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»Scherbenland« erzählt von einer Band, deren erstes Album mit der Frage begann: „Warum geht es mir so dreckig?“ - und von einer Stadt, die durch ihre Lieder verändert wurde. Anfang der 1970er Jahre wird Kreuzberg zum Experimentierfeld einer Gegenkultur. Mit Songs wie „Macht kaputt, was euch kaputt macht“, „Alles verändert sich“ und „Der Traum ist aus“ geben Ton Steine Scherben einer Generation eine Stimme. Ihre Musik begleitet Hausbesetzungen, politische Kämpfe und die Suche nach einem anderen Leben.
Der Film folgt den Spuren dieser Zeit und fragt: Was ist von diesem Aufbruch geblieben? Und was passiert, wenn die Hymnen der Scherben auf die Songs der Gegenwart treffen? Im Berlin von heute begegnet „Scherbenland“ Musiker, deren Lieder vom Leben im Kiez erzählen - darunter das Rap-Trio RAPK und die Songwriterin Maike Rosa Vogel. Ihre Musik entsteht aus dem Alltag eines Bezirks, der sich zwischen Mythos, Gentrifizierung und neuer kultureller Energie bewegt. Ein Film über Musik und Poesie als Widerstand - damals und heute. Und über die Frage, ob beides noch immer die Kraft hat, eine Stadt zu verändern.
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Wenn John Davidson (Scott Ellis Watson) im Jahr 2019 von Queen Elisabeth persönlich mit dem Orden des British Empire ausgezeichnet wird und er dies lauthals mit einem „Fuck The Queen“ quittiert, hat der fünfzigjährige Tourette-Patient ein halbes Leben voller irrwitziger und trauriger Begebenheiten hinter sich gebracht. Alles begann, als der 12-jährige John plötzlich kleine Tics entwickelte, deren Herkunft ihm völlig schleierhaft erschienen. Ein Junge, der unvermittelt um sich schlägt, spuckt oder Derbheiten in den Unterricht ruft, unterläuft erst einmal alle üblichen disziplinarischen Bestrafungen. Das Krankheitsbild Tourette ist in der schottischen Kleinstadt Galashiels nahezu unbekannt. Eben noch war der talentierte Junge Anführer seiner Fußballmannschaft, jetzt grölen dem „ Spasti“ alle nur noch hinterher, er solle sich verpissen, oder sperren ihn in den Schrank. John erwischt das Tourette-Syndrom in seiner ganzen Härte, eben auch mit all den vokalen Obszönitäten, die seltener bei Patienten ausgeprägt sind als die körperlichen Tics. Die Ehe seiner Eltern scheitert daran und erst nach Johns Suizidversuch wird allen Beteiligten das Ausmaß seiner seelischen Not klar. 1996 lebt John bei seiner Mutter, flucht sich so durch, vollgestopft mit Medikamenten und Einsamkeit. An einem Tag trifft er auf Menschen, die ihn und sein Leiden akzeptieren und die eine Begrüßung, wie „lass uns Sex haben“, sportlich nehmen. Am nächsten auf welche, die ihn verprügeln oder verklagen, weil sie in seinen Tics Beleidigungen sehen. Großes Glück hat John mit dem Hausmeister Tommy (Peter Mullan), bei ihm im Gemeindezentrum darf er zu arbeiten anfangen und kocht dort seinen berühmten „mit Wichse statt mit Milch-Tee“. Tommy boxt ihn vor Gericht raus und erklärt ihm, dass die Gesellschaft noch immer falsch reagiere, weil ihr die Wahrnehmung fehle für diese seltene Krankheit. Also beginnt John im Gemeindezentrum mit anderen Betroffenen Gespräche und Workshops zu veranstalten und hält Vorträge an Schulen und Polizeistationen, um das Bewusstsein für die Krankheit zu schärfen.
