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Eine dystopische Vision wird zur Realität. Griechenland versinkt im Chaos, die gesellschaftlichen Strukturen lösen sich auf, Ressourcen werden knapp. Die verbliebenen Städte werden von Bandenkriegen dominiert, von Kämpfen um Wasser, Treibstoff und - Frauen. In dieser sich auflösenden, von Gewalt bestimmten Gesellschaft wächst Maria (Melissanthi Mahut) heran. Sie ringt um Anerkennung, es gelingt ihr sogar, sich eine gewisse Sicherheit zu erkämpfen. Doch das hat auch zur Folge, dass Bandenchef Nikos sie gegen den Widerstand seiner Anhänger als seine Nachfolgerin ankündigt. Maria findet sich plötzlich im Zentrum schwerer Machtkämpfe wieder. Als sie der mysteriösen Sängerin Eleni begegnet, eröffnet sich ihr ein anderer Blick auf die Situation, eine neue Perspektive. Die beiden Frauen stemmen sich gegen das patriarchale System und suchen nach einem Ausweg. »Gorgonà« ist der erste Spielfilm der griechischen Regisseurin und bildenden Künstlerin Evi Kalogiropoulou. In ihren Arbeiten setzt sich Kalogiropoulou mit postfeministischen Theorien auseinander, hinterfragt patriarchale Geschichtsschreibung und untersucht Zusammenhänge von Mythologie, Gesellschaftsstrukturen und Vorstellungen von Weiblichkeit. Mit verschiedenen Kurzfilmen machte sie bereits in Cannes und auf der Critics' Week auf sich aufmerksam. Inspiriert vom „Medusa“-Mythos, »Mad Max« und heimischem Genre-Kino lässt es die griechische Regisseurin in ihrer dystopischen Fabel über Rebellion, Selbstermächtigung und zwei verliebte Kämpferinnen in einem hyper-patriarchalischen Stadtstaat so richtig krachen.
Grit Dora
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| 19:30 |
Wie kann Azza als saudische Frau ihre Unabhängigkeit gewinnen?
Die Protagonistin des Films würde antworten: mit Geschick. Mit 16 verheiratet und heute Mutter von vier Teenagern, träumt sie von der Befreiung aus einer gescheiterten Ehe. Aus ihrer Familie ausgeschlossen und auf sich selbst gestellt, bemüht sie sich, ihre finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren, indem sie als Fahrlehrerin für Frauen arbeitet. Hinter dem Steuer eines großen SUVs fühlt sie sich selbstbewusst und meistert – genau wie auf der Straße – die Hindernisse des Lebens: mangelnde Bildung, unsichere Arbeitsverhältnisse, Ausgrenzung durch die Familie und die Trennung von ihren Kindern. Sie tut alles, um sicherzustellen, dass ihre Töchter nicht das durchmachen müssen, was sie selbst erlebt hat. Sie träumt von einer Reise durch die Wüste. Dieses Abenteuer wird zu einer Möglichkeit, sowohl ihr Land als auch sich selbst zu entdecken. Das Autofahren erweist sich als Mittel zur Freiheit – genau wie für viele andere Frauen.
Der über drei Jahre gedrehte Film bietet einen intimen Einblick in Azzas Leben, ihre Heimat und eine Gesellschaft am Rande des Wandels, die zwischen Tradition und Moderne schwebt.
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Stell dir vor, du bist unendlich verliebt in deine:n Partner:in und ihr habt euch entschieden zu heiraten. Alles läuft famos, bis kurz vor dem großen Tag. Denn die warmherzige, entschlossene Emma Hardwood (Zendaya) und der kunstbeflissene Museumsdirektor Charlie Thompson (Robert Pattinson) erfahren erst kurz vorher gewisse Dinge übereinander, die sie in einen Strudel aus Misstrauen und Zweifeln saugen. Plötzlich kommen verstörende Geheimnisse ans Licht und je mehr Druck auf den beiden liegt, desto mehr bröckelt die Fassade der perfekten Liebe. Irgendwie versuchen die beiden dennoch ihre Liebe zu retten, zwischen Baton Rouge, London und den Orten ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Ob die beiden ihre anstehende Hochzeit noch irgendwie retten können?
