Trauer entfaltet eine zertrümmernde Kraft, die ihre Beziehung zu ersticken droht. Zhao inszeniert diesen Verlust nicht als historischen Fakt, sondern als intime, unentrinnbare Familientragödie. Inmitten dieser furchtbaren persönlichen Verzweiflung beginnt Shakespeare mit dem Versuch, das Unfassbare zu kanalisieren. Aus dem Schmerz um seinen verlorenen Sohn Hamnet entsteht mit dem Drama Hamlet eine der größten Schöpfungen der Literaturgeschichte. Zhao kontrastiert Shakespeares Kreativität und die sanfte Empfindsamkeit ihrer Protagonistin Agnes mit der brutalen Realität der damaligen Zeit. »Hamnet« untersucht die Verbindung zwischen Kunst und Schmerz, ist eine hypnotische Studie über die Transformation tiefer, individueller Trauer zu (in diesem genialen Fall) universeller und zeitloser Kunst. Die Regisseurin bleibt ihrem charakteristischen Stil der lyrischen Ästhetik treu, ihre Kameraarbeit ist so kontemplativ wie suggestiv und sorgt für stilisierte, maximale Weite.

Grit Dora

Das Original ist besser!Ein einfacher Unfall (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
18:00
18:30

Regie: Jafar Panahi, (Iran/Frankreich/Luxemburg), 2025

Darsteller: Vahid Mobasseri, Maryam Afshari, Ebrahim Azizi u.a.

Ein einfacher Unfall (OmdU)

Der Gewinner der Goldenen Palme von Cannes ist eine furchtlose Meisterleistung des Filmemachers Jafar Panahi – zugleich hochpolitisch und zutiefst menschlich. Mit unerbittlicher Klarheit stellt der Film moralische Fragen nach Wahrheit und Ungewissheit, Rache und Gnade.

Als der Automechaniker Vahid zufällig auf den Mann trifft, der ihn mutmaßlich im Gefängnis gefoltert hat, entführt er ihn, um Vergeltung zu üben. Doch der einzige Hinweis auf Eghbals Identität ist das unverkennbare Quietschen seiner Beinprothese. Auf der Suche nach Gewissheit wendet sich Vahid an einen zerstreuten Kreis anderer, inzwischen freigelassener Opfer. Doch je tiefer sie in ihre Vergangenheit eintauchen und je mehr ihre unterschiedlichen Weltanschauungen aufeinanderprallen, desto größer werden die Zweifel: Ist er es wirklich? Und was hieße Vergeltung überhaupt?

Vor dem allgegenwärtigen Hintergrund des Autoritarismus verdichtet sich der Film zu einem fulminanten Akt des Widerstands – von einem iranischen Autorenfilmer, der aus eigener Erfahrung weiß, was es bedeutet, ungerechtfertigt inhaftiert zu sein. So fordert uns Frankreichs Beitrag in der Kategorie „Bester internationaler Film” bei den 98. Oscars® eindringlich dazu auf, die Grenze zwischen Recht und Unrecht neu auszuloten.

Das Original ist besser!Lesbian Space Princess (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:15
22:45

Regie: Leela Varghese, Emma Hough Hobbs, (Australien), 2025

Lesbian Space Princess (OmdU)

Die introvertierte Prinzessin Saira, Tochter der lesbischen Königinnen des Planeten Clitopolis, ist am Boden zerstört: Die heiße Kopfgeldjägerin Kiki hat mit ihr Schluss gemacht - aus lauter Langeweile! Dabei hat Saira ihr ein so schönes Beziehungsalbum gebastelt! Doch als Kiki von den Straight White Maliens entführt wird, den Incels der Zukunft, muss Saira den Safe Space des queeren Weltraums verlassen und sie binnen 24 Stunden freikaufen: Die Maliens fordern nämlich die berühmte königliche Labrys - eine goldene Doppelaxt von schier unglaublicher lesbischer Macht. Nur: Saira hat sie nicht!

Das Original ist besser!Der Fremde - L’Étranger (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:45
18:15

Regie: François Ozon, (Frankreich), 2025

Darsteller: Benjamin Voisin, Rebecca Marder, Pierre Lottin u.a.