alpa kino
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Die Regisseurin Sabine Lidl ist bekannt für ihre Künstlerinnen-Dokumentationen, so etwa über die Fotografin Nan Goldin, die Schauspielerin Hannelore Elsner und die Regisseurin Doris Dörrie. 2019 machte sie eine Ausnahme und porträtierte den Schriftsteller Paul Auster. Es ist naheliegend, ja geradezu zwingend, dann auch eine Doku über Siri Hustvedt zu drehen, die trotz zahlreicher Bücher gelegentlich immer noch zuerst als die Frau an der Seite des inzwischen verstorbenen Auster wahrgenommen wird. Hustvedt, eine herausragende Schriftstellerin, beschäftigt sich seit jeher mit Themen wie Geschlechterkampf, Krankheit und Sexismus. Sie ist eine unbequeme Autorin, die sich mit gesellschaftlichen Tabus auseinandersetzt und immer bereit bleibt, unbequeme Fragen zu stellen. Das Film-Porträt gewährt Einblicke in ihr Leben und Werk und zeigt ihre unerschrockene und inspirierende Auseinandersetzung mit körperlichen und psychischen Herausforderungen. Schon fast Klassiker sind ihre kritischen Betrachtungen der Geschlechterdynamik. Der Film kommt genau zum richtigen Zeitpunkt in die Kinos. Gerade erst hat Siri Hustvedt ihr neues Buch vorgelegt, ihr persönlichstes. „Ghost Stories“ widmet sich ganz und gar ihrem 2024 verstorbenen Ehemann Paul. Eine wunderbare Gelegenheit, sich zugleich literarisch und filmisch mit dem Werk der großen amerikanischen Autorin zu beschäftigen.
Grit Dora
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Stell dir vor, du bist unendlich verliebt in deine:n Partner:in und ihr habt euch entschieden zu heiraten. Alles läuft famos, bis kurz vor dem großen Tag. Denn die warmherzige, entschlossene Emma Hardwood (Zendaya) und der kunstbeflissene Museumsdirektor Charlie Thompson (Robert Pattinson) erfahren erst kurz vorher gewisse Dinge übereinander, die sie in einen Strudel aus Misstrauen und Zweifeln saugen. Plötzlich kommen verstörende Geheimnisse ans Licht und je mehr Druck auf den beiden liegt, desto mehr bröckelt die Fassade der perfekten Liebe. Irgendwie versuchen die beiden dennoch ihre Liebe zu retten, zwischen Baton Rouge, London und den Orten ihrer gemeinsamen Vergangenheit. Ob die beiden ihre anstehende Hochzeit noch irgendwie retten können?
Schon allein die ersten Bilder zu »The Drama« von Kult-Studio A24 habe das Internet gehörig in Aufruhr gebracht: Queen Zendaya und Glitzer-RPatz (wie wir ihn damals in der »Twilight«-Phase nannten) mit einer Hochzeitseinladung. Regisseur Kristoffer Borgli gibt uns genau das, was wir wollen. Ari Aster ist als Produzent mit dabei, genauso wie Lars Knudsen (»The Witch«) und Tyler Campellone (»Dream Scenario«). In weiteren Rollen sehen wir außerdem Mamoudou Athie, Alana Haim, Hailey Gates und Zoë Winters.
Anne
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Die Landschaft ist so kriegsversehrt wie die Menschen, als aus den Nebeln ein seltsamer Soldat auftaucht und Anspruch auf einen lange aufgegebenen Gutshof stellt. Der 30-jährige Krieg ist noch in vollem Gange, die protestantische Gemeinde des abgelegenen Dorfes skeptisch. Irgendwas scheint faul an dem Fremden mit der entstellenden Narbe im Gesicht. Doch dieser erweist sich als gottesfürchtig, arbeitsam und mutig. Er behauptet sich, bewirtschaftet den Hof und gewinnt an Einfluss. Der Preis dafür ist hoch. Denn es ist eine Frau, die sich einen anderen Namen zugelegt und in Hosen gestiegen ist, um in das Dorf zu gelangen. Rose (Sandra Hüller), so heißt der Soldat wirklich, schreckt vor nichts zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Nur der Zufall kann sie enttarnen.
Der österreichische Regisseur Markus Schleinzer stellt in seinem neuen Film eine Frau in den Mittelpunkt, die in der patriarchalischen Welt des 17. Jahrhundert kühn nach Selbstbestimmung und Freiheit greift und damit notwendig scheitern muss. Dennoch wählt sie diesen unvorstellbar wirkenden Weg. Schleinzer und sein Co-Drehbuchautor Alexander Brom haben aus verschiedenen historisch verbürgten Geschichten über Frauen des 17. Jahrhunderts eine exemplarische Figur kreiert. Für Sandra Hüller bietet der Film die Gelegenheit, noch einmal ganz andere Facetten ihres unglaublichen Könnens funkeln zu lassen. Ihr Spiel und das kongeniale Maskenbild tragen diesen besonderen Film, der trotz seiner elaborierten Sprache und der artifiziellen Sprache sehr ins Heute weist. Für Hüller gab es dafür ihren zweiten Silbernen Bären bei der Berlinale 2026.