Schon allein die ersten Bilder zu »The Drama« von Kult-Studio A24 habe das Internet gehörig in Aufruhr gebracht: Queen Zendaya und Glitzer-RPatz (wie wir ihn damals in der »Twilight«-Phase nannten) mit einer Hochzeitseinladung. Regisseur Kristoffer Borgli gibt uns genau das, was wir wollen. Ari Aster ist als Produzent mit dabei, genauso wie Lars Knudsen (»The Witch«) und Tyler Campellone (»Dream Scenario«). In weiteren Rollen sehen wir außerdem Mamoudou Athie, Alana Haim, Hailey Gates und Zoë Winters.
Anne
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Die Regisseurin Sabine Lidl ist bekannt für ihre Künstlerinnen-Dokumentationen, so etwa über die Fotografin Nan Goldin, die Schauspielerin Hannelore Elsner und die Regisseurin Doris Dörrie. 2019 machte sie eine Ausnahme und porträtierte den Schriftsteller Paul Auster. Es ist naheliegend, ja geradezu zwingend, dann auch eine Doku über Siri Hustvedt zu drehen, die trotz zahlreicher Bücher gelegentlich immer noch zuerst als die Frau an der Seite des inzwischen verstorbenen Auster wahrgenommen wird. Hustvedt, eine herausragende Schriftstellerin, beschäftigt sich seit jeher mit Themen wie Geschlechterkampf, Krankheit und Sexismus. Sie ist eine unbequeme Autorin, die sich mit gesellschaftlichen Tabus auseinandersetzt und immer bereit bleibt, unbequeme Fragen zu stellen. Das Film-Porträt gewährt Einblicke in ihr Leben und Werk und zeigt ihre unerschrockene und inspirierende Auseinandersetzung mit körperlichen und psychischen Herausforderungen. Schon fast Klassiker sind ihre kritischen Betrachtungen der Geschlechterdynamik. Der Film kommt genau zum richtigen Zeitpunkt in die Kinos. Gerade erst hat Siri Hustvedt ihr neues Buch vorgelegt, ihr persönlichstes. „Ghost Stories“ widmet sich ganz und gar ihrem 2024 verstorbenen Ehemann Paul. Eine wunderbare Gelegenheit, sich zugleich literarisch und filmisch mit dem Werk der großen amerikanischen Autorin zu beschäftigen.
Grit Dora
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Die Landschaft ist so kriegsversehrt wie die Menschen, als aus den Nebeln ein seltsamer Soldat auftaucht und Anspruch auf einen lange aufgegebenen Gutshof stellt. Der 30-jährige Krieg ist noch in vollem Gange, die protestantische Gemeinde des abgelegenen Dorfes skeptisch. Irgendwas scheint faul an dem Fremden mit der entstellenden Narbe im Gesicht. Doch dieser erweist sich als gottesfürchtig, arbeitsam und mutig. Er behauptet sich, bewirtschaftet den Hof und gewinnt an Einfluss. Der Preis dafür ist hoch. Denn es ist eine Frau, die sich einen anderen Namen zugelegt und in Hosen gestiegen ist, um in das Dorf zu gelangen. Rose (Sandra Hüller), so heißt der Soldat wirklich, schreckt vor nichts zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Nur der Zufall kann sie enttarnen.
Der österreichische Regisseur Markus Schleinzer stellt in seinem neuen Film eine Frau in den Mittelpunkt, die in der patriarchalischen Welt des 17. Jahrhundert kühn nach Selbstbestimmung und Freiheit greift und damit notwendig scheitern muss. Dennoch wählt sie diesen unvorstellbar wirkenden Weg. Schleinzer und sein Co-Drehbuchautor Alexander Brom haben aus verschiedenen historisch verbürgten Geschichten über Frauen des 17. Jahrhunderts eine exemplarische Figur kreiert. Für Sandra Hüller bietet der Film die Gelegenheit, noch einmal ganz andere Facetten ihres unglaublichen Könnens funkeln zu lassen. Ihr Spiel und das kongeniale Maskenbild tragen diesen besonderen Film, der trotz seiner elaborierten Sprache und der artifiziellen Sprache sehr ins Heute weist. Für Hüller gab es dafür ihren zweiten Silbernen Bären bei der Berlinale 2026.