Der Fremde - L’Étranger (OmdU)

Algier, 1938. Meursault (Benjamin Voisin), ein ruhiger, unauffälliger Angestellter Anfang dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil und beginnt kurz danach eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie (Rebecca Marder). Sein gleichförmiger Alltag wird von einem Nachbarn gestört, der Meursault in zwielichtige Situationen hineinzieht…

François Ozon adaptiert Albert Camus’ Klassiker von 1942 für die Leinwand und reiht sich damit in eine überschaubare Reihe filmischer Umsetzungen ein: Nach Luchino Viscontis »Lo Straniero« (1967) und Zeki Demirkubuz’ türkische Interpretation »Yazgı« (2001) folgt nun seine mit besonderer formaler Strenge inszenierte Version. Der überaus produktive französische Regisseur hält sich eng an Camus’ Text, integriert aber Archivmaterial, das die französische Kolonialherrschaft in Algier verherrlicht und verweist so auf die sozialen Spannungen, ohne sie zum zentralen Handlungselement zu machen. Im Zentrum steht Meursaults Indifferenz gegenüber gesellschaftlichen Ritualen und menschlichen Bindungen. Vom Tod seiner Mutter über deren Beerdigung und die darauf folgenden Tage bis hin zu einem schicksalhaften Ereignis am Strand von Algier verfolgt der Film Meursaults Reaktionen - weniger das Geschehen selbst als seine Wahrnehmung davon, seine Distanziertheit und existentielle Gleichgültigkeit. Die Geliebte Marie (Rebecca Marder) fungiert als Kontrastfolie, während Rückblenden die Abfolge der Ereignisse strukturieren und Meursaults Perspektive betonen.

Ozon findet schmerzhaft klare Bilder für die innere Isolation des Protagonisten. Das körnige Schwarz-Weiß des Filmmaterials sorgt für elegante Bilder und atmosphärische Dichte, die einen reizvollen Kontrast zum spröden Plot bilden. Die virtuose Neuinterpretation des gleichnamigen Literaturklassikers von Albert Camus feierte ihre Weltpremiere im Wettbewerb des Venedig Filmfest 2025.

Grit Dora

Das Original ist besser!Therapie für Wikinger (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:15
22:45

Regie: Anders Thomas Jensen, (Dänemark), 2025

Darsteller: Mads Mikkelsen, Nikolaj Lie Kaas, Lars Brygmann u.a.

Therapie für Wikinger (OmdU)

Nach 15 Jahren Knast wegen Bankraub kehrt Anker (Nikolaj Lie Kaas) zurück. Die Beute, die sein Bruder Manfred (Mads Mikkelsen) für ihn vergraben hat, ist verschollen. Manfred leidet seit der Kindheit an einer dissoziativen Identitätsstörung und hat die vielen Jahre ohne Bruder damit verbracht, seine multiplen Persönlichkeiten auszubauen, lebt gänzlich in der Musik, in einem chaotischen Selbst, das sich jedem Zugriff entzieht. Erinnerungen an den verborgenen Schatz? Fehlanzeige.

Anker bringt seinen Bruder ins alte, nun von einer Boxerin über Airbnb vermietete Elternhaus, in der Hoffnung, dass die vertraute Umgebung dessen Gedächtnis auf die Sprünge hilft. Die Zeit drängt, der ehemalige Komplize Friendly Flemming ist ihnen auf den Fersen. Zwischen den dichten Wäldern Dänemarks und der unübersichtlichen Landschaft menschlicher Psychen entfaltet sich eine von absurden Missverständnissen geprägte Jagd.

Regisseur Anders Thomas Jensen, der schon in seinem Debüt »Flickering Lights« die Vorliebe für makabren Humor und Außenseiterfiguren entwickelte und in seinen Erfolgsfilmen »Dänische Delikatessen« und »Adams Äpfel« konsequent ausbaute, vereint in »Therapie für Wikinger« einmal mehr Abgründigkeit, Schadenfreude und überraschende Rührung. Traumata, Missgeschicke, psychische Störungen werden zu komischen, gefährlichen Instrumenten, Schadenfreude und Empathie wechseln in schneller Folge. Die wiederholte Zusammenarbeit mit Mads Mikkelsen, die spätestens seit »Adams Äpfel« Kultstatus hat, verleiht dem absurden Brüderpaar Tiefe und Kontur. Jensen spielt mit den Spannungen zwischen Komik und Boshaftigkeit, zwischen Identität und Selbsttäuschung und macht daraus ein schwarzhumoriges, lebendiges Psychogramm, das die groteske Jagd nach Geld und Selbstverständnis gleichermaßen treibt.

Grit Dora

Silent Friend

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
17:15 17:15

Regie: Ildikó Enyedi, (Deutschland/Ungarn), 2025

Darsteller: Tony Leung Chiu-wai, Luna Wedler, Enzo Brumm u.a.

Silent Friend

Die ungarische Filmemacherin Ildikó Enyedi gewann mit »Körper und Seele« vor fünf Jahren auf der Berlinale den Goldenen Bären. Auch mit ihrem neuen wunderschönen Film »Silent Friend« bedient sie mit ungewöhnlichen Figuren eine warme, aber nie kitschige Gefühlspalette. Ihre Geschichte spielt über mehrere Jahrzehnte hinweg an ein und demselben Ort, dem Botanischen Garten der Universitätsstadt Marburg in Deutschland. Dort versucht ein Neurowissenschaftler aus Hongkong (Tony Leung Chiu-wai) im Jahr 2020 mit Experimenten herauszufinden, ob ein alter Ginkgobaum Erinnerungen hat. Schon im Jahr 1972 hatte die Studentin Gundula (Marlene Burow) an dieser Uni ähnliche Ambitionen. Dabei lernte sie auch Hannes (Enzo Brumm) kennen und lieben. Als erste Studentin hat sich Grete (Luna Wedler) 1908 an der Universität eingeschrieben und widmet sich ebenfalls der Biologie. Die drei Geschichten sind dabei narrativ nur lose und vor allem durch den Ort verbunden, aber poetisch und emotional spielen sie sich viele Bälle zu. Der titelgebende Silent Friend, der über hundert Jahre alt Baum, ist Dreh- und Angelpunkt der einzelnen Geschichten. Auch wenn man sie auf emotionaler Ebene als Einheit sehen kann, hat Enyedi sie optisch stark voneinander getrennt. Die Geschichte aus der Gegenwart ist digital aufgenommen, die 70er wurden auf 16mm eingefangen und die Geschichte vom Anfang des Jahrhunderts wurde auf monochromem 32mm-Film gedreht. Hinzu kommt das gefühlvolle Spiel aller Darstellenden, u.a. Tony Leung Chiu-wai (»In the Mood for Love«) und Luna Wedler (»22 Bahnen«), die dafür in Venedig als beste Jungdarstellerin ausgezeichnet wurde. Mit »Silent Friend« gelang der Enyedi ein großer Wurf, der zeigt, wie poetisch und schön ein Film sein kann, auch wenn sein Grundton melancholisch ist. Er ist eine Empfehlung für jeden, aber besonders für jene, denen bereits »Körper und Seele« gefallen hat.

Doreen

Das Original ist besser!Die jüngste Tochter (OmdU)

Do. Fr. Sa. So. Mo. Di. Mi.
22:15

Regie: Hafsia Herzi, (Frankreich/Deutschland), 2025

Darsteller: Nadia Melliti, Park Ji-Min, Louis Memmi u.a.

Die jüngste Tochter (OmdU)

Fatima ist 17, die jüngste von drei Töchtern einer französisch-algerischen Familie und wächst in einem Pariser Vorort auf. Ihr Alltag zwischen Schule, Clique und Familie wirkt vorhersehbar, doch unter der Oberfläche beginnt es zu brodeln: Fatima spürt eine zunehmende Anziehung zu Frauen, eine Erkenntnis, die sie zunächst nur zögerlich zulässt. Mit dem Beginn ihres Studiums in Paris tritt sie in eine neue Lebensphase ein, findet Anschluss an die queere Szene, knüpft Freundschaften und verliebt sich leidenschaftlich in die Krankenschwester Ji‑Na (Park Ji‑min). Zwischen muslimischer Tradition und persönlichen Sehnsüchten verläuft ein schmaler Grat, auf dem Fatima ihren Platz in der Welt suchen muss. Regisseurin Hafsia Herzia erzählt in fünf, nach Jahreszeiten gegliederten Kapiteln das Erwachsenwerden einer jungen Frau, die vor allem gegen innere Hindernisse kämpft. Stilistisch bleibt der Film sparsam, mitunter spröde, doch gerade diese Zurückhaltung lenkt den Blick auf Fatimas Wandlung: Szenen in Clubs oder auf Partys, flüchtige Berührungen, kleine Gesten - sie markieren die Momente, in denen Fatima langsam aus ihrer aufgesetzten harten Schale ausbricht. Herzia erzählt subtil und eindringlich vom erotischen Erwachen der Protagonistin. Schauspieldebütantin Nadia Melliti verleiht Fatima Glaubwürdigkeit und Tiefe. Ihr Charakter wird nicht nur von äußeren Konflikten geformt, sondern stark von einem inneren Ringen um religiöse Identität und sexuelle Orientierung. Erst als sie begreift, dass ihr Muslima-Sein und ihr Lesbisch-Sein keine unüberbrückbaren Gegensätze sind, beginnt sie, sich selbst anzunehmen. »Die jüngste Tochter« ist eine berührende Geschichte über das Erwachsenwerden und den Mut, sich den eigenen Widersprüchen zu stellen.

Grit Dora

Bundesstart - Das Debüt im Thalia