Grit Dora
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Der niederländische Regisseur Bart Schrijver ist selbst großer Wander-Fan und hat nun seinen ersten Spielfilm - »The North« - realisiert, der dem Wandern ein Denkmal setzt und eine Geschichte über Freundschaft erzählt. Chris (Bart Harder) und Lluis (Carlos Pulido), die vor zehn Jahren beste Freunde waren, wollen an 30 Tagen einen 600 Kilometer langen Trail durch die schottischen Highlands laufen. Sie hoffen, ihre durch unterschiedliche Lebensziele geschwächte Freundschaft dabei wieder aufleben lassen zu können. Auf dem West Highland Way und dem Cape Wrath Trail kommen sich die beiden wieder näher, doch Chris ist weiterhin sehr von seiner Arbeit und dem Leben zu Hause abgelenkt, während Lluis unbedingt den Trail beenden möchte. Abseits gängiger Wanderfilm-Klischees erzählt Schrijver nach einem eigenen Drehbuch eine Geschichte vom Unterwegs-Sein. Dabei fängt er die Highlands, ihre Schönheit, aber auch das stellenweise Raue und Unwirtliche grandios ein. Das gelingt ihm und seinem kleinen Team so gut, weil sie sich selbst mit auf die Wanderung begeben haben. Mit wenig Equipment und zu sechst wandern sie den Trail entlang und fangen unverfälscht die Highlands ein. Alle Strapazen und auch das Übernachten im Zelt mit all den Widrigkeiten erlebt das Team mit den beiden Schauspielern zusammen. So entstand mit »The North« ein Spielfilm, der eine fiktive Geschichte in einem wunderschönen, authentischen Gewand erzählt und es schafft, das wahre Gefühl des Wanderns und das damit einhergehende Glücksgefühl zu vermitteln.
Doreen
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Verfilmungen von Sensations-Bestsellern sind meistens ein Garant dafür, ein Publikum zu finden. Die deutsche Regisseurin Anna Roller verfilmt mit ihrem zweiten Spielfilm »Allegro Pastell« einen Roman von Leif Randt. Das 2020 erschienene Buch erzählt die störrische Liebesgeschichte zweier Millennials. Der Autor selbst schrieb es zum Drehbuch um. Dabei wandelt er die oft um sich selbst kreisenden Gedanken von Tanja (Sylvaine Faligant) und Jerome (Jannis Niewöhner) für den Film in Off-Kommentare und Textnachrichten um. Die beiden sind seit Längerem ein Paar und leben in ständigem Austausch und mit wenigen Besuchen zwischendurch in einer Fernbeziehung. Jerome, Grafikdesigner, wohnt in einem Haus seiner Eltern im Maintal bei Frankfurt, verbringt seine Zeit mit seinen langjährigen Freunden, die mittlerweile Kinder haben, und lebt ein eher ruhiges Leben. Tanja, die gerade wieder einen Roman veröffentlicht hat, nutzt das Berliner Nachtleben, um jeden Tag zu feiern und kümmert sich wenig um klassische Beziehungsmodelle oder Freundschaften. Immer wieder kommt es so zu Zerwürfnissen zwischen den beiden, aber trotzdem können sie nicht ohne einander leben. Das ist das Porträt von Thirtysomethings, die sich entscheiden müssen zwischen ewigem Partyleben und scheinbar langweiliger Familiengründung. Dabei traut sich Roller, ihre Figuren, die alle wunderbar verkörpert werden, u.a. von der französischen Darstellerin und Newcomerin Sylvaine Faligant, unsympathisch zu zeichnen. Es zeigt, welche negativen Auswirkungen ein Um-Sich-Selbst-Kreisen hat. »Allegro Pasteli« ist dabei gut inszeniert, passt sich dem Tempo und den Lebensrealitäten der Figuren an und schafft es, den Beat dieses Lebensabschnitts einzufangen. Roller gelingt das Kunststück, dass man den Figuren trotz aller Antipathien bis zum Ende folgt und sich in die vergangene Zeit (vor Corona) wunderbar hineinfühlen kann.
Doreen