Grit Dora
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Wie kann Azza als saudische Frau ihre Unabhängigkeit gewinnen?
Die Protagonistin des Films würde antworten: mit Geschick. Mit 16 verheiratet und heute Mutter von vier Teenagern, träumt sie von der Befreiung aus einer gescheiterten Ehe. Aus ihrer Familie ausgeschlossen und auf sich selbst gestellt, bemüht sie sich, ihre finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren, indem sie als Fahrlehrerin für Frauen arbeitet. Hinter dem Steuer eines großen SUVs fühlt sie sich selbstbewusst und meistert – genau wie auf der Straße – die Hindernisse des Lebens: mangelnde Bildung, unsichere Arbeitsverhältnisse, Ausgrenzung durch die Familie und die Trennung von ihren Kindern. Sie tut alles, um sicherzustellen, dass ihre Töchter nicht das durchmachen müssen, was sie selbst erlebt hat. Sie träumt von einer Reise durch die Wüste. Dieses Abenteuer wird zu einer Möglichkeit, sowohl ihr Land als auch sich selbst zu entdecken. Das Autofahren erweist sich als Mittel zur Freiheit – genau wie für viele andere Frauen.
Der über drei Jahre gedrehte Film bietet einen intimen Einblick in Azzas Leben, ihre Heimat und eine Gesellschaft am Rande des Wandels, die zwischen Tradition und Moderne schwebt.
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Wenn John Davidson (Scott Ellis Watson) im Jahr 2019 von Queen Elisabeth persönlich mit dem Orden des British Empire ausgezeichnet wird und er dies lauthals mit einem „Fuck The Queen“ quittiert, hat der fünfzigjährige Tourette-Patient ein halbes Leben voller irrwitziger und trauriger Begebenheiten hinter sich gebracht. Alles begann, als der 12-jährige John plötzlich kleine Tics entwickelte, deren Herkunft ihm völlig schleierhaft erschienen. Ein Junge, der unvermittelt um sich schlägt, spuckt oder Derbheiten in den Unterricht ruft, unterläuft erst einmal alle üblichen disziplinarischen Bestrafungen. Das Krankheitsbild Tourette ist in der schottischen Kleinstadt Galashiels nahezu unbekannt. Eben noch war der talentierte Junge Anführer seiner Fußballmannschaft, jetzt grölen dem „ Spasti“ alle nur noch hinterher, er solle sich verpissen, oder sperren ihn in den Schrank. John erwischt das Tourette-Syndrom in seiner ganzen Härte, eben auch mit all den vokalen Obszönitäten, die seltener bei Patienten ausgeprägt sind als die körperlichen Tics. Die Ehe seiner Eltern scheitert daran und erst nach Johns Suizidversuch wird allen Beteiligten das Ausmaß seiner seelischen Not klar. 1996 lebt John bei seiner Mutter, flucht sich so durch, vollgestopft mit Medikamenten und Einsamkeit. An einem Tag trifft er auf Menschen, die ihn und sein Leiden akzeptieren und die eine Begrüßung, wie „lass uns Sex haben“, sportlich nehmen. Am nächsten auf welche, die ihn verprügeln oder verklagen, weil sie in seinen Tics Beleidigungen sehen. Großes Glück hat John mit dem Hausmeister Tommy (Peter Mullan), bei ihm im Gemeindezentrum darf er zu arbeiten anfangen und kocht dort seinen berühmten „mit Wichse statt mit Milch-Tee“. Tommy boxt ihn vor Gericht raus und erklärt ihm, dass die Gesellschaft noch immer falsch reagiere, weil ihr die Wahrnehmung fehle für diese seltene Krankheit. Also beginnt John im Gemeindezentrum mit anderen Betroffenen Gespräche und Workshops zu veranstalten und hält Vorträge an Schulen und Polizeistationen, um das Bewusstsein für die Krankheit zu schärfen.
alpa kino