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| 17:15 |
Auf der diesjährigen Berlinale lief Fernando Eimbckes fünfter Spielfilm im Wettbewerb. Zu schlicht wirkt die Geschichte eines kleinen Jungen, der zusammen mit seinem Vater bei einer anfangs unnahbaren Frau einzieht, auf den ersten Blick. Doch gerade seine leisen Töne, die beiläufige Beobachtung und kleine prägnante Momente machen das leise Drama zu einem sehenswerten Film. Der Leserpreis der Berliner Morgenpost und der Preis der Ökumenischen Jury sprechen dafür.
Olga führt ein streng abgezirkeltes Leben in einem großen Wohnblock in Mexiko-Stadt ohne Freundschaften und Beziehungen. Als sie in einer finanziellen Notlage ein Zimmer untervermieten muss, zieht ein Mann vom Land ein, der seine erkrankte Frau im nahegelegenen Hospital unterstützt. Erst spät bemerkt Olga, dass der Mann nachts seinen 9-jährigen Sohn mit in die Wohnung schmuggelt. So groß ihre Wut sein mag, sie kann sich dem Charme des Jungen nicht entziehen, der nichts unversucht lässt, um zu seiner Mutter ins Krankenhaus zu gelangen. Olgas Leben beginnt sich auf überraschende Weise mit dem ihrer ungebetenen Gäste zu verflechten, ihre sorgsam kontrollierte Welt verwandelt sich. Was als Regelverstoß beginnt, entwickelt sich zu einer der anrührendsten Wohngemeinschaften des Kinojahres. Und seien wir ehrlich - gute Gefühle können wir alle gut gebrauchen.
„Genau darin, in kleinen Begegnungen, beiläufigen Situationen mit Menschen, liegt die größte Qualität. Fernando Eimbcke gelingen über einen lakonischen Ton hinaus auch berührende, prägnante Momente.“ Michael Meyns, programmkino.de
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| 19:00 |
Kurzfilme können viel: Sie reagieren schnell, erzählen eindringlich – und bringen komplexe Themen auf den Punkt. Gesellschaftliche Konflikte, politische Entwicklungen und Fragen des Miteinanders werden hier künstlerisch zugespitzt, kritisch hinterfragt und emotional greifbar gemacht.
Bereits zum vierten Mal tourt unser Filmprogramm unter dem Titel „Kurz gesehen – lang gedacht“ durch Sachsen – mit ausgezeichneten Kurzfilmen, die politisch Haltung zeigen und zum Nachdenken anregen.
Im Zentrum steht der Gewinnerfilm des „voll politisch – Kurzfilmpreises für demokratische Kultur“, der seit 2021 beim FILMFEST DRESDEN verliehen wird. Der Preis würdigt Filme, die aktuelle politische Themen aus ungewöhnlichen Perspektiven betrachten, Diskussionen anstoßen und Demokratie lebendig machen.
2026 sind wir wieder mit zehn Veranstaltungen in Sachsen unterwegs.
In Kinos und soziokulturellen Zentren zeigen wir ein Programm, das wachrüttelt, irritiert und inspiriert.
Nach dem Filmprogramm laden wir ein zum offenen Gespräch. An ausgewählten Orten sind auch Filmschaffende persönlich vor Ort – für direkte Begegnung und Austausch.
Eintritt frei – Spenden willkommen
Alle Filme werden auf Deutsch oder mit deutschen Untertiteln gezeigt.
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| 21:00 |
Eva Müller und Isabel Schneider erzählen die Geschichte des Unterhaltungsfernsehens der 90er und früher 00er Jahre erstmals aus Frauenperspektive. Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins blicken zurück auf ihr Werk und eine Zeit, in der Frauen im Fernsehen vor allem Beiwerk waren, als Pointen dienten und weiblicher Humor als Quotenkiller galt.
Eine ganze Generation wurde so vor allem durch männliche Unterhalter sozialisiert - durch „Wetten, dass…?“, die „Harald Schmidt Show“ und später „TV total“. Wie hat uns diese Zeit geprägt? Und was haben Humor, Witz und Unterhaltung mit Macht und Gleichberechtigung zu tun? Dieser Film ist eine Zeitreise zurück zu den Lachern der 90er und 00er. „Was haben wir gelacht“ - oder vielleicht doch nicht?
„Unsere Protagonistinnen Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins haben - jede auf ihre Weise, auch in kaum bekannten Fernsehmomenten - mehr Sichtbarkeit von Frauen im Unterhaltungsfernsehen erkämpft. Sie waren dabei Autorinnen ihrer eigenen Geschichte, aber auch Betroffene von Sexismus, Häme, Queer- und Frauenfeindlichkeit. Sie kennen sich, schätzen sich, sehen in unserem Film dieselben Archiv-Momente und schauen aus heutiger Perspektive auch kritisch auf sich selbst, ihr Schaffen und das ihrer Kolleginnen